Donnerstag, 20. Januar 2011

Kapitel 20

Im zweiten Kapitel mit Blick ins Ausland nehm ich mir die USA vor, sowie die Auswirkungen des Truppenrückzugs.

Auch hier mag man mir mangelndes Detailwissen verzeihen.

Den ergänzenden Bluttest fand ich ganz gut, vor allem für den weiteren Verlauf der Geschichte. Er erschien mir auch halbwegs logisch, dass sich so ein aggressiver Virus leicht nachweisen lassen muss.


Kapitel 20

Ausgehend von chinesischen Vierteln und weiten, unbewohnten Landstrichen, verbreitete sich die Infektion in den USA überproportional schnell. In New York ging man dazu über, die Stadt in Bereiche einzuteilen, die nur nach Kontrolle überschritten werden durften. Der innerstädtische Verkehr kam dadurch fast komplett zum erliegen. Die Grundversorgung wurde durch die Armee sichergestellt. Besonders stark betroffene Viertel wurden quasi aufgegeben und die Bewohner aufgefordert, die Viertel zu verlassen. In großen Auffanglagern wurden die Flüchtlinge gesammelt und bereits bei der Ankunft auf eine eventuelle Infektion untersucht.

Amerikanischen Forschern war es mittlerweile gelungen, einen Bluttest zu entwerfen, der den Virus bereits in einem frühen Stadium der Infektion feststellen konnte. Entsprechende Tests wurden bereits produziert, standen aber nur in geringer Stückzahl zur Verfügung. Weiterhin wurden natürlich Hunde eingesetzt, die die Infektion aber erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkennen konnten. Alles in allem waren die Maßnahmen für die erste Welle an Internierungen ausreichend. Im Gegensatz zu Russland kam es zu keinen Tragödien in den Lagern.

In seiner Rede zur Lage der Nation beschwor Barack Obama die Grundwerte der USA, erklärte aber gleichzeitig, warum man diese vorübergehend aussetzen müsse. Wie auch in anderen demokratischen Ländern wurden Gesetze verabschiedet, die der Exekutive erweiterte Rechte zusicherten und die Armee zum Teil der Exekutive unterordneten.

Aufgrund der riesigen Landmasse wurden diverse Worst Case-Szenarien entworfen, auch wegen der Unberechenbarkeit der südlichen Nachbarn. Momentan gelang es noch, die südliche Grenze abzuschirmen, doch hing stets die Gefahr in der Luft, dass Mexiko in sich zusammenbricht und unkontrollierbare Flüchtlingsströme sich über Nordamerika verbreiten würden. Momentan sah es für die südlichen Nachbarn nicht gut aus. Vielerorts wurde bereits aufgegeben, das Militär zog sich in die Zentren zurück und versucht dort, die Ordnung soweit möglich, aufrechtzuerhalten.

Neben Großstädten waren in den USA auch die weiten Landstriche der Great Plains nur schwer zu kontrollieren. Allein stehende Farmen oder kleinere Städte wurden oftmals Opfer von umherstreifenden Untoten. Auch eine Überwachung mittels Drohnen blieb aufgrund der Vegetation nur halbwegs erfolgreich. Aufklärungsflüge mit Wärmebildkameras waren komplett erfolglos. Die Temperatur der Untoten entspricht der Umgebungstemperatur.

Dazu kamen Probleme im sogenannten Bible Belt. Prediger bezeichneten dort die Seuche als Strafe Gottes und die Infizierten wurden mit Besessenen gleichgesetzt. Prediger versuchten in groß angelegten Veranstaltungen Austreibungen vorzunehmen und nicht wenige dieser Veranstaltungen endeten mit einem Fiasko, bei dem Prediger, Helfer und auch Publikum direkt zu Schaden kamen. Austreibungen wurden als Folge darauf offiziell verboten, Zuwiderhandlungen wurden mit Gefängnis bestraft. Noch lange hielten aber einzelne Personen daran fest, und sperrten ihre infizierten Verwandten in Keller und Scheunen.

Zur Sicherung des Landes wurden Truppenteile aus allen Krisenherden abgezogen, was vielerorts ein Machtvakuum hinterließ. Durch den unangekündigten Rückzug hatten die bisher von den Nato-Truppen unterstützten Staaten kaum Zeit, Polizei- und Armee auf den bevorstehenden Einsatz vorzubereiten. Vielerorts brachen Kämpfe mit örtlichen Milizen und Landesfürsten aus. Die ersten Untoten fanden reiche Beute und wenig Widerstand.

Afghanistan zerfiel innerhalb von Wochen. Das dezimierte Militär versuchte Schlüsselstellen zu halten, wurde jedoch immer häufiger von Warlords und Untoten zurückgetrieben. Neben Verlusten im Kampf kam es häufiger zu Desertationen. Die Männer nahmen ihre Ausrüstung und gingen nach Hause, um ihre Familien zu beschützen. Die wenigsten Warlords konnten die Bedrohung durch die Untoten korrekt einschätzen und wurden von den Zombiehorden förmlich überrannt.

Afghanistans Regierungschef, Präsident Hamid Karzai, flehte die internationale Gemeinschaft vor einer US-Versammlung in einer ergreifenden Rede um Hilfe an. Hilfe, die keiner der Staaten gewähren konnte. Karzai konnte nur zusehen, wie sein Land zerfiel und von untoten Horden bevölkert wurde. Einzig der östliche Teil um Kabul konnte gehalten werden.

Pakistan und der Iran drängten auf einen Einsatz von Atomwaffen, die Vereinten Nationen lehnten dies ab, da die Souveränität eines Landes nicht angetastet werden dürfe. Der Iran kündigte daraufhin an, auch ohne Genehmigung der UN zur Sicherung der eigenen Grenzen, den Einsatz von Atomwaffen zu erwägen, sofern die Situation an der Grenze nicht mehr zu bewältigen sei. Flüchtlingsströme aus Afghanistan brachten Not, Elend und die Infektion in die Nachbarstaaten.

Die Behörden beider Länder waren überfordert. An vielen Grenzübergängen kam es zu Gewaltakten gegen die Flüchtlinge. Der traurige Tiefpunkt wurde erreicht, als das iranische Militär das Feuer auf einen Flüchtlingskonvoi von etwa 1000 Flüchtlingen eröffnen ließ. Panzer, Flugzeuge und Infanterie töten die unbewaffneten Zivilisten. Die Schreie von verletzten hielten für Stunden an, bis auch diese von wiedererwachten Infizierten langsam auf die andere Seite gezogen wurden.

Das iranische Regime rechtfertigte diesen Akt der Barbarei mit dem Recht auf Eigenschutz und eigene Souveränität, sowie angeblich dem Unwillen der Flüchtlinge, bis Ablauf der Quarantänezeit in einem provisorischen Lager zu warten. Das Vorgehen wurde verbal verurteilt, Konsequenzen erwuchsen dem Regime daraus allerdings keine mehr. Dafür war die internationale Staatengemeinschaft zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.

Auch die anderen Anrainerstaaten hatten Probleme, der Flüchtlingsströme Herr zu werden. Viele verteilten die Flüchtlinge auf Läger, um sie dort sich selbst zu überlassen. Die angespannte innere Lage ließ es in der Regel nicht zu, Wachpersonal für die Läger abzustellen, auftretende Infektionen frühzeitig zu bekämpfen, oder Abfälle zu entsorgen. Läger, die nicht von Zombies im wahrsten Sinne des Wortes zerfressen wurden, fielen meist anderen Seuchen zum Opfer und Unterernährung kam in vielen Fällen noch erschwerend hinzu. Das alles war aber erst der Anfang.

Kommentare:

  1. Hey Popesick,

    nette Story bisher. Streckenweise hatte ich quasi schon den Film vor Augen, andere Teile fand ich nicht ganz so stark. Die erklärenden Zwischenkapitel sind zu erklärend (imho), da fände ich besser so Pressemeldungen aneinander zu reihen. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Du hin und wieder zwischen den Zeiten schwankst.

    Ansonsten: Weiter so!

    Grüße,
    Ano

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  2. Hallo Ano,

    erstmal danke. Ja, manche Kapitel würd ich jetzt im nachhinein anders schreiben, aber das hängt halt auch stark von der Tagesform ab. Wenn man nur mit wenig Vorlauf arbeitet, fehlt so a bisserl die Zeit nochmal alles zu reflektieren.

    Ich hab leider auch den Fehler gemacht und mir vorab kein Grundgerüst erstellt. Das rächt sich momentan a bisserl und erweckt evtl. den Eindruck mit den Zeitschwankungen.

    Die erklärenden Zwischenkapitel... ja... das ist so ein Thema. Auf der einen Seite haben wir fiktiv die strikte Pressezensur und natürlich haben Länder wenig Interesse, dass andere Länder erfahren, dass sie ihr Land nicht mehr im Griff haben.

    Auf der anderen Seite gefällt mir das an Filmen oder Büchern, wenn der globale Zusammenhang dargestellt wird. Das hat mir an World War Z z. B. sehr gut gefallen, oder ich glaub im Bonusmaterial von Dawn of the Dead (Remake) waren auch noch ein paar ergänzende Szenen.

    Mir ist da natürlich auch das Risiko bewusst, dass ich mit sowas ganz schnell, ganz groß danebenliegen kann. Dazu kommt, dass dazu auch teilweise Recherche notwendig ist. Auf der anderen Seite haben die globalen Ereignisse in nächster Zeit einen direkten Einfluss auf die Story. Hab ich zumindest geplant.

    Viele Grüße
    Anderas

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  3. Na, die Erklärungen sind auch ohne die Pressemeldungen gut ;)

    Und Du hast übrigens jederzeit das Recht, ein Kapitel zu überarbeiten, wenn es Dir nicht gefällt oder im vielleicht Gegensatz zu einem anderen etwas schwach rüberkommt.

    Die Zeitschwankungen kann ich jetzt auch nicht beweisen, Paul ist in der Vergangenheit, Ich in der Gegenwart, aber ich glaube das ein oder andere mal ist das Ich auch in der Vergangenheit. Das kann aber auch nur der Wechsel zwischen den beiden sein, dazu müsste ich mir das ganze nochmal aufmerksam durchlesen, wozu es heute definitiv zu spät ist.

    Ich weiss wie viel arbeit hinter so einem Text steht, daher: Hut ab. Und weitermachen, ich will wissen wie es weitergeht.

    Gruss,
    Ano

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  4. Wenn ich mal die Zeit und Muse dafür finde, schau ich mir ein paar Kapitel evtl. nochmal an. Momentan leg ich den Fokus darauf, mindestens jeden Tag ein neues Kapitel zu veröffentlichen.

    Hmja, der Wechseln von Paul zur Ich-Form und damit auch der Zeit. Ich hab die zwei Zeitstränge ja eigentlich bisher nur in einem Kapitel miteinander kollidieren lassen und halt mich sonst mit Zeitangaben zurück. Fehlendes Gerüst und so.

    Ich glaub, ich muss das mal nachholen und das alles in eine Zeitschiene packen.

    Ab morgen gibt's übrigens drei längere Kapitel. Die hab ich quasi in einem Rutsch geschrieben und in der Einleitung hab ich auch schon das Zeitproblem stehen. Lass dich überraschen. :)

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