Freitag, 28. Januar 2011

Kapitel 28

Kapitel 28

Mit dem Fall der Mongolei hatte sich die Armee der Untoten um drei Millionen neue Rekruten erhöht. Nur wenigen Flüchtlingen gelang die Flucht aus dem weitläufigen Gebiet der Mongolei und noch weniger wurden von den Anrainerstaaten Russland und China aufgenommen. Die Sowjetunion verweigerte grundsätzlich und mit der Androhung von Waffengewalt die Einreise. Wer der Aufforderung nicht Folge leistete, wurde standrechtlich erschossen.

China war immer noch darum bemüht, die Seuche auf den Osten des Landes zu begrenzen. Anstrengungen, die durch den Fall der Mongolei nicht erleichtert wurden. Unklar war auch immer noch die Situation in Nordkorea, bis ein amerikanisches Spionageflugzeug die Bestätigung erbrachte, dass auch die nordkoreanische Volksarmee in Kämpfe mit den Untoten verwickelt war. Nichtsdestotrotz erschien ihre Präsenz an der Grenze zu Südkorea unverändert, was eine generelle Mobilmachung der Streitkräfte nahelegte.

Während in den westlichen Ländern die Seuche dank des entwickelten Schnelltests und regelmäßigen Zwangstests wieder in den Griff bekommen wurde, verbreitete sich die Seuche speziell in Entwicklungsländern der dritten Welt und Südamerika rasend schnell. Nur wenige Länder Afrikas hatten auch nur ansatzweise eine Chance und mit jedem gefallenen Land vergrößerte sich auf dem schwarzen Kontinent die Armee der Untoten. Aus dem schwarzen, wurde der tote Kontinent, aus der Wiege des Lebens, das Grab der Menschheit.

Die ägyptische Armee zog sich bis über den Sueskanal zurück und errichtete dort befestigte Stellungen. Was zu retten war, wurde mitgenommen, unterstützt durch Spezialisten der israelischen Armee, die sich ebenfalls einen Vorteil davon versprach, wenn die Armee der Untoten am Sueskanal gestoppt wird. Im Süden trieben die Zombies die Flüchtlinge vor sich her, immer weiter nach Süden. Zombies sind langsam, brauchen aber keinen Schlaf, keine Nahrung und kein Wasser, werden nicht müde und machen keine Pausen.

Wer nicht den Untoten zum Opfer fiel, starb an Wasser- und Essensmangel, oder wurde beim Versuch, eine Grenze zu überschreiten von Soldaten getötet, die wiederum den nachfolgenden Heerscharen zum Opfer fielen. Kamerun und Äthiopien waren gefallen, Uganda stand kurz davor und der Kongo verlor von Tag zu Tag mehr Land an die stur nach vorne marschierenden Untoten.

Südafrika bat die Staatengemeinschaft, Atomwaffen einzusetzen, um Landstriche zu entvölkern und so die Zombiehorden davon abzuhalten, weiter hinter Flüchtlingen herzujagen. Das Prinzip „verbrannte Erde“ sollte den südlicher gelegenen Staaten die nötige Zeit verschaffen, ihre Grenzen zu befestigen und so ihre Einwohner zu schützen. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Falsch verstandene Menschlichkeit, die vielen weiteren Millionen Menschen das Leben kostete.

Ein ähnliches Bild bot Südamerika, wo sich von Brasilien ausgehend die Seuche über den ganzen Kontinent auszubreiten drohte. Wo immer es möglich war, zogen sich die Menschen in die Bergregionen zurück, oft genug um dort aufgrund fehlender Nahrungsmittel an Hunger zu krepieren. Das alles konnte aber nicht die Welle der Untoten aufhalten, die durch das Land rollte.

Mexiko hatte bereits über viele Landstriche die Kontrolle verloren. Schlachten wurden geschlagen und nur wenige gewonnen. Immer öfter musste auch das US amerikanische Militär ausrücken, um Zombiehorden an der Grenze abzufangen und zu neutralisieren. Die USA waren aus dem Grund zwischenzeitlich dazu übergegangen, ihre südliche Grenze durch Mauern zu befestigen, um einer großen Invasion oder Flüchtlingswelle nach dem Zusammenbruch Mexikos vorzubeugen.

Gleichzeitig begannen die USA damit, unter Zustimmung der Dänemark Ausrüstung und Menschen nach Grönland zu verlagern. War das Klima auch rau, so bot es doch im Gegenzug Sicherheit vor der Seuche. Die raue Küste und die niedrigen Temperaturen boten schlechte Voraussetzungen für die Zombies. Riesige Lebensmittellager wurden angelegt und darauf geachtet, den dort Lebenden das Überleben für Jahrzehnte sicherzustellen, z. B. durch erneuerbare Energien, Gewächshäuser und Wasseraufbereitungsanlagen. Sollte der nordamerikanische Kontinent irgendwann nicht mehr zu halten sein, würden hier trotzdem tausende Menschen überleben können.

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