Sonntag, 13. Februar 2011

Kapitel 44

Kapitel 44
Während die Soldaten auf die Untoten feuerten, versuchten die Polizisten hinter dem Checkpoint die Menge zu beruhigen, Verletzte abzusondern und die, die gesund erschienen, auf die LKWs zu verladen. Nur, wer zu 100 % gesund erschien, bekam einen der begehrten Plätze. Die, die nicht auf die LKWs durften, versuchten sich gewaltsam einen Platz zu verschaffen, griffen Polizisten oder Zivilisten an, die bereits einen Platz hatten.
Als die Lage weiter eskalierte, blieb den Polizisten nichts anderes übrig, als ihre Dienstwaffen auf unbewaffnete Zivilisten zu richten. Als ein Schuss einen Randalierer niederstreckte, schreckten die anderen auf und ließen von den LKWs ab. Die letzten Plätze wurden noch gefüllt und die LKWs bis auf einen abgeschickt. Die restlichen Zivilisten wurden gebeten, sich so schnell wie möglich zum nächsten Checkpoint zu begeben und dort weitere Anweisungen abzuwarten.
Die Zombies hatten sich in der Zwischenzeit dem Checkpoint schon auf unter 50 Meter genähert. Immer weiter näherte sich die Front der Untoten den Soldaten und verschlang dabei diejenigen Zivilisten, die zuvor von den Soldaten verwundet wurden. Es würde unmöglich sein, sie alle aufzuhalten. Ziel war es vielmehr, den Flüchtlingen ausreichend Zeit zu verschaffen, den nächsten Checkpoint zu erreichen, damit die, die nicht infiziert waren, eine faire Chance erhielten.
Als die Untoten auf unter 30 Meter waren, befahl der Offizier den Rückzug. Überflüssige Ausrüstung wurde zurückgelassen und die Soldaten sprangen gedeckt von den Polizisten auf den letzten bereitstehenden LKW. Als auch die aufgesessen hatten, fuhr der LKW los, Sekunden bevor die Untoten den LKW erreicht hätten. Auf der Fahrt überholten die Soldaten jene, die keine Plätze ergattern konnten. Einige waren zusammengebrochen oder hatten aufgegeben, lagen auf dem Boden und warteten darauf, von den Zombies zerrissen und aufgefressen zu werden.
Andere hatten die Straße verlassen, um ihr Glück abseits zu versuchen, sich nach Süden durchzuschlagen und so dem Einfluss der Armee zu umgehen. Zu allgegenwärtig war noch die Erinnerung daran, als nach der Enthüllung der Lage durch den Sultan des Landes die Deportationen begannen. Als infizierte Familienmitglieder abgeholt und nie wieder zurückgebracht wurden. Den Lügen des Sultans wollte man keinen Glauben schenken. Niemand glaubte daran, an einem Biss zu sterben und als Untoter zurückzukommen, auch wenn die Realität eine andere Sprache sprach.
Als der LKW am nächsten Checkpoint ankam, wurden gerade die LKWs nochmals kontrolliert und weitergeschickt. Mit Hilfe von riesigen Containern war ein provisorischer Wall errichtet worden, der die Untoten einige Zeit aufhalten würde. Der Durchlass wurde nach passieren des letzten LKWs mit einem Panzer britischer Bauart verschlossen, die Container selber mit Soldaten besetzt. Die zu Fuß ankommenden Überlebenden wurden direkt auf die Container gehievt und auf der anderen Seite in Empfang genommen.
Aufgrund ihrer äußerlichen Verletzungen wurden sie als Gefahr eingestuft und in entsprechende Quarantänelager geschickt. Quarantänelager hieß im Oman, dass die Menschen auf einer Liege festgeschnallt wurden. Wer nach Ende der Inkubationszeit noch nicht verwandelt war, wurde freigestellt. Wer nach zwei Tagen noch keine Symptome zeigte, konnte auch in ein Camp niedrigerer Gefahrenstufe verlegt werden. Theoretisch. Praktisch war das noch nie der Fall.
Kurz nach den Überlebenden kamen sie. Scharfschützen erledigten die ersten Zombies bereits aus weiterer Entfernung, der Panzer feuerte Granaten in die Richtung der untoten Angreifer. Als sie auf etwa 150 Meter herangekommen waren, eröffneten auch die restlichen Soldaten das Feuer. Zwei schwere MGs dünnten die ersten Reihen aus und trennten Beine, Arme und Torsos ab. Die, die nicht am Kopf verletzt waren, krochen verstümmelt am Boden weiter und zogen kaputte Arme, Beine oder Eingeweide hinter sich her.
Als die MGs ihre heiß geschossenen Rohre austauschen mussten, konnten die Untoten Boden gutmachen. Boden, der sich nicht so ohne weiteres zurückerobern ließ, weil für jeden gefallenen fünf neue nachkamen. Waren die ersten noch über die Straße gekommen, verbreiterte sich jetzt die Front. Scheinbar hatten viele von ihnen an einer nicht beschränkten Stelle die Straße verlassen und verteilten sich jetzt auf eine breite Front.
Die Container würden den Soldaten genügend Schutz bieten und die umliegenden Häuser waren bereits evakuiert. Ein befestigtes Haus würde als Rückzugspunkt, Basis und Nachschublager dienen. Die Soldaten konnten hier Tage aushalten und die Untoten auch tagelang bekämpfen. Trotzdem wäre es ein unschönes Gefühl umzingelt zu sein. Die Soldaten feuerten weiter, die MGs inzwischen abwechselnd, um weiteren Bodenverlust zu verlangsamen.
Es dauerte nicht lange, als bei den ersten Soldaten die Konzentration nachließ. Die Schüsse waren schlechter gezielt und zu häufig gingen Schüsse daneben. Über den Kampflärm hinweg war ein stetig anschwellender Lärm zu vernehmen. Nach einiger Zeit wurde den Soldaten deutlich, dass es sich dabei um Helikopter handelte. Fünf Helikopter brachten Nachschub heran, Männer und Materialien, die hinter den Containern abgeladen wurden. Eilig wurden die Männer auf die Container und der materielle Nachschub in das befestigte Haus gebracht.

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