Dienstag, 8. Februar 2011

Kapitel 39

Kapitel 39

Stefan erhob sich vom Boden, darauf achtend, seinen erigierten Penis so gut wie möglich zu verbergen und ging auf Zehenspitzen zu Caro. Als er bei Caro angekommen war, tippte er auf ihre Schultern und sah sie fragend an. Ohne den Blick abzuwenden, deutete sie mit dem Finger auf den von einigen Lampen erhellten Weg. Erst wusste Stefan nicht, worauf Caro hinauswollte, dann erkannte er im Schatten Bewegung. Es war eine schnelle, koordinierte Bewegung, keine Zombies. Rasch überlegte er, was sie tun konnten. Sie müssten sich bemerkbar machen, mussten dabei aber leise bleiben.

Stefan sah sich um. Vom Tisch nahm er ein Blatt Papier und mit einem dicken Marker kritzelte er „HILFE! Wir sind im vierten Stock! Zwei Überlebende!“ darauf. Mit zwei Klammern befestigte er an dem Blatt ein herumliegendes Notizbuch, öffnete leise das Fenster und warf es auf den Gehweg. Als es den Boden traf, gab es ein leises, klatschendes Geräusch und Stefan bemerkte erneut Bewegung im Schatten. Ein Polizist oder Soldat in seltsamer Uniform trat ins Licht und betrachtete den Hilferuf. Fragend bewegte sich der Kopf, bis er schließlich in Stefans Richtung sah.

Stefan winkte ihm zu, wagte es aber nicht, sich akustisch bemerkbar zu machen. Mit einer Handbewegung, die durchhalten signalisieren sollte, begab sich der Mann wieder in den Schatten. Ein lautes Geräusch ließ Stefan zusammenzucken. Der Ursprung des Geräuschs war zwei- bis dreihundert Meter entfernt und schien eine kleine Explosion zu sein. Die Männer im Schatten bewegten sich wieder. Caro sah ihnen nach.

Als sie um die Ecke verschwanden, sackte Caro zusammen und begann zu schluchzen. Erschrocken setzte sich Stefan neben sie und nahm sie wieder in den Arm. Seine Erektion hatte sich zum Glück in der Zwischenzeit verflüchtigt. Sanft hielt er ihren Körper, musste dabei unbewusst an seinen Traum zurückdenken und merkte, dass sich sein kleiner Freund erneut bemerkbar machte. Noch bevor er sich deswegen Sorgen machen konnte, fing Caro zu schreien an.

Sie stieß Stefan von sich, stand auf, schrie aus dem Fenster um Hilfe. Sie schrie sich ihre Angst und ihre aufgestauten Gefühle von der Seele. Stefan stand auf, versuchte leise auf Caro einzureden, allein es war sinnlos. An der Tür waren Geräusche zu hören. Eine Hand klopfte dagegen. Erst eine, dann zwei, dann drei, dann vier… bald war es nicht mehr möglich einzelne Geräusche herauszuhören. Wie ein Stakkato prasselten die Schläge auf die Türe ein, nur noch übertönt von Caros lauten Schreien.

Stefan lief zur Tür, presste sich gegen den Schreibtisch und hoffte, dass die Soldaten oder Polizisten, oder was das auch immer für Typen waren, ihnen zur Hilfe kommen würden. Ein lautes krachen ertönte. Näher als zuvor, aber immer noch zu weit. Die Kreaturen vor der Tür blieben auf jeden Fall davon unbeeindruckt und hämmerten weiter unbeirrbar auf die Türe ein. Stefan erschrak, als ein leises Knirschen signalisierte, dass die Türe dem Druck nicht ewig standhalten konnte.

Stefan schrie Caro an, endlich die Klappe zu halten, flehte sie an, fluchte und drückte, so fest er konnte. Das Knirschen wurde immer lauter und Stefan sah, wie das Türschloss langsam den Türrahmen durchbrach. Zusammen mit der Tür wurde der Schreibtisch Millimeter um Millimeter nach hinten gedrückt. Stefan stemmte sich mit voller Kraft dagegen, konnte aber gegen hunderte Untote nicht ankämpfen.

Als der Türrahmen nachgab, war der Schreibtisch innerhalb von Sekunden aus dem Weg geräumt und die Untoten schwärmten in den Raum. Stefan lief ans Ende des Zimmers und hoffte auf ein Wunder. Als er nach rechts sah, sah er dass Caro verschwunden war. Sie musste aus dem Fenster gesprungen sein. Stefan sprang auf, rannte zu dem offenen Fenster und bereitete sich darauf vor, aus dem vierten Stock zu springen. Mit etwas Glück würde er den Sturz überleben und mit noch mehr Glück wäre er unten noch in der Lage davonzurennen.

Kurz vor dem Fenster spürte er, dass etwas an seinem Hemd zog, nein riss. Der Griff und der Zug war so fest, dass es ihn von den Beinen riss. Er wollte aufstehen, aber im nächsten Moment waren sie bereits über ihm. Zähne vergruben sich in sein Fleisch und rissen ihm Muskeln und Sehnen aus den schützend vor sich gehaltenen Armen. Die Schmerzen waren unbeschreiblich. Er wollte schreien, doch Finger gruben sich in seinen Mund, zogen an seiner Zunge und bohrten in seinen Augen.

Andere Finger gruben sich in seinen Bauch, drückten bis die Haut platzte und rissen daran. Als die Haut am Bauch riss, fand Stefan noch, dass es wie reißender Stoff klang. Danach versank seine Welt in einer nie enden wollenden Dunkelheit. Die Schmerzen verschwanden und Stefan fiel. Er fiel in ein dunkles Loch, weit vor sich ein Licht, auf das er immer schneller zuflog. Beim Licht angekommen nahm er seine Umgebung wahr, erhob sich und hatte Hunger. Großen Hunger. Seine Eingeweide hinter sich herziehend verließ er den Raum und folgte einem Geräusch. Geräusche versprachen Beute und die Beute würde den Hunger stillen.

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