Dienstag, 4. Januar 2011

Kapitel 3

Nach der einwöchigen Pause versuch ich jetzt mal regelmässiger weitere Kapitel zu posten. Das führt leider dazu, dass meine Frau nicht mehr drüberlesen kann und mir ein Korrekturleser fehlt. Ich bitte von daher den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler zu verzeihen. 

Über konstruktive Kritik würd ich mich immer noch freuen. An der Stelle noch ein Gruß ins Maniac an der_finne für seine Links und wir beginnen mit...

Kapitel 3
An der frischen Luft standen die Beamten teils allein, teils in kleinen Grüppchen zusammen. Die meisten waren aschfahl im Gesicht und nur wenige schienen sich zu unterhalten. Die meisten nutzten die Zeit, ihren Nikotinhaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Paul genoss die frische Luft. Langsam kehrte auch die Farbe in sein Gesicht zurück und er wollte ein Gespräch beginnen, wollte sich mit seinen Kollegen austauschen. Er  hielt Ausschau nach einem bekannten Gesicht und kurz darauf fand er einen Kollegen, mit dem er schon öfter Dienst hatte.
„Unglaublich was?“ versuchte Paul ein Gespräch zu beginnen, nicht ohne sich unmittelbar danach ob seiner dämlichen Frage auf die Lippen zu beißen.  Sein Gegenüber nickte nur und zog an seiner Zigarette. Paul starrte weiter auf den Boden, als sein Gesprächspartner einsetzte: „Erst dachte ich, die wollen uns verarschen. Du weißt schon, Übung mit überzogenem Blabla, wie bei der Vogelpest.“ Er räusperte sich, spuckte aus und fuhr fort: „Was soll das eigentlich für eine Scheiße sein? Irgendjemand neben mir hat was von Zombies gemurmelt. Scheiße, Mann, Zombies… Egal, was das für Dinger sind, stell dir vor deine Familie…“ Seine Stimme brach ab. Paul sah in die glasigen Augen seines Kollegen und ging zu einer kleinen Gruppe von Leuten, bei denen immerhin verhalten diskutiert wurde. Ein etwas kleinerer Kollege sprach gerade:
„…denn passieren? Meinst du, die Leute würden sich alle selbst umbringen? Innere Sicherheit, so eine Scheiße. Wenn mir die einen Kratzer in mein iPhone machen, werd ich wirklich sauer. Meine Freundin wird sich sicher Sorgen machen, wenn ich mich nicht bei ihr melde, scheiße, scheiße, scheiße…“
„Ach scheiße, die wissen schon, was sie tun“ mischte sich ein älterer Kollege ein, den sein Namensschild als Polizeiobermeister Berka auswies.
„Wenn bekannt würde, dass es eine Seuche gibt, bei der Menschen plötzlich anfangen Menschen zu fressen, und die Polizei mit Waffengewalt dagegen vorgeht, würden zum einen die Verschwörungstheorien hochkochen und zum anderen würde kein Mensch mit gesundem Menschenverstand mehr zum Arzt gehen, oder Jagd auf Menschen mit Erkältungen machen.  Denkt doch mal selber a bisserl nach.“
„Und gar nichts sagen macht’s besser? Dass sich Leute bei ihren Familien in solche… Monster verwandeln wie in China?“
„Ja glaubst du denn, hier würde einer ins Krankenhaus gehn, wenn sie wüssten, dass sie eine Kugel im Kopf erwartet?“
„Man müsste ihnen ja nicht alles sagen.“
„Wie viel hättest du denn gern? Wir erzählen hier a bisserl was und hier a bisserl was und am Ende ist’s die gleiche Lüge, bloß anders. Und unglaubwürdiger. Nein, nein, die wissen schon, was sie machen.“
Paul verfolgte die Diskussion etwas ratlos. Generell wollte er sich noch keiner Meinung anschließen, wollte nur eine andere Sicht der Dinge erhalten, wollte nur Meinungen hören und den Kopf freibekommen. Nach und nach strömten mehr Kollegen auf den Hof und die Gespräche wurden zahlreicher. Neben den Zensurmaßnahmen kam natürlich auch der genehmigte Schusswaffengebrauch häufiger in den Gesprächen vor. Der Gedanke, einem dieser Dinger gegenüberzustehen, schien jedem der anwesenden Beamten einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen. Noch schlimmer war natürlich die Vorstellung, eine dieser Kreaturen könnte einen geliebten Menschen angreifen und nicht wenige überlegten, sich an den Folgetagen krank zu melden, um ihre Familie zu beschützen. 
Als die Pause vorbei war, strömten die Beamten zurück in die Halle.
Erneut wurde eine Karte von Asien gezeigt. Der Fokus lag auf China. Auf der Karte waren kleine und größere rote Kreise zu sehen, überwiegend an der südlichen Grenze zu Nordkorea und davon ausgehend nordöstlich. Der Redner dreht sich zur Karte um.
„In diesen Gebieten wurden vor drei Monaten die ersten Infektionen gemeldet.  Seitdem breitet sich die Infektion in den ländlichen Gebieten Chinas rasend schnell aus. Über die fraglichen Gebiete wurde das Kriegsrecht verhängt. Wir vermuten, dass in Nordkorea auch Fälle aufgetreten sind, aufgrund der politischen Situation fehlt uns dafür aber ein Beleg. Die Südkoreanische Armee befindet sich im erweiterten Alarmzustand, momentan scheint die Lage in Nordkorea aber ruhig zu sein. Vielmehr bereitet uns China Magenschmerzen. Es ist anzunehmen, dass es durch Pendler bereits Vorfälle, bzw. Infektionen in Industriezentren gab, die von der chinesischen Regierung noch heruntergespielt oder verschwiegen werden. Aus dem Grund ist auch anzunehmen, dass eventuell Geschäftsreisende die Infektion bereits weltweit verbreitet haben.“
Schlagartig schien die Temperatur im Saal um mehrere Grad abzufallen und ein leises „Ach du scheiße“ drückte aus, was in dem Moment alle dachten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen