Donnerstag, 13. Januar 2011

Kapitel 13

Heute zwei Kapitel. Und warum? Weil ich es kann!
Kapitel 13
Paul hatte heute mit einer Kollegin, Susanne Gabler, Dienst am Hauptbahnhof und bereits zweimal hatte der Hund angeschlagen. Die Schlagzahl erhöhte sich langsam und es war immer das gleiche Prozedere. Die Leute wurden von Kollegen nach draußen geführt und in dafür bereitstehende Transportfahrzeuge eingeladen. Von dort wurden sie in Behandlungszentren außerhalb Münchens transportiert. Die meisten Leute hatten verständlicherweise kein Verständnis dafür, wie mit ihnen umgegangen wurde und machten ihrem Ärger lautstark Luft, pochten auf ihre Grundrechte und bezeichneten die Beamten abwechselnd als Stasi, Gestapo oder SS.
Eine für beide Seiten beschissene Situation, wie Paul fand. Nicht zuletzt für die Polizisten, die unbescholtene Bürger quasi verhaften mussten und ihren Beschimpfungen ausgesetzt waren. Als Polizist steht man da eigentlich drüber, nur hinterließ der Einsatz das bittere Gefühl, dass die Leute mit ihren Anschuldigungen nicht ganz unrecht hatten. Das Vorgehen der Polizei wies tatsächlich nur noch wenig rechtsstaatliche Züge auf.  Natürlich geschah dies im Interesse des Gemeinwohls, aber ohne das Wissen der Betroffenen. Paul fand nicht nur aus dem Grund die ganze Situation ziemlich beschissen.
Als auf Gleis 25 der Regionalexpress einfuhr, geriet die Situation vollends außer Kontrolle. Zuerst erschien nichts außergewöhnlich, bis ein Fahrgast laut schreiend aus einem der Abteile stürzte. Paul zögerte keine Sekunde und  riss das Funkgerät aus der Tasche und brüllte „Wir brauchen Unterstützung, Gleis 25, ich glaube, wir haben einen Ernstfall!“ ins Funkgerät. Dort kam kurz darauf zur Bestätigung „Hier Zentrale, verstanden, schicken Verstärkung. Eigenes Vorgehen abwägen“ aus dem kleinen Lautsprecher. Von den benachbarten Gleisen näherten sich bereits Kollegen.
Paul und seine Kollegin Susanne warteten nicht ab, sondern bahnten sich einen Weg durch die Menge und erblickten das Grauen, das sich im Abteil des Zuges abspielte. Die Türen des Abteils waren noch verschlossen – darin ein Blutbad. Reisende blieben stehen, wurden ohnmächtig, andere liefen schreiend davon. Die Situation war vollständig außer Kontrolle geraten. Es war nicht nötig, die Leute aufzufordern fernzubleiben, trotzdem schrie Paul den Leuten zu, weiterzugehen, sich vom Wagen zu entfernen oder den ohnmächtigen Personen gegebenenfalls zu helfen.
Die ersten Kollegen kamen zur Unterstützung heran und zogen die Leute vom Bahnsteig weg. Paul entschied sich, das Abteil zu betreten. Sofern da drin noch jemand am Leben war, musste er eingreifen. Paul griff nach seiner Dienstwaffe, entsicherte die MP,  wies seine Kollegin an, ihn zu decken und öffnete vorsichtig die Tür des Abteils.
Mit der MP im Anschlag betrat er das Zwischenabteil und sah durch das Fenster der Schiebetür. Drinnen bot sich ein Bild des Schreckens. Zwei der Infizierten nährten sich gerade an den Mitreisenden, eine junge Frau versuchte sich wankend aus einer Sitzgruppe zu erheben und die Überreste eines Kleinkinds oder Babys lagen auf einem der Plätze. Paul zählte drei weitere Leichen, während er die Tür zum Abteil aufschob, einen Schritt hineintrat und damit die Aufmerksamkeit der Infizierten auf sich zog.
„Verdammte Scheiße“ flüsterte Paul, als die junge Frau auf ihn zuwankte. Seine Kollegin seufzte hörbar und Paul registrierte, dass sie ebenfalls ihre Dienstwaffe schussbereit in den Händen hielt. Die junge Frau starrte Paul durch ihr verbliebenes Auge stumpf an, während sie weiter auf ihn zuwankte. Paul blieb keine andere Möglichkeit, er riss seine MP hoch und gab einen gezielten Feuerstoß ab. Eine der Kugeln traf sauber in die Stirn und ließ die Frau nach hinten kippen. Dort blieb sie liegen, während sich eine Blutlache unter ihrem Kopf ausbreitete.
Noch während Paul die Szenerie mit Abscheu betrachtete, kam bereits die nächste Kreatur auf ihn zu. Eine ältere Dame mit blutverschmiertem Mund und scheinbar Resten von Fleisch im Maul wankte über die tote Frau hinweg und stieß dabei ein dumpfes Grollen oder Stöhnen aus. Wieder gab Paul einen Feuerstoß ab und verriss die Waffe. Der Feuerstoß traf, verfehlte aber das Gehirn. Ungehindert wankte die Frau weiter, bis ein zweiter Feuerstoß ihr Gehirn traf und ihr untotes Leben beendete.
Gerade als Paul einen weiteren Untoten ins Visier nehmen wollte, bemerkte er neben sich eine Bewegung. Die Frau, die noch vor 15 Minuten um das Leben ihres Babys kämpfte, erhob sich, um als seelenlose Kreatur nun ihrerseits Jagd auf frisches Menschenfleisch zu machen und den Virus weiterzugeben. Noch bevor es Paul schaffte seine MP herumzureißen, stürzte sich die ehemalige Mutter auf den Polizisten und begrub ihn unter sich.
Pauls Kollegin stand hinter ihm, versuchte die Situation zu erfassen und entsprechend zu reagieren. Eine weitere Kreatur hatte von ihrem Opfer abgelassen und wankte auf die Polizisten zu, während Paul noch versuchte, die Frau abzuwehren. Mit einer Hand unter dem Kinn drückte er ihren Kopf von sich weg, während er mit der anderen Hand versuchte, die Frau von sich herunter zu drücken. Susanne sah erst mal keine Möglichkeit, der Frau in den Kopf zu schießen, ohne Paul dabei zu gefährden, also holte sie mit ihrem Stiefel aus, trat der Frau gegen den Kopf und schoss, nachdem sie ihren Partner außer Gefahr wusste, auf den heran torkelnden Zombie.

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