Montag, 28. Februar 2011

Zwischenkapitel - Libyen-Special

Jaja, Nordafrika ist gefallen und trotzdem... die jüngsten Medienberichte über Gaddafi lassen sich nicht einfach ignorieren. Aus dem Grund gibt's heute das Libyen-Special und morgen geht's wieder weiter mit dem "normalen" Handlungsbogen.

Das traurige daran ist ja, dass man über den Mann lachen könnte, wär er nicht grad für den Tod von hunderten von Menschen verantwortlich. In meinem Universum gab es keine Unruhen. Nur Zombies. Danke an Lord Chaos aus dem Maniac-Forum für die Inspiration.

Libyen-Special

Die europäischen Truppen in Marokko wurden Ende Februar Zeuge einer seltsamen Fernsehübertragung aus dem von Zombies überrannten Libyen, bei der Revolutionsführer Gaddafi eine Rede an seine Nation hielt. Zu sehen war Gaddafi, auf einem Balkon stehend und zu Massen von Zombies sprechend, die wie zum Jubel die Hände nach ihm streckten. Die Position des Balkons war schwer auszumachen, könnte aber Teil eines befestigten Gebäudes gewesen sein.

Gaddafi hatte offensichtlich den Verstand verloren. In seiner Ansprache beschwor er seine Landsleute zur "Volksrevolution" und betonte, dass das libysche Volk hinter ihm stünde. Schuld an dem Gemetzel sei nur eine kleine Gruppe von kranken "Außenseitern", die Aufstände "kopieren" wollten, keifte er.

Die wenigen Überlebenden rief er dazu auf, am Morgen des Folgetages aus ihren Häusern zu kommen, um die Straßen zu übernehmen.

Er forderte die Bevölkerung auf: "Kämpft für Libyen."

"Ich werde Libyen nicht verlassen!" betonte er. Nein, lieber wolle er als "Märtyrer sterben".

Libyen werde nun "Haus für Haus gesäubert", kündigte der Revolutionsführer an. Die Zombies beschimpfte er als "Ratten" und drohte mit einer blutigen Niederschlagung der Untoten "ähnlich wie auf dem Tiananmen-Platz" in Peking im Jahr 1989. "Ich werde bis zum letzten Tropfen meines Blutes kämpfen."

Der Gipfel des surrealen wurde erreicht, als Applaus vom Band eingespielt wurde, und Gaddafi vor den Zombiehorden Siegesposen vollführte. Im Anschluss wurde die Ansprache stündlich wiederholt. Ein überraschendes Signal aus Libyen, wurde doch vermutet, dass Nordafrika komplett vernichtet wurde. Ein überraschendes Signal auch deswegen, weil es das erste Signal seit zwei Monaten war, das auf dem nordafrikanischen Kontinent ausgestrahlt wurde.

Das französische Militär ordnete daraufhin für den Folgetag Überwachungsmaßnahmen für alle größeren libyschen Siedlungen, sowie vermutete Bunkeranlagen an, um zu überprüfen, ob dem Aufruf Gaddafis Folge geleistet wurde. Tatsächlich kam es am Folgetag zu Gefechten mit den lebenden Toten. Vielerorts strömten Angehörige der Armee, aber auch unbewaffnete Zivilisten ins Freie, um den Kampf mit den Untoten aufzunehmen.

Gleichzeitig wurde eine neue Übertragung aufgefangen, in der Gaddafi mit einem Sturmgewehr posierend den mutigen Einsatz seiner Soldaten und libyschen Landsleute lobte und versprach, dass Libyen bis Ende der Woche von Zombies befreit sei, bevor wieder wilder Applaus einsetzte und Gaddafi demonstrativ das Sturmgewehr an die Schulter setzte. Nach einem Schnitt wurden Szenen von Straßenkämpfen gezeigt, in denen Militärverbände tatsächlich erfolgreich gegen die Untoten vorgingen und dabei waren, einen Straßenzug zu säubern.

Was die Kamera nicht zeigte und die Soldaten wahrscheinlich nicht wussten, konnten die französischen Generäle den Überwachungsdaten der Aufklärungsdrohnen entnehmen. Während der Straßenzug gesäubert wurde, strömten Tausende Zombies aus Häusern, Hallen und anderen Straßen, die von den Schussgeräuschen angelockt wurden, auf die Position der Soldaten zu. In anderen Gebieten sah es ähnlich aus, nur bei vereinzelten abgelegenen Bunkeranlagen waren die Soldaten soweit außer Gefahr, dass sie sich zurückziehen könnten, wenn sie es denn tun würden.

Einzelne Zivilisten wurden dagegen meist schnell von den Horden überwältigt und würden bald die Reihen der Untoten verstärken. Nach einer Stunde waren die meisten Kämpfe beendet und 90 % des libyschen Widerstands tot. Einige waren bereits wieder auferstanden und kehrten als Zombies ins Leben zurück. Auch die Übertragung wurde abgebrochen, als absehbar war, dass die Garnison verloren war. Einige wenige Zivilisten und Truppenteile konnten sich noch in Sicherheit bringen, als der Kontakt zu anderen Überlebenden abbrach und sie erkannten, dass der Kampf vergebens war.

Eine erneute Übertragung kündete von dem großen Sieg, den die glorreiche libysche Armee an diesem Tag erreicht hätte. Gaddafi pries Allah und wandte sich direkt an die europäischen Staaten. Erklärte, dass nur wegen der Festung Libyen der europäische Kontinent noch nicht von diesen Kranken überrannt wurde. Er erklärte, dass aufgrund der tapferen libyschen Bevölkerung die Europäer nachts noch ein Auge zumachen könnten und er, Gaddafi, Libyen zum Sieg führen werde.

In den Folgetagen wurden die Übertragungen häufiger. Es wurde Gaddafi gezeigt, der mit seinem Sturmgewehr auf Zombies schoss, ständig umringt von einer seiner Leibwächterinnen und in standesgemäßer Bekleidung mit seinen bekannten Phantasieuniformen. Nach vier Tagen änderte sich aber der Ton. Offen flehte Gaddafi die westlichen Regierungschefs um Unterstützung an, forderte sie auf, die Kinder Libyens nicht weiter hungern zu lassen. Er forderte die westlichen Machthaber auf, dass diejenigen, die den Sturm über Libyen gebracht hatten, den Sturm auch wieder von Libyen nehmen sollten.

Später verfluchte er die Amerikaner und sogleich diejenigen, deren Unterstützung er eben noch erbeten hatte. Er verfiel in einen Redefluss, keifte gegen die libyschen Schwächlinge, die den kranken Feiglingen nicht gewachsen waren. Er verfluchte den Islam, Allah und stoppte erst, als eine Kugel, abgefeuert aus dem Sturmgewehr einer seiner Leibwächterinnen, seinen Kopf durchschlug und Teile seines Gehirns im Raum verteilte. Niemand konnte jemals in Erfahrung bringen, wo Gaddafis letzter Aufenthaltsort lag. Mit Gaddafi verstummten auch die Signale. Libyen gilt weiter als schwarzer Fleck.

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