Montag, 9. März 2015

Trashfilmabend of the Dead V5 (2015 Edition) - Teil 2

Andreas: Danach war es endlich Zeit. Endzeit. Schenkelklopfer.

Speziell zum Endzeitfilm der 80er hab ich ja irgendwie eine ganz besondere Beziehung. Das liegt wahrscheinlich an den Plakaten, mit denen in den 80er Jahren Videotheken bepflastert waren und die Filme anpriesen, die für mich altersbedingt unerreichbar waren. Häufig hab ich mir die Handlung in meiner Phantasie ausgemalt und war davon überzeugt, dass es sich bei den Filmen nur um Meisterwerke handeln kann.

Meisterwerk ist dann auch gleich ein schöner Übergang zu

Fireflash



Verunstaltete Autos = Endzeit
Hätte ich den Film als pubertierender 14 jähriger gesehen, hätte ich ihn sicher für einen guten Film gehalten. Vielleicht nicht unbedingt für ein Meisterwerk, aber doch nahe dran. Vielleicht einfach auch deshalb, weil die Klapperschlange für mich damals einfach nur eine Schlange und kein Sträfling und Ex-Elite-Soldat war. Und vielleicht, weil mir damals nicht aufgefallen wäre, dass die meisten Drehorte verfallene Industrieanlagen (die meiner bescheidenen Meinung zum Teil auch bereits in Endgame Verwendung fanden) und eine Brauerei, die die Basis der bösen Euraker darstellt, sind. Natürlich hätte ich auch nicht verstanden, dass die Schauspieler selten B-Klasse-Niveau erreichen und dass die Handlung quasi keinen Sinn ergibt.

Ach, könnte ich das doch alles meinem früheren Ich mitteilen. Immerhin weiß ich es jetzt.

Khalil: Mit Django Nudo und Mad Foxes hatte ich die beiden Höhepunkte schlechthin verbraten. Bei den bisherigen Filmabenden gab es Einige, die nach dem zweiten Film abgehauen sind, aber nicht so das Publikum an diesem Abend, das bewies mal echtes Sitzfleisch. Und auch wenn ich wusste, dass die beiden vorangegangen Streifen kaum zu toppen waren, es standen ja noch zwei Wunschgenres auf dem Zettel – allen voran der Wunsch des Trashfilmabend-Veteranen Andreas, der nach Endzeit verlangt hat – und Dank der italienischen Filmindustrie habe ich da nach wie vor ein weites Feld zum Auswählen. Obwohl, um das hier mal klarzumachen, auch aus anderen Ländern gibt es zum Himmel schreiende Machwerke, die sich als Thema „postapokalyptisches Szenario / Mad Max“ ausgesucht haben.

Aber keine sind meines Erachtens so liebenswert wie die Heuler aus Italien, die mit einer Dreistigkeit bei großen Filmen klauen, die seinesgleichen sucht (das türkische Kino zählt in diesem Fall nicht), auch ausnahmslos alle in denselben heruntergekommenen Industrieanlagen und Kiesgruben gedreht worden sind und oft dieselben Protagonisten vor die Kamera gezerrt werden, allen voran Georg Eastman aka Luigi Montefoiri, bekannt aus Endgame, Man-Eater, In der Gewalt der Zombies, The Riffs, Emanuela, Blastfighter, Er- Stärker als Feuer und Eisen, Metropolis 2000 und, und, und seine Schauspielkünste unter Beweis stellen durfte.

Und auch in „Fireflash – der Tag nach dem Ende“ hatte der Herr als „Big Ape“ einen gelungenen Auftritt, oder wie Geraldo passend festgestellt hat: „cooles Kostüm, einfach alles an Haare, welche man im Duschabfluss gefunden hat, ins Gesicht und auf die Hände geklebt“.

"Schau mal gelangweilt!"
Der Film ist zur Abwechslung mal kein Mad Max Rip-off, sondern bedient sich bei der von mir sehr verehrten „Die Klapperschlange“ und verfrachtet die Story einfach ins postapokalyptische NY, wunderschön mit Modellbau nachgebildet. Und statt der Präsidententochter aus der Hand der Knastis zu befreien, muss man jetzt die letzte fruchtbare Frau (ja, so Strahlung kann schon scheiße sein), aus dem Gebiet der Euraker befreien. Und selbstverständlich wurde ein passender Snake Plissken look a like auch gecastet, okay, schauspielern konnte er nicht, aber die fesche Frisur, die strahlend blauen Augen sowieso und der Dreitagebart sowie die passende Ledermontur musste halt reichen.

Übrigens, ganz den Traditionen des italienischen Ripoff Kinos hat man sich nicht nur bei Die Klapperschlange bedient, ob jetzt Blade Runner (Replikanten!!), Planet der Affen, natürlich Mad Max, von allem war ein bisschen was zu finden, selbst vor „The Riffs“ hat man nicht haltgemacht – statt coolem Trommler in der Bronx gibt es jetzt halt einen strahlenversuchten Trompeter vor der malerischen Kulisse des zerstörten NY. Grandios.

Selbst in der Endzeit entsprechen Asiaten allen Klischees
Generell, die verseuchten Menschen sind wunderbar anzuschauen mit ihren billigen Gesichtswunden, mein persönlicher Fav ist der Rattenkönig, Anführer einer Gang, die von Ratten leben – alleine schon wegen seines wunderbaren Monologs.

Zugegeben, gegen die beiden vorangegangen Filmen wirkte Fireflash schon beinahe wie eine echte Großproduktion, aber keine Bange, ob jetzt durch die total bescheuerte Story, den unsympathischen Helden, schauspielerisches Unvermögen, ein Setting, was sich gerne ab und an wiederholt, sowie natürlich die unfassbar beschissenen FX, Fireflash macht meines Erachtens dennoch große Laune, gerade für Freunde des Endzeitkinos.
Für Mutige der Film in voller Länge (77 Minuten)

Tl; dr: apokalyptische Scheisse

Andreas: Weil ich gerade erst von meinem früheren Ich erzählt habe - ein gutes Beispiel für den Filmgeschmack meines früheren Ichs folgt dann auch gleich mit
Howling II aka Das Tier II


Wahrscheinlich wurde mir der von meinem Onkel mitgegeben, der mich im Alter von 16 oder 17 langsam mit Filmen aus seiner Sammlung versorgt hatte. Der Film bietet kurz gesagt Werwölfe, Brüste, Blut, Brüste und Brüste. Was will man als Heranwachsender mehr?

Handlung und gute Schauspieler vielleicht, aber hey: Brüste!

Angezogen ein seltener Anblick
Wobei man dazusagen muss, dass hier immerhin ein Christopher Lee verpflichtet wurde, der sich so halb anständig durch den Film manövriert, und den Rest der Crew gleich noch schlechter ausschauen lässt, als sie ohnehin schon sind. Trotzdem fühlte er sich einige Jahre später verpflichtet, sich bei Joe Dante, dem Macher des guten ersten Teils, für seine Mitwirkung an dem Film zu entschuldigen. Zu Recht, denn was hier billig in Tschechien und mit einem Minimum an Kulissen runtergedreht wurde, bietet im Prinzip außer Brüsten (hey...) halt nicht wirklich viel und das wenige, dass er bietet, wird dann auch gleich bis zum Exzess ausgewalzt. Zum Beispiel die Brüste (hey...), der an sich gute Titeltrack, oder die Verwandlungssequenz.

Zum Schluss blieb eigentlich nur die Frage offen, wer schärfer ist. Sybil Danning oder Marsha Hunt. Ich halt's da eher mit Mick Jagger und votiere für letztere.

Khalil: Nach dem dritten Film gabs dann die ersten Aufbrüche, aber eine kleine Schar von hartgesottenen Trashgourmets blieb dennoch noch sitzen, um den vierten Film anzuschauen – ein Novum, bisher waren die meisten Leute nach 3 Filmen dann weg. Zeit, um den nächsten Genrewunsch zu erfüllen. Horror. Dazu generell – einen der besten Trashhorrorfilme habe ich bereits an meinem ersten Abend abgefeuert und persönlich liebe ich ja den Horrorfilm an sich, tue mich aber tatsächlich schwer damit, einen Film zu finden, der dem Label „Trash und Unterhaltsam“ gerecht wird, keine Ahnung, woran das liegt, vielleicht daran, dass ich bewusst nicht zu bestimmten Klassikern wie „Bride of the Monster“ oder irgendwelchen Tierhorror greifen wollte, auch wenn es „Night of the Lepus“ beinahe geschafft hätte.

Aber ich denke mal, dass meine Wahl mit „The Howling 2“ auch in Ordnung ging, wir reden hier immerhin von einem Film, der von nicht wenigen Kritikern als „schlechteste und überflüssige Fortsetzung aller Zeiten“ bezeichnet wurde und selbst Chrisopher Lee ist sein Mitwirken daran bis heute peinlich – und das will was bei einem Mann heißen, der Heuler wie „Dracula jagt Minimädchen“ , „Horror Express“ und „Tunnel der lebenden Leichen“ und noch viele andere B-Filme in seiner langen Karriere abgedreht hat.

Ja, wirklich voll cool. 
Außerdem, wann hat man Lee schon einmal in so cooler Montur gesehen?

Und dann wäre da natürlich noch die B-Queen Sybill Danning, die weniger durch ihre Schauspielkünste, sondern mehr mit ihren beiden großen Argumenten eine beachtliche Karriere im B-Z Filmgenre hingelegt.

So gesehen hat der Film mit zwei bekannten Schauspielern, einem recht gefälligen Titelsong, sowie einem sehr gelungenen Vorgänger Einiges auf der Habenseite, dennoch legt er gekonnt eine Bruchlandung hin. Woran das liegt? Nun, da gäbe es einige Gründe.

Da wäre zunächst einmal die komplett haarsträubende Story, der man selbst nüchtern irgendwann nicht mehr folgen kann, dazu hat man zwar einige nette FX, aber die meisten Szenen wurden in derselben Straße gedreht und das Schloss der bösen Werewolf Bitch ist offensichtlich nur aufgemalt, und das Wenige, was der Film tatsächlich gut macht, wird so oft wiederholt, dass man von der sprichwörtlichen Kuh sprechen kann, die irgendwann Blut statt Milch gibt. Ob das jetzt der Titelsong ist, der wirklich zu jeder Gelegenheit gespielt wird, sowie Sybil Dannings Brüste. Die eine Szene, in der Danning blank zieht, wird sage und schreibe 17x wiederholt, 10x davon alleine im Abspann...wo welcher Song läuft, na, ahnt ihr es? :)

Nichts für Rasurliebhaber
Dennoch, Dank des Filmes weiß man nun, wie Werwölfe Liebe machen, dass Sybil Danning im Lederoutfit immer lecker ausschaut, Werwölfe generell gerne Leder tragen und auch mal gerne ein paar Orgien feiern - und dass man für die ganz bösen Werwölfe, die teils auch zaubern können, Titan statt Silber braucht – wieder was gelernt.

Tl;dr: Haarige Scheisse


Andreas: War in den ersten drei Filmen noch ordentlich Mitwirkung seitens der anwesenden Zuschauer spürbar, ließ die Interaktion bereits mit Howling II ordentlich nach, nachdem einige das Ende von Fireflash als Aufbruchssignal verstanden und die Runde ausdünnten.

Noch stiller wurd's mit

Supersonic Man


Den hatte ich dann quasi für mich allein. Zumindest solang bis ein selig vor sich hin schnarchender Khalil das Programm kurzfristig für beendet erklärte. Aber gut, versäumt hab ich da eh nicht viel.

Ein spanisch/italienischer Superheldenfilm mit miesen Effekten (der Modellhubschrauber!!!) , lächerlichen Kostümen und strunzdummen Dialogen ist zwar an sich jetzt nicht verkehrt, aber die späte Stunde nagte auch bereits an meiner Konstitution.

Höhepunkt des Films war aber ganz klar der Roboter, der sich in Zeitlupe fortbewegte, es aber trotzdem schaffte, innerhalb von Sekunden von einer Position zur nächsten zu springen. Oder fliegen. Oder beamen. So oder so: Hightech in Vollendung. Wer das sehen will - den Film gibt's ebenfalls komplett online zu sehen

Khalil: Schon während des letzten Films wurde es verdächtig ruhig in ein paar Ecken, was evtl. an diversen Jägermeistern gelegen haben könnte.

Jedenfalls brachen dann die letzten Gäste, außer meinen beiden Schlafgästen, langsam Richtung Heimat auf, und damit war der 5. Münchner Trashfilm Abend beendet – beinahe. Denn nahezu unter Ausschluss der anwesenden Personen, abgesehen von Andreas aka “the Last Man Standing“, der wohl sein persönliches Waterloo gut machen wollte und Supersonic Man noch so lange verfolgt hat, bis ich wohl in meinem Halbschlaf beschlossen habe, dass es jetzt reicht. ;D

Zu „Supersonic Man“ gäbe es Einiges zu sagen, vor allem, dass der es absolut verdient hätte, dass er zu einem früheren Zeitpunkt gelaufen wäre – deshalb spare ich mir tatsächlich hier meinen Senf und hebe ihn für den nächsten Trashfilmabend auf, wo der Streifen es vielleicht unter die Top 3 schaffen wird.

Nächster? Ja, denn der kommt sicher, nach wie vor, es ist ein Riesenspaß sowie ein großes Vergnügen für mich, Bekannte zu so einem Abend zu mir nach Hause einzuladen und für sie ein kleines, aber hoffentlich feines und unterhaltsames Filmprogramm zusammenzustellen.



Andreas: tl;dr: Schee war's beim Khalil. 

Zu Teil 1 geht's hier lang. 

Trashfilmabend of the Dead V5 (2015 Edition) - Teil 1

Khalil, bekannt aus dem Celluleute-Podcast, ruft und die Trashfilmjünger folgen. Bereits zum fünften Mal fanden sich Liebhaber der etwas anderen Filmkunst (die Filme sind nicht schlecht, nur besonders) in den heiligen Hallen ein, um sich von einem handverlesenen Filmprogramm den filmischen Horizont erweitern zu lassen. Wie auch die letzten Male, wird der Meister persönlich meine Kommentare um seine Sichtweise ergänzen.

Erneut gab es Obskuritäten und Filme, die eigentlich nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollten. Filme, die oft nur unter der Zuhilfenahme von alkoholischen Getränken ihren vollen Reiz entfalten und die sich jedem ernsthaften Bewertungssystem entziehen.

Das dreckige halbe Dutzend. 
Mit anderen Worten: die ideale Vorbereitung für das diesjährige B-Film-Basterds in Nürnberg. Wer im Mai Zeit hat und nicht am anderen Ende der Welt wohnt, sollte sich definitiv das Spektakel dort mal geben.

Zurück nach München. Begonnen haben wir nach der traditionellen Trailershow (die es diesmal für alle Besucher auf DVD als Gastgeschenk gab) mit …

Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill

Oder wie wir ihn spontan umbenannten: Django Nudo – Was machst du da mit den Pferden?


 Obwohl der verworrenen Handlung kaum jemand zu folgen vermochte, ist die eigentlich gar nicht so kompliziert. Im Endeffekt geht’s um eine Lehrerin (Spitzname Schneeflittchen), die in Porno Hill das Erbe ihres Vaters antreten will. Dabei wird sie vom geilen Cowboy Django unterstützt. Das hat sie auch bitter nötig. Alle Schurken von Porno Hill sind nämlich hinter der Karte zu einer geheimnisvollen Mine her und sind bereit, dafür über nackte Frauen zu gehen.

Noch sitzt das Mieder
Präsentiert wird das mit viel nackter Haut und einem Talent, diese mit möglichst wenig Erotik auf die Leinwand zu bringen. Sollte dann doch mal ganz kurz der Gedanke aufblitzen, dass es sich um eine hübsche Frau handelt, grätscht gleich mal die Synchro dazwischen, die versucht auf Quatschsynchro (Marke Bud Spencer und Co) zu machen, aber selbst dabei kläglich versagt.

Dass anzügliche Wörter sehr inkonsequent ausgepiepst werden und zu erotische (haha) Szenen schwarz (oder rot – darüber kann man sich streiten) überblendet werden, versetzt dem Film endgültig den filmischen Todesstoß. Da ist es dann auch schon egal, dass man, um auf Spielfilmlänge zu kommen, Szenen in komplett anderer Umgebung nachgedreht und unmotiviert in den Film geschnitten hat.

Oder anders gesagt: Großartiger Titel, großartiger Film.

Khalil: Als Opener habe ich mir Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Pornohill herausgesucht, eine Sexklamotte aus dem Jahr 1968. Nun, Sexfilmchen gibt es ja viele, und nicht wenige davon sind heute unfreiwillig komisch, aber Django Nudo dürfte unter allen Sexklamotten tatsächlich das Kronjuwel schlechthin sein.

"Meine Brüste sind hier unten!!!"
Woran das liegt? Nun, das hat zwei Gründe. Zum einen dürfte es kaum ein Machwerk geben, was so dilettantisch inszeniert wurde. Ob jetzt die obskuren Szenenwechsel (von Wüste zu Wiese und wieder zurück), einer wirklich haarsträubenden Ausstattung (die Pferdekutsche ohne Pferde, dafür aber mit Motorengeräusch), den Darstellern, bei denen ich mich schwertue, ihnen auch nur im Ansatz irgendwelche schauspielerische Fertigkeiten zu attestieren (erotische übrigens auch nicht) und einer Kameraführung, bei der es mich nicht wundert, dass als Kameramann ein „I.M. Blind“ in den Credits auftaucht, wirklich ALLES ist so grottig, dass man mehrmals das Gefühl bekommt, der Film ist aus diversen Schnittresten zusammengefügt, dass schon das ein Fest für jeden Trashfreund ist.

Aber was den Film groß macht, ist die wirklich unfassbar launige Synchro eines Berliner Studios – man kennt ja zum Teil das auch aus anderen Filmen und Serien, allen voran die Bud Spencer/Hill Filme sowie die Serie „Die Zwei“, wo durch eine neue Synchro quasi ein neues Werk entstanden ist, oft mit viel Humor, aber was DN macht, kann man schon beinahe als Sabotage des Synchronstudios sehen.

Beispiele gefällig? Nun, da wäre ein Erzähler am Anfang, der Einiges erklärt, wie dass bei heißen Szenen der Bildschirm schwarz wird und bei allzu derben Ausdrücken das Entsprechende mit einem Piepton überdeckt wird (wovon tatsächlich oft und meines Erachtens auch sehr sinnfrei Gebrauch gemacht wurde), dann natürlich die Dialoge, bei denen man nach 10 Minuten am Boden liegt und die tatsächlich auch den letzten Rest Erotik töten (mit was reibst du mich da ein? Salatöl? Nein, Rizinus!). Oder auch, dass man Dialoge komplett ignoriert und einfach eine Stimme aus dem off drübergelegt hat (selbstverständlich, ohne die englische Originalstimme auszublenden, wieso auch?) - ich kann mir jedenfalls sehr bildhaft die vielen Bahnhofskinobesucher vorstellen, die zu dem Streifen ein wenig die Handmaschine rattern lassen wollten, aber vermutlich mit einem „WTF???“ letzten Endes verzweifelt im Kino gehockt sind.

Ach, ne Story gabs auch, aber mal ehrlich, interessiert die denn tatsächlich? :D

Jedenfalls, alleine die Synchro hebt den Film auf eine neue Metaebene, schwer zu beschreiben, man muss das Ding echt anschauen, am besten in geselliger Runde, und IMHO war das ein perfekter Opener für den Abend – und erfreut sich nicht ohne Grund als einer der Klassiker schlechthin in der Trashfilmgemeinde.

Tl;dr: geile Scheiße


Andreas: Mit Django Nudo hat der Meister stark vorgelegt und in der Runde wurden besorgte Stimmen laut, ob man das noch toppen kann. Man kann. Und zwar mit...

Mad Foxes

Was die Begleitumstände zum Film angeht, möchte ich gern auf den Wortvogel verweisen, der sich erst vor wenigen Wochen mit dem Film beschäftigt hat. 



Interessant, oder eher naheliegend, dass wir ganz ähnliche Gedanken hatten. Die in der Öffentlichkeit verschwundenen Hakenkreuze, das Filmstudio am Ende, der schmierige Hauptdarsteller und die zusammengeschnittenen (und sinnlosen) Tanzszenen sind Dinge, die sich uns ebenfalls aufgedrängt haben.

"Eine emotionale Achterbahn"
Handlungstechnisch geht’s um Nazibiker, die einen Schmierlappen verfolgen, weil er angeblich einen der ihren getötet hat. Wie und wo und warum und überhaupt wird nicht weiter erörtert. Nach und nach werden alle in seiner Nähe getötet und vergewaltigt, oder umgekehrt. Meistens steckt Schmierlappen das relativ easy weg, nur als seine Mutter getötet wird, gibt’s Emotionen. Oder was die Macher und Schmierlappen davon halten. Die halten aber auch nicht wirklich lang an.

Was das Budget des Films angeht, ist wohl ein Großteil in den Stingray versenkt worden, mit dem Schmierlappen die meiste Zeit herumfährt. Der immerhin ist schön anzusehen und den einen oder anderen ganz soliden, aber unpassenden, Goreeffekt gibt’s auch.

Einen gewissen eingeschränkten Unterhaltungswert, grad zum Ende hin, kann man dem Film aber nicht absprechen. Den Weg dorthin bestreiten aber nur besonders abgebrühte Zuschauer.

Khalil: Der 2. Film, Mad Foxes – Feuer auf Rädern, eine spanischschweizerische Gemeinschaftsproduktion gilt als echte Granate unter Trashfilmfans, auch hier gilt wieder „man muss es gesehen haben, sonst glaubt man es nicht“.

"Lass baumeln Kumpel"
Und es ranken sich um die Entstehung auch diverse Legenden, wie beispielsweise, dass es sich bei dem Film lediglich um ein Abschreibeprojekt des Schweizer Kino- und Produktionsmoguls Erwin C. Dietrich (der übrigens auch Django Nudo für den europäischen Markt eingekauft und vertrieben hat), um Geld aus diversen Quellen sauber zu waschen – und wenn man sich anschaut, wie unfassbar das Machwerk inszeniert wurde, halte ich das tatsächlich auch für glaubhaft.

Der Streifen ist vordergründig ein Revengestreifen, wer da jetzt allerdings an wem genau Rache übt, da verliert der geneigte Zuschauer irgendwann auch den Überblick, zu krude ist da der Handlungsverlauf.

Im Haus der Nazi-Domina
Dafür hat der Film aber eine Corvette. Und die ist schon einmal schick anzuschauen, auch wenn der Besitzer und Hauptprotagonist den Preis für einen der unsympathischsten Hauptdarsteller ever erhält. Und Biker. Nazibiker auf Dirtbikes, die je nach Drehort mal Hakenkreuzbinden mit und ohne Hakenkreuz getragen haben. Dann hätten wir da noch: Schwänze, geschändete Jungfrauen, tödliche Karatekämpfer, Explosionen, nackte Nazibiker (und Schwänze), buschige Nazidominas, der bestialische Soundtrack von Krokus, krude Goreszenen, einen Eunuchen (Der Satz „Niemand soll wissen, dass ich ein Eunuch bin“ sollte eigentlich in das Buch „Die 100 besten Filmzitate“) und dazu noch einen so unfassbar haarsträubenden Schluss, dass das WTF über dem Kopf danach einen ganzen Raum einnehmen könnte.

Ein jedenfalls unfassbares Machwerk was in der Liga eines „Macho Man“ spielen dürfte, absoluter Anschaubefehl meinerseits, am Besten, mit reichlich Bier und in geselliger Runde – denn dann offenbart der Film sein ganzes Potential.



Tl; dr: noch geilere Scheisse

Weiter geht's mit Teil 2

Montag, 14. April 2014

Trashfilmabend of the Dead Reloaded Part 2


Andreas: Waren die beiden vorangegangenen Filme noch irgendwie auf eine schlechte Art und Weise konventionell, entzieht sich Forbidden Zone jedweder Konvention komplett.



Der Film ist von Richard Elfman, bekannter ist wahrscheinlich sein Bruder Danny Elfman. Trotzdem scheint auch Richard Musik zu lieben. Oder zu hassen.


(Danny Elfman als Satan)

Auf jeden Fall hat er mit Forbidden Zone ein abgedrehtes Musical produziert, das sich an so was ähnlichem wie einer Handlung entlang hangelt, Charaktere grundsätzlich als Parodie ihrer selbst präsentiert und dem Zuschauer einiges abverlangt. Sinnlose Szenen werden aneinander gereiht, hirnlose Dialoge abgespult und die Songs überzeugen mal mehr, mal weniger. Alles in einer abgedrehten frühen MTV-Ästhetik, bei denen einzelne Ausschnitte nur einen unvollständigen Blick auf das Gesamtwerk erlauben.



Dadurch sind die Ausschnitte jetzt daheim auf Youtube nicht ganz so grausam, wie dieses Machwerk in voller Länge. Khalil wird sicher gern bestätigen, dass ich den ganzen Film über mit einem großen WTF im Gesicht dem Geschehen versucht habe zu folgen und mehr als einmal den Tränen nahe war. Aber weder Bitten noch Flehen konnten das Herz Khalils erweichen und ich blieb mit meinen Fragen allein.

WAS WILL MIR DIESER FILM SAGEN????
WARUM SINGEN DIE DIE GANZE ZEIT????
WARUM MACHEN DIE DAS???

Meiner vom Alkohol geschwängerten Meinung, dass dieser Film die Grauen des Holocausts in 73 Minuten Film quetscht, ist im nachhinein sicher etwas geschmacklos, drückt aber meine Gefühlslage während des Schauens ganz gut aus.

Irgendwie Rocky Horror Picture Show in pervers und abgedreht.

Funfact: Der Film wurde nachcoloriert.

Eyecandy: Die Blonde mit den nackten Titten Die blonde Charakterdarstellerin

Khalil: Mit dem nächsten Streifen habe ich es meinem Publikum wirklich nicht leicht gemacht, denn Forbidden Zone von Richard Elfman hält sich an keine gängigen Filmregeln und Konventionen, sondern ist wie Andreas schon erkannt hat, der kleine fiese Bruder der Rocky Horror Picture Show, gegen den diese äußerst zahm wirkt.

Zur Handlung - durch eine Tür gerät Frenchy in die Forbidden Zone, eine Paralleldimension, in der sie allerlei seltsamer Leute trifft, die seltsame Dinge machen und seltsame Lieder singen.

Den Film als reinen Trash abzutun ist eigentlich nicht richtig, in den USA genießt der Streifen beinahe größeren Kultstatus als Rocky Horror, nur in unseren Breitengraden ist das Ding wirklich nur eingefleischten Cineasten ein Begriff.

Aber tatsächlich sitzt man, wenn man das Ding das erste Mal sieht, einfach fassungslos vor dem Fernseher - das mag an den vollkommen durchen Figuren liegen, an den zum Teil haarsträubenden Gesangseinlagen, der Handlung, ach, einfach an allem - macht euch anhand des Trailers selbst ein Bild, oder noch besser, schaut euch das Ding komplett an, am besten unter dem Einfluss jeder Menge psychoaktiver Drogen. :)



Ob es wohl an dem Film oder der Uhrzeit lag, dass sich dann alle Gäste, bis auf Andreas, auf den Heimweg gemacht haben? :)

Khalil: Anyway, kommen wir zum letzten Streifen, der ein Herzenswunsch für Andreas war, der sich Endzeit aus Italien gewünscht hat, und genau das bot der letzte Streifen, zudem ist er eine seltene Mischung aus Endzeit und Tier-Horrorfilm.

Riffs 3 - Die Ratten von Manhattan, seines Zeichens von dem italienischen Z-Regisseur Bruno Mattei inszeniert, hat eigentlich mit der Riffs Serie, die ja durchaus Kultstatus genießt, herzlich wenig zu tun und wurde meines Wissens auch nur in Deutschland als Fortsetzung zu The Riffs verkauft. Im Grunde ist der Film nur ein Horrorflick schlechtester Sorte in einem Endzeitszenario.

Die Welt ist schon wieder in eine atomare Katastrophe marschiert, nur die Riffs haben diese, wie auch immer, überlebt. Auf der Suche nach Essbaren finden sie ein Laborkomplex, in dem wohl geforscht wurde, wie man die Katastrophe überleben kann und finden dort jede Menge essbarer Dinge, Wasser, ja und...Ratten. Jede Menge Ratten! Ratten, die ihnen schon bald zeigen, dass sie die wahren Herrscher nach der Katastrophe sind und nach und nach die Riffs dezimieren.

Selbst nach Maßstäben für Endzeitfilme aus Italien ist der Film wirklich scheiße pur, den schlechten Schauspielern gönnt man den Tod, die FX sind so unfassbar schlecht, dass selbst ein Ittenbach mit Black Past schon Besseres vorgelegt hat, ganz zu schweigen von den Rattensequenzen, bei denen es sich übrigens um weiße Ratten gehandelt hat, die man einfach mit schwarzer Farbe angesprüht hat. Auch sehr schön war es mit anzusehen, wie man "MILLIONEN VON RATTEN" umgesetzt hat, bei denen es sich meist um eine Handvoll gehandelt hat, die meistens sehr lustlos irgendwo rumsaßen.

Und der Schluss erst...spätestens da brüllt man vor unfreiwilliger Komik lauthals los. :)
Jedenfalls, es dürfte kaum einen schlechteren Regisseur als Herrn Mattei geben, das hat der Streifen eindrucksvoll bewiesen. :)



Andreas: Ja, e
s war schon spät, als exklusiv für mich noch zwei Trashgranaten abgefeuert wurden. Nach einem emotionalen Abschied von den übrigen Gästen gab's endlich den erhofften Italo-Endzeit-Trasher, die wir doch alle so lieben. Oder ich zumindest.

Mit Riffs 3 gab’s gleichzeitig auch einen Nachfolger zu einem Titel, den wir bereits in einer früheren Session schätzen gelernt haben. The Riffs als schlecht zu bezeichnen, würde dem Film nicht gerecht. Natürlich wirkt er aus heutiger Sicht unfreiwillig komisch, wird aber nicht umsonst als Kultstreifen geschätzt. Beim dritten Teil verhält es sich da etwas anders.

Die Riffs haben die Auslöschung der Menschheit überlebt. Wie sie das geschafft haben, bleibt ihr Geheimnis. So dämlich, wie die sich während des Films anstellen, kann das nur an einer fortgeschritten Strahlenimmunität liegen, ausgelöst durch das Vakuum in ihren Köpfen.

Ja, nun, trotz des Vakuums haben sie es geschafft, in ein Forschungslabor einzudringen, das irgendwie nach allem möglichen, aber nicht nach Forschungslabor ausschaut. Dort stoßen sie auf Kisten voller Vorräte, die gleich mal hemmungslos geplündert und verschwendet werden. Klar, warum auch sparsam damit umgehen?

Neben den Vorräten stoßen sie aber auch noch auf Leichen. Und Ratten. Könnte da ein Zusammenhang bestehen?

Dann geht's auch schon Schlag auf Schlag und nach und nach wird die Gang durch die umherstreifenden Rattenhorden, von denen man selten mehr als zehn auf einmal sieht, dahingerifft, äh... rafft.

Hier vereint sich wirklich das ganze Elend des italienischen Kinos der frühen Achtziger. Eine banale Handlung trifft auf eher weniger als mehr begabte Darsteller, billigste Kulissen, schlechte Dialoge und einen unfähigen Regisseur. Super!

Funfact: Im Abspann wird ein komplett anderer Filmtitel genannt

Eyecandy: Der Typ mit dem Vollbart

Wie Khalil weiter unten charmant andeutet, bin ich langsam in Morpheus Arme gesunken, weshalb ich zu Weltkatastrophe 1999 nichts mehr schreiben kann. Gut, die ersten fünf Minuten flackerten noch undeutlich an meinem Auge vorbei, bevor mich die Müdigkeit dahin gerifftrafft (wenn ich eins an dem Abend gelernt hab: einen schlechten Witz kann man durchaus zweimal bringen!) hat. Danach war aber Zapfenstreich und nur gelegentlich wurde ich von irgendwelchen Störgeräuschen kurz aus dem unruhigen Schlaf gerissen.



 
Khalil: Auch wenn der letzte Streifen quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit, dafür mit einer neuen Tonspur (Andreas‘ Schnarchen) lief, verdient der Streifen dennoch eine Erwähnung - denn Weltkatastrophe 1999 ist in der Tat ein sehr seltener Streifen, von dem es nicht einmal in Japan eine legale DVD Fassung gibt und meines Wissens, außer einem VHS Release hierzulande, bisher nur einmal im Fernsehen auf RTL Anfang der 90er gelaufen ist.

Dazu kommt noch, dass der Film für den deutschen Markt mal eben fast eine Stunde geschnitten wurde, erwischt hat es meines Wissens hauptsächlich Dialoge, aber auch Szenen wie den Mutantenkampf vom Ende – die es wiederum, aus welchem Grund auch immer, dann bei RTL in die ausgestrahlte Fassung geschafft hat.



Weltkatastrophe 1999 handelt davon, wie ein Wissenschaftler, nachdem er die Prophezeihungen des Nostradamus gelesen hat, auf den Trichter kommt, dass diese sich langsam erfüllen und sich das Ende der Welt nähert; überflüssig zu sagen, dass ihm zunächst einmal Niemand glauben schenken mag. Der Film an sich mischt die Handlung um den Wissenschaftler mit zum Teil dokumentarischen Szenen von Katastrophen, bzw. auch mit gestellten Katastrophen, immer passend zu den Centurien von Nostradamus.

Und was die Katastrophen betrifft, da greift das Studio Toho wirklich in die Vollen und bietet dem geneigten Zuschauer wirklich alles – Wetterphänomene, sterbende Fischschwärme, die ans Ufer getrieben werden, Erbschäden durch Giftstoffe, mutierte Riesenschnecken, Hungersnöte, Flugzeuge, die durch eine Explosion ein Loch in die Ozonschicht reißen,  Eingeborene, die durch Strahlung, Chemie und whatever zu Kannibalen mutiert sind, Biker, die einen Massensuizid hinlegen, und, und, und – bemerkenswert ist vor allem das Ende, welches zeigt, wie es letzten Endes zu einer atomaren Katastrophe kommt und die letzten Überlebenden, 2 deformierte Mutanten sich um einen Wurm(!)
prügeln:


Tja, so kann’s gehen. ;)

Für das Studio Toho, welches ja vor allem Bekanntheitsgrad mit den Godzillafilmen erlangt hat, ist der Streifen überraschend ernst, wenngleich auch Szenen aus bereits gedrehten Filmen verwendet wurden, das Studio selbst bekam wohl auch ziemlichen Ärger mit Angehörigen von Hiroshima Opfern, weswegen der Film auch nach wie vor in Japan im Giftschrank verschimmelt und das Studio auch meines Wissens sich nicht mehr daran gewagt hat, ernste Themen aufzugreifen.

Generell würde ich selbst den Film auch nicht als reinen Gute-Laune-Trash abtun – dafür ist Vieles, was der Film aufgreift, dann doch eine Spur zu ernst. Aber Dank der Nebenhandlung gibt es dann schon Einiges, was den Film trashtauglich macht – hier seien nochmals die Nebenhandlung um den Professor erwähnt, der beispielsweise im Dschungel von Neuguinea auf Eingeborene stößt, die zu Menschenfressern mutiert sind.

Und gerade in einigen der ernstgemeinten Szenen erreicht der Film echtes Trashniveau, der Suizid der Biker/Hippies sei da mal erwähnt wie auch der Endfight.

Fazit: Eine sehenswerte, und dazu noch sehr rare Perle, allerdings nur bedingt trashtauglich.

Zurück zu Teil 1. 

Trashfilmabend of the Dead Reloaded Part 1


Ein weiteres Mal lud Khalil Böller, bekannt aus dem Celluleute-Podcast, zum Trashfilmabend im kleinen Kreis und erneut griff er tief in sein Archiv, um den geladenen Gästen Filme weit abseits des Mainstreams zu präsentieren. Kleine Perlen und Filme, die besser nie das Licht der Welt erblickt hätten, wechseln sich ab und sind doch in ihrer Mischung homogen. Irgendwie. Allen Filmen gemein ist, dass sie zumindest in Deutschland keinem größeren Publikum bekannt sind. 

Wie schon beim letzten Mal wird auch dieses Mal Khalil Gastkommentare beisteuern, und so bei diversen Filmen eine etwas andere Sichtweise beisteuern. 

Khalil: Zur Filmauswahl - generell wollte ich dieses Mal das Setting nicht so SF-lastig machen, auch wenn das nach wie vor ein extrem weites Feld ist, mit welchem man mehr als einem Abend füllen könnte, weswegen ich das Programm ein wenig bunter gestaltet habe. 

Andreas: In der Tat war der letzte Abend etwas SF-lastig. Doof nur, dass ich an dem Abend mein persönliches Waterloo erlebt habe, weshalb es auch keinen Blogeintrag dazu gab. Immerhin hab ich daraus gelernt und diverse Maßnahmen daraus abgeleitet, die sich an dem Abend bewähren sollten. 

Mit Elan starteten wir in den Abend und der erste Film des Abends präsentierte dann auch gleich eine Ikone des deutschen Boxsports. Rene Weller, genannt der schöne Rene, versuchte Mitte der 80er Jahre sich im Filmbusiness ein zweites (drittes?) Standbein aufzubauen. Mit eher überschaubarem Erfolg. Trotzdem ist Macho Man eine kleine Perle und der ideale Eröffnungstitel für einen feuchtfröhlichen Abend. 


Die komplette Garde an Menschen, die so tun, als wären sie Schauspieler, rettet sich mehr schlecht als recht über die komplette Filmdauer, die mit mehreren Handlungssträngen eine Handlung vortäuscht, die so nur in den Köpfen des Drehbuchschreibers existiert haben kann.


Die Haupthandlung dreht sich wohl um Drogendealer, die mal hie, mal da, unmotiviert in die Handlung geschrieben wurden, die Nebenhandlung soll wohl den Charakteren irgendwie Profil geben, versagt dabei aber komplett. Sowohl der von Rene verkörperte Charakter, als auch der zweite Hauptdarsteller bleiben bis zum Schluss so blass wie ein Stück weißes Papier und überzeugen nur durch wahlweise ihre unglaublich haltbare Föhnwelle, oder ihre extrem plumpen Anmachsprüche.

Dazu passt es dann ja, dass rund 50 % der Filmzeit dafür draufgehen, dass man den Darstellern beim Training zuschauen darf, oder Showkämpfe in einer Nürnberger Disco vor 20 Leuten, mit einer Soundkulisse von einem Weltmeisterschaftskampf unterlegt. 

Funfact: Der Film wurde am Ende komplett nachsynchronisiert. 

Eyecandy: Bea Fiedler, aber eher aufgrund ihrer 80er-Jahre Taft-Overkill-Frisuren. 

Fazit: Grandioser Auftakt für einen Abend der Superlative. 

Khalil: Gestartet wurde mit einem echten Klassiker des deutschen Actionfilms, der aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen nie so bekannt wurde, wie andere Produktionen um die Zeit - die Rede ist von Macho Man mit Rene Weller! Der Rene Weller? Das boxende Großmaul, der wegen Drogenhandels im Knast saß, seine Frau regelmäßig geschlagen hat und der in Talkshows sich für keine Scheiße zu schade war? Ja, genau der.

Der hatte sein Filmdebüt 1985 in diesem, in Nürnberg gedrehten Actionfilm. Zur Story - Rene, äh, Dany, kommt einem Mädel, welches von bösen Drogenhändlern unter Drogen gesetzt werden soll, zur Hilfe. Kurze Zeit später vereitelt er mit einem anderen Typ, seines Zeichens Karatemeister, einen Banküberfall. Dummerweise sind dann der Karatemeister und Weller beide scharf auf das gleiche Mädel. Und dann...ach, lassen wir das, denn eine Story ist eigentlich nur sehr lose vorhanden, weswegen der Regisseur auch weite Teile des Films Trainings- und Kampfsequenzen von Weller und dem Karateheini verwurstet hat. Dazwischen ab und an Bea Fiedler, bekannt aus Eis am Stiel, die beiden Jungs schöne Augen macht (zumindest, das was sie dafür hält), ach ja, und eine Breakdanceeinlage gibt es auch noch.

Der Film glänzt nicht nur mit Schauspielern, die irgendwie wirken, als ob es sich um Menschen handelt, bei denen jahrelange Inzucht gepflegt worden ist (hier sei der Sidekick des Karateheinis, speziell sein blendendes Lächeln, besonders erwähnt, ebenso, dass der Film komplett synchronisiert wurde, weil wohl weder Weller noch der Karateschauspieler so sprechen konnten, dass Leute außerhalb von Franken oder Baden die Beiden verstanden haben). Nein, auch die Dialoge, die direkt aus der Hölle zu kommen scheinen, sowie Frisuren und Klamotten, für die man sich selbst in den 80ern geschämt hat tragen zum unglaublichen Charme des Films bei. Dazu noch das Filmsetting an sich, das durch abwechslungsreiche Drehorte und Setausstattung hervorsticht.

Sehr geil ist beispielsweise die Disco, die ca. 70% der Drehorte ausgemacht haben dürfte, denn sie war nicht nur eine Disco, nein, auch die Boxkämpfe wurden in ihr gedreht. Gut, man hat meistens nur immer nur die gleichen 4-5 Zuschauer gesehen, aber dafür wurde ein Tonband eingespielt mit einer Geräuschkulisse, als ob die Jungs im Madisons Square Garden  boxen würden. Sehr schön. :)

Ach, und vergessen wir mal nicht die Dealerwohnung, die so richtig runtergekommen wirkte. Dank einem Totenkopf und Sexpistols Schriftzug auf der Blümchentapete wurde schnell klar gemacht, wer hier die Bösen sind. Sowie die grandiosen selbstgemalten Plakate Marke "Hauptschule, 4. Klasse, die auf den Kampf zwischen dem Boxer und dem Karatehoschi hingewiesen haben („Nur ganz faires Kräftemessen, weisstu?“) - der erst zum Filmklimax hochstilisiert, dann übrigens abgebrochen wurde, schließlich mussten die beiden Jungs ja noch die Dealer hochnehmen (Da war doch was!).

Fazit: Grandioser Trashstreifen, der so ziemlich alles falsch macht, aber genau deswegen der perfekte Opener war und den Beweis abgeliefert hat, dass man nicht immer nach Italien schauen muss, um richtige Scheiße zu finden.

In der Ursprungsfassung waren übrigens noch eine Sexszene mit der Fiedler und Weller drin. Weller hat es aber per Unterlassungsklage geschafft, dass diese rausgeschmissen werden mussten - egal, dennoch (oder gerade deswegen) sehenswert!

Jedenfalls, ich hatte das Gefühl, dass der Film ein ziemlicher Treffer bei den anwesenen Herren war, so dass es mit dem zweiten Film weitergehen konnte, mit dem es dann, „hell yeah!“, in die Zukunft ging.

Andreas: In der Tat war nicht nur ich von dem Film begeistert. Der ideale Opener, der aber vom nächsten Film locker getoppt wurde. Leider hab ich dafür nicht mal einen Trailer auf Youtube gefunden. Der Titel "She" ist aber auch extrem undankbar für eine Suche. Der deutsche Zusatz "...eine verrückte Reise in die Zukunft" gibt aber schon mal einen Indiz, wohin die Reise geht. 

In einer Art Endzeit zieht eine kleine Gruppe bestehend aus dem blonden Hünen Tom, Dick und Tom's Schwester durch die von Atombomben zerstörte Rest-Zivilisation. Naja, auf jeden Fall wird die Ische von den bösen Norks entführt. Dass sie böse sind, wird durch die Hakenkreuze auch mehr als deutlich gemacht. 

Danach werden sie irgendwie von der männermordenden Göttin (?) "She" gefangen genommen, können fliehen, entführen die Göttin (warum?), durchqueren mehrere Königreiche mit abgefahrenen Endzeitvölkern (Vampire, religiöser Kult, verrückter Professor, Pockenkolonie…) und bedienen sich aller möglichen Requisiten, die wahrscheinlich grad irgendwo so rumstanden. 

Am Ende ist die männermordende Göttin She plötzlich ganz handzahm und alles ist im Butterkuchen. Soweit, so belanglos. 

Was den Film aber zu einem idealen Trashfilmabendkandidaten macht ist die Synchro.
Der deutsche Verleih wusste offensichtlich mit dem Ausgangsmaterial nicht viel anzufangen, und verpasste dem Ding eine launige Quatsch-Synchro, die so doof ist, dass sie schon wieder gut wird. Beispiel: 

„Gibt’s die Löcher auch einzeln?“
„Nein, nur mit Käse!“
„Hm, ich mag keinen Käse!“.

Dem Film auf wenig Platz gerecht zu werden ist demnach schwer, weil die belanglose Handlung durch die Quatsch-Synchro wirklich aufgewertet wird. Noch schwerer ist das, was man da gesehen hat, irgendwie in Worte zu fassen. Der rote Faden, an dem sich der Film entlang hangelt, ist dünn, die Schauspieler erinnern an Komparsen aus drittklassigen italienischen Sandalenfilmen. Die Kostüme teilweise auch. Am Ende ist das aber eh alles egal, weil man vor lauter Lachen und an den Kopf greifen ohnehin nicht mehr auf die Handlung achtet. 

Funfact: Der Film nimmt sich im Original wohl bierernst. 

Eyecandy: Sandahl Bergmann. Also irgendwie. Wenn sie Ketten liegend ausgepeitscht wird, ist das ein Rückschlag für die Emanzipation, aber zumindest hält sie dabei die Klappe. Ein echter Gewinn für den Film. 

Khalil: SHE...eine verrückte Reise in die Zukunft ist in der Tat ein sehr seltener Film, der es bis dato nur in England und Italien auf DVD geschafft hat, ab und an aber bei MGM HD ausgestrahlt wird – immerhin. Von meiner alten VHS Verleih-Kassette habe ich mir dank modernster Technik den Streifen auf den Computer gezogen, so dass wir für den Filmgenuss nicht auf VHS-Technik angewiesen waren. 

Immerhin ist She keine komplette italienische Produktion, sondern auch die USA hingen mit drin, wenngleich der Film erst drei Jahre später nach Erscheinen in den USA lief. Wo, das weiß kein Mensch.

Der Film greift die Story von "She...Herrscherin einer versunkenen Welt" auf, eigentlich ein Klassiker u.a. aus den Hammerstudios und verfrachtet die Storyline in eine postapokalyptische Zukunft.

Zur Story - die Welt ist mal wieder untergegangen, Menschen leben in Stämmen zusammen. Der blonde Hüne Tom mit seinem Sidekick und seiner Schwester leben vom Handel, bis ihre heile Welt zusammenbricht, als die Schwester von den bösen Norks (erkennbar am fiesen Roadpunkoutfit, stilecht mit jeder Menge Hakenkreuzen auf den Klamotten) entführt wird. Tom und sein Sidekick geraten dann noch in die Hände der Göttin SHE, gespielt vom Playmate Sandrahl Bergman, auch bekannt aus Conan der Barbar, die sich aber dann mit den Jungs zusammentut, und sich aufmacht, mit ihnen in Richtung böser Norks zu marschieren.

Was dann folgt ist Filmkunst nach dem Motto "mehr ist mehr", denn neben den obligatorischen Roadpunks, bietet der Film so ziemlich jede Kreatur der letzten 50 Filmjahre auf - Amazonen, Ritter, bandagierte Leprakranke mit Stihlkettensägen, Werwöfe oder Vampire, Mad Scientists, einem fetten Typ im Balletttütü und Gasmaske, Axt schwingende Kultisten, die einen Mutanten mit dem Namen Godan anbeten (der als Symbol Hammer und Sichel auf seinen Flaggen trägt) bis hin zu einem Typ, der, ach, das lassen wir mal. :)

Erwähnenswert sei noch der Endkampf, in dem die drei es mit jeder Mange cleverer Fallen mit der ganzen Armee der Norks aufnehmen - sowas hat man noch nicht gesehen!!!

Jedenfalls, das deutsche Synchronstudio scheint erkannt zu haben, dass es sich um Grütze feinster Art handelt, weswegen man dem Machwerk eine sehr launige Synchro Marke "Die Zwei" verpasst hat, was den Film, der tatsächlich ernst gemeint war, ein wenig klamaukig und dadurch erträglicher wirken lässt. Und auch die Schauspieler, gerade die Bergman scheint, egal was gerade passiert, wirklich nur einen(!) Gesichtsausdruck zu kennen, spätestens nach dem Streifen ziehe ich meinen Hut vor der schauspielerischen Leistung, die Bea Fiedler bei Macho Man abgeliefert hat.

Trailer gibts keinen, allerdings gibt es den Film komplett auf YT (leider nur in Englisch), dennoch ein kleiner Ausschnitt: