Montag, 7. Februar 2011

Kapitel 38

Kapitel 38

Es klang wie reißender Stoff. Nachdem die Schreie verstummten, kam die Stille und danach die Geräusche. Dumpfe Geräusche nach ungelenken Schritten, nach ungelenken Händen und Geräusche, die nach reißendem Stoff klangen. Die, die mutig oder dumm genug waren, dem Geräusch auf den Grund zu gehen, sahen, dass statt Stoff Haut riss. Die Haut von Dozenten, Mitstudenten und Angestellten der Universität.

Als die Türen der Universität geschlossen wurden, war es in den meisten Gebäuden schon zu spät. Einigen Untoten war es bereits gelungen, in das Gebäude einzudringen und dort ein Festmahl zu veranstalten. Die Opfer gingen ihrerseits wieder auf die Jagd und so potenzierte sich die Anzahl der Untoten im Gebäude stetig. Die Gänge waren unter ihrer Kontrolle, viele Hörsäle bereits komplett von Untoten Zuhörern erfüllt und in der Mensa stand heute Student auf der Speisekarte.

Die ersten Stunden waren die Gänge von den Schreien der Studenten erfüllt. Schreie nach Hilfe, Schreie der Angst und Schmerzensschreie ergaben eine Kakophonie des Grauens. Die Symphonie eines sadistischen Gottes, der die Kreaturen der Hölle entlassen hatte, um die Menschen für ihre Sünden büßen zu lassen. Kreaturen, die keine Unterschiede nach Rasse oder Geschlecht vornahmen. Kreaturen der vollkommenen Gleichberechtigung, die bei der Wahl ihrer Opfer nicht wählerisch waren und ihnen das rohe Fleisch von den Knochen rissen. Es war ein Schlachtfeld und die Kavallerie war noch weit entfernt.

Wer es irgendwie schaffte, verbarrikadierte sich in Zimmern und versuchte dabei so still wie möglich zu sein. Diejenigen, die ihre Anwesenheit vor den Zombies nicht geheim halten konnten, waren so gut wie tot. Geräuschquellen wurden innerhalb kürzester Zeit von ganzen Hundertschaften belagert. Erst ist es nur ein schwaches Klopfen. Durch das Klopfen werden weitere Untote angelockt und irgendwann wird aus dem Klopfen ein stetig ansteigender Lärm, der weitere Kreaturen anlockt, bis der Druck auf die Tür so groß wird, dass sie aus den Angeln bricht und die Masse der Untoten in den Raum hineindrückt.

Zahlenmäßig hatten die Untoten die Lebenden im Verhältnis drei zu eins überholt, viele von den noch Lebenden waren bereits infiziert und eine Gefahr für die anderen Überlebenden in den Räumen. Hunger und Durst setzten denen zu, die sich noch in Sicherheit wogen und die Angst war allgegenwärtig.

Stefan und Caro saßen allein in einem Büro der Univerwaltung. Caros Kopf lag auf Stefans Schulter, Tränen liefen über ihre Wangen und benetzten Stefans Hemd. Als ihr Hörsaal von fünf Kreaturen gestürmt wurde, konnten sie in dem aufkommenden Tumult entkommen und sich in das Verwaltungsbüro retten. Als sie in das Büro kamen, wurden sie von den zwei Verwaltungsangestellten misstrauisch beäugt. Der Bitte Stefans, die Polizei zu rufen, wollte man nicht nachkommen. Stattdessen gingen die beiden vor die Tür, um sich davon zu überzeugen, dass die beiden jungen Erwachsenen die Wahrheit sagten.

Das Schicksal der beiden Damen mittleren Alters ist ungewiss. Als sie nach zehn Minuten immer noch nicht zurück waren, beschlossen Caro und Stefan, die Tür mit einem Schreibtisch zu verbarrikadieren. Aus dem Fenster sahen sie, wie andere Zimmer regelrecht überschwemmt wurden, sahen sie, wie Menschen in Stücke gerissen und regelrecht aufgefressen wurden. Und sie sahen, wie sie zurückkamen. Manche grauenhaft entstellt, andere nur leicht verletzt, aber alle mit dem gleichen, ausdruckslosen Gesicht.

Die, die Caro und Stefan in dem gegenüberliegenden Büro sahen, drückten sich an die Fenster und versuchten die Distanz zu überwinden. Waren es zu viele, barsten die Fenster und eine Lawine Untoter ergoss sich aus den Zimmern auf den darunter liegenden Weg. Die meisten standen auf und gingen weiter. Nur die, deren Kopf beim Sturz aus den höheren Stockwerken verletzt wurde, blieben liegen. Die meisten standen wieder auf.

Stefan und Caro hatten bald genug von dem makabren Schauspiel und zogen sich unter die Fenster zurück. Stefan war dabei bemüht, die junge Frau zu beruhigen, nicht zuletzt, um nicht die Aufmerksamkeit der Zombies auf sich zu lenken. Der Schreibtisch würde sie nicht lange aufhalten. Bei jedem Schluchzer versteifte sich Stefans Körper kurz und sein Blick ging zu der Tür. Nichts geschah. Die Stille im Raum wurde immer wieder von Schreien übertönt.

Sobald ein Schrei ertönte, konnte man hunderte unbeholfene Schritte hören, die sich der Quelle des Schreis näherten. Meist dauerte es nicht lange, bis der Schrei erstickt war. Stefan mochte sich nicht ausmalen, was mit den Verursachern des Lärms passiert war. Die Uhr an der Wand zeigte an, dass es neun Uhr war. Seit drei Stunden saß er mit Caro hier fest. Stefan kannte Caro von den Vorlesungen. Im Gegensatz zu Stefan war Caro sehr aufgeschlossen und kommunikativ, während Stefan eher introvertierter Natur war.

Als im Hörsaal die Hölle losbrach, ergriff aber Stefan die Initiative und ergriff Caros Hand, zog sie aus dem Raum und das Mädchen mit sich. Stefans Augen wurden schwer. Immer schwerer. Die Müdigkeit zog ihn in ihren Bann - forsch und unnachgiebig. Stefan wusste, dass er nicht einschlafen durfte, wusste, dass dies über Leben und Tod entscheiden konnte. Allein er konnte sich nicht wehren, seine Abwehr fiel in sich zusammen und im Traum öffnete er langsam Caros Bluse, griff mit einer Hand darunter und umschloss die kleine, feste Brust mit einem festen Griff.

Sein Mund senkte sich auf ihren Mund und langsam trat seine Zunge in ihren Mund ein. Die Zungen umschlängelten sich wie zwei Schlangen beim Liebesspiel. Mit der anderen Hand streifte er langsam ihr Hemd ab und machte sich daran, den BH zu öffnen. Mit einem Handgriff schnappte der Verschluss auf und nur seine Hand setzte sich noch der Schwerkraft entgegen. Als er die Hand kurz wegnahm, fiel der BH zu Boden und gab den Blick frei auf zwei wunderschöne ausgereifte Knospen.

Stefan senkte seinen Kopf zu ihren Brüsten und spürte ihre Hand zwischen den Beinen seine Männlichkeit umklammern. Ein lautes Geräusch ließ ihn hochschrecken. Caro war weg und er allein auf dem Boden mit einem Ständer in der Hose. Oh Gott, wie peinlich. Peinlich berührt hielt Stefan eine Hand vor seinen erigierten Penis und suchte den Raum nach Caro ab. Als er nach rechts schaute, konnte er sie am Fenster stehen sehen. Mit angestrengtem Blick schaute sie aus dem Fenster auf den Weg zwischen den Gebäuden.

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