Montag, 14. Februar 2011

Kapitel 45

Kapitel 45
Insgesamt kamen 100 weitere Männer zu Verstärkung und verdoppelten damit die Truppenanzahl. Zwei weitere schwere MGs halfen dabei, den Bodenverlust zu begrenzen und hämmerten pausenlos gegen die Angreifer. Um Ermüdung vorzubeugen und die Effizienz zu steigern, behalf man sich auf die Schnelle mit einer Art Schichtsystem, bei der immer eine Gruppe im Haus verweilt, während die andere Gruppe kämpft. Nach einer Stunde war immer noch kein Ende in Sicht. Wenn alle Einwohner und Bewohner der Flüchtlingscamps verwandelt wurden, stand man einer Streitmacht von mehreren 10000 Zombies gegenüber.
Eine Armee, wie sie die Omanische Armee noch nicht gesehen hatte. Nicht im eigenen Land. Als die Untoten den Panzer erreichten, schoben sie sich an ihm hoch. Ihre motorischen Fähigkeiten reichten kaum, sich daran hochzuziehen, aber die nachfolgenden Untoten schoben sie regelrecht nach oben. Unter dem Panzer krochen die hindurch, die beim Gefecht die für das gehen wichtige Teile ihres Körpers verloren hatten. Die Soldaten konzentrierten ihr Feuer auf die, die dabei waren, die Barriere zu überwinden und in bewohntes Gebiet vorzudringen.
Aufgrund des nachfolgenden Drucks erreichten die ersten Zombies bereits die Container, zogen sich daran hoch und wurden von nachfolgenden Kreaturen nach oben geschoben. Um Verluste durch eigenes Feuer zu vermeiden, blieb nichts anderes übrig, als die Truppen auf einer Seite weiter nach hinten zu verlagern. Zu riskant wäre es gewesen, gegenüberliegende Soldaten durch verirrte Kugeln zu töten.
Die Soldaten verlagerten ihre Position auf den nächsten zu den anderen Containern querstehenden Container und bezogen dort Stellung. Die Soldaten auf der anderen Seite waren jetzt abgeschnitten, aber noch bestand Hoffnung, die Untoten zurückzudrängen. Während des Rückzugs war es bereits einer kleinen Anzahl gelungen, den Container zu betreten und wankten auf die Männer zu. Als die das Feuer eröffneten, gingen diese nach und nach zu Boden. Zwei krochen weiter und stellten damit im Gegensatz zu jenen auf dem Boden eine unmittelbare Gefahr dar.
Zwei Schüsse beendeten aber auch deren untotes Leben. Währenddessen kamen neue nach. Der Strom schwellte durch die nachlassende Bodenverteidigung an und drückte immer mehr von ihnen auf die Container. Viele wurden auch wieder nach unten gestoßen, aber langsam gestaltete sich die Situation gefährlich. Der befehlshabende Offizier gab dem Panzerfahrer den Befehl, sich nach hinten zurückzuziehen, um den Zombies den Keil wegzunehmen. Schwere Dieselmotoren brüllten auf, als sich der Stahlkoloss langsam nach hinten zurückzog.
Während der Fahrt rutschten die auf dem Panzer stehenden und liegenden Leichen hinten und die, die unter die Ketten gerieten, wurden von diesen gnadenlos zerquetscht. Nach 100 Metern stoppte der Panzer wieder und feuerte mit seinem verbauten Bord-MG auf die Lücke in der Verteidigung. Die auf dem Container verbliebenen waren dagegen damit beschäftigt, die Container von den Leichen der Angreifer zu säubern, um ihre ursprünglichen Verteidigungsstellungen wieder einzunehmen.
Mit den Kolben ihrer Waffen drehten die Männer die Leichen auf dem Container und ließen sie nach unten fallen. Ein unvorsichtiger Soldat hatte dabei wenig Glück, als ein am Boden liegender, aber noch nicht endgültig toter, Zombie sich in den Fuß des Soldaten verbiss, während der versuchte, die Leiche eines etwas stämmigeren Herrn von dem Container zu befördern. Er entleerte daraufhin fast sein ganzes Magazin in den Kopf des Zombies, bis er das Gewehr gegen sich selber richtete und sich mit einem sauberen Kopfschuss vor einer Existenz als lebende Leiche bewahrte.
Ungläubig starrten die Kameraden des Soldaten auf das Szenario, sahen den am Fuß verbissenen Zombie, das ungläubige und zugleich traurige Gesicht des Soldaten und den kurzen, bestimmten Blick, als er sich das Gewehr unter das Kinn hielt und abdrückte. Die Kugel trat sauber am oberen Ende des Helms wieder aus, zusammen mit nur wenig Blut. Wie in Zeitlupe sackte sein Körper zusammen und fiel von dem Container auf die darunter wartende untote Meute.
Seine Kameraden waren noch wie gelähmt, bis sie von einem weiteren Schuss aus ihrer Unbeweglichkeit gerissen wurden. Ein Unteroffizier hatte in die Luft geschossen, um sich die Aufmerksamkeit der Soldaten zu sichern. Nachdem er seine Befehle gebrüllt hatte, nahmen die Soldaten ihre Tätigkeit wieder auf und säuberten die Container. Als die Arbeit nach einigen Minuten beendet war, waren bereits Tausende nach innen geströmt. Der Strom war nicht mehr aufzuhalten und der Druck auf die Container nahm ständig zu.
Mit einem Ruck löste sich der erste Container und wurde ein paar cm nach vorne gedrückt. Der Ruck ließ den Container erbeben und die Soldaten darauf den Halt verlieren. Wer nicht gerade kniete, oder am Boden lag, hatte Mühe auf den Füssen zu bleiben. Ein zweiter, etwas heftigerer Ruck ging durch den Container. Zwei Soldaten wurden davon so überrascht, dass sie ihr Gleichgewicht verloren und vom Rand des Containers in die Tiefe fielen. Andere landeten nur auf dem Boden des Containers und wagten es nicht, sich wieder zu erheben.
Die, die in die Tiefe fielen, wurden von hunderten Händen erwartet und sicher aufgefangen. Die hilfreichen Hände zerrten an ihnen, zogen sie nach unten und rissen sie in Stücke. Gierig stürzten sich die Zombies auf das frische Fleisch der gefallenen Soldaten, kauten darauf herum, schluckten es und rissen erneut Stücke aus den Körperteilen. Einer der Soldaten war sofort tot, der andere sah noch, wie sich gierige Hände in seinen Bauch bohrten, Eingeweide herauszogen, darauf herum kauten und wurde schließlich erlöst, als ihn die hungrige Menge in der Mitte auseinander riss.

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