Mittwoch, 2. März 2011

Interviews of the Dead - Zombies from Outer Space

Mit Zombies from Outer Space betritt eine Hommage an das B-Movie der 50er-Jahre, angereichert mit Elementen aus dem Heimatfilm, die Bühne. Mit Außerirdischen. Und Zombies. Außerirdischen Zombies. Natürlich taten sich da bei mir ein paar Fragen auf, die mir Martin Hager geduldig und bereitwillig beantwortete.

Hallo Martin, hallo erst mal und vielen Dank, dass du dich meinen unqualifizierten Fragen gestellt hast. Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich gerade zum ersten Mal von dem Projekt gehört habe. Wer sind denn die Hauptinitiatoren hinter dem Film?

Hauptinitiatoren sind Drehbuchautor und Regisseur Martin Faltermeier, Martin Hager, Barbara und Sebastian Schmidt.

Kanntet ihr euch denn schon vorher, oder habt ihr euch im Rahmen des Projekts kennengelernt?

Wir kannten uns vorher, haben aber unabhängig davon alle mediennahe Berufslaufbahnen eingeschlagen und einen breiten Freundeskreis von Profis aus dem Filmbereich und Filmbegeisterten.

So haben wir uns zusammengetan um in einem gemeinsamen Projekt dieses Potenzial zu nutzen.

Ist ZFOS denn euer erster Film, oder konntet ihr bereits in anderen Projekten Erfahrung sammeln?

Zombies from Outer Space ist nicht der erste Film der Fear4You Crew, allerdings haben wir bei diesem Projekt den bisher höchsten professionellen Anspruch an uns gestellt.

Welche Projekte gab es denn dann vor ZFOS?

Fear4You selbst hat seinen Ursprung in den 90er Jahren mit dem Regisseur Peter Dubiel und dessen Freunden als Amateur Horrorschmiede seinen Anfang gefunden. Nach einigen Kurzfilmen kam 1999 ZFOS Regisseur Martin Faltermeier dazu. Zum dem Zeitpunkt hatte sich das Team bis auf Dubiel komplett ausgetauscht. Seither entstanden zwei Amateurfilme: "Last Days of Humanity" (2002), ein klassischer Zombiefilm, und "in the Name of Gore" (2004) – zwei Horror-Kurzgeschichten zusammengefasst in einer Rahmenhandlung. 2006 drehten wir ein 25-minütiges Drama mit dem Titel "Hunger". Dazwischen erschienen immer wieder Konzert-Intros und Musikvideos für verschiedenste Bands und Musiker von Rock bis Chanson.

Ist der Titel des Films eine direkte Referenz an den Trashklassiker Plan 9 From Outer Space?

Durchaus! Als Martin Faltermeier vor Jahren diesen Kultfilm von Ed Wood - schaute, gefiel ihm der Gedanke, nicht menschliche Tote wieder zu erwecken, sondern Außerirdische - also "Zombies from Outer Space".

Welche Filme haben euch denn (noch?) beeinflusst?

ZFOS basiert hauptsächlich auf B-Movies der 50er Jahre wie "The Day The Earth Stood Still", "Invaders from Mars" und natürlich auch "Krieg der Welten", welcher unserer Meinung nach schon ein A-Movie ist. Aber auch der Einfluss der Romero Filme aus den 60er und 70er Jahren („Night of the Living Dead“, „Dawn of the Dead“) lässt sich nicht verleugnen. Als Gegenpol inspirierten uns deutsche Heimatfilme wie "Der Edelweißkönig" oder die "Fischerin vom Bodensee" aus dem deutschen Kino der 50er Jahre.

Letzteres ist schon harter Stoff! Der Titel selbst klingt für mich jetzt schon stark nach Bierlaune, bzw. Schnapsidee, die überraschend realisiert wurde. Wie kann man sich als Unbeteiligter die Ideenfindung vorstellen?

Langwierig und nüchtern. Uns interessierte besonders der konträre Filmgeschmack der Menschen in den 50ern; in Amerika und hier bei uns. In den berühmten Hollywood B-Movies spiegelt sich die Angst der Menschen vor dem Kalten Krieg und der Ohnmacht gegenüber einer unkalkulierbaren Bedrohung wieder. Während sich die Menschen im Nachkriegs-Deutschland in den Lichtspielhäusern in eine heile Welt flüchteten. Diese beiden Welten aufeinander prallen zu lassen erschien uns sehr spannend und reizvoll. Dies war neben Bier und Schnaps natürlich, der Nährboden für viele gute Ideen, die nach unzähligen abendlichen Treffen letztendlich zum Endergebnis führten.

Der Trailer ist ja noch nicht so aussagekräftig, das Ufo schaut aber schon stark nach CGI aus. Wird es im Film auch CGI-Effekte geben und wenn ja, wie hoch ist der Anteil?

Ja es wird CGI-Effekte geben, dennoch hat niemand CGI-Aliens, die durch CGI Landschaften stapfen zu befürchten, wir setzen in unserem Film auf einen ausgewogenen Mix aus handgemachten und computergenerierten Effekten und setzen letztere eher selten ein.

Wär's da nicht vorlagengetreuer gewesen, mit Modellen an dünnen Schnüren zu arbeiten?

Wir wollen diese Filme feiern aber nicht lächerlich machen oder 1:1 kopieren. Wir machen einen Film in der Tradition der B-Moviemaker der 50er Jahre. Das heißt mit den bescheidenen Mitteln die uns zur Verfügung stehen, das maximale rauszuholen – dazu gehört heute auch die Computeranimation. Aber keine Angst der Film wird auch ohne Nylonfäden spaßig genug.


Deutschen Filmen haftet ja in der Regel etwas "Deutsches" an, wirken oftmals hüftsteif, verkrampft und angestrengt. Selbst der an sich gelungene "Rammbock" hat etwas an sich, das ihn sofort als deutschen Film auszeichnet, davon mal abgesehen, dass er in Berlin spielt. Was denkt ihr woran das liegt, wollt ihr das in euerem Film vermeiden, wenn ja wie und wenn nein, warum?

De Broduzendn san ja oisse rassige Niedabayern eiso is's 'a eigentlich a Niederboarischer Fuim. Mia samma do 'a ned aso und hama a scho' a bor Hüft'n schwing'a lass'n.

(Übersetzung: Ja, weil wir aus Niederbayern sind.)

Werden für ausländische, sprich nicht-bayrische, Zuschauer optionale Untertitel angeboten?

Freile!

(Übersetzung: In der Tat sind wir uns dessen bewusst und werden für Menschen, die des bayrischen nicht mächtig sind, entsprechende Untertitel anbieten)

Habt ihr den Film komplett aus eigener Tasche und mit Investoren finanziert, oder wurdet ihr durch einen Medienfonds unterstützt?

Ja wir finanzieren uns ausschließlich über unsere eigene Tasche und Sponsoring. Wir sind eine Independent Produktion, das heißt minimales Budget und viel Arbeit. Dafür hat man aber alle Freiheiten, die man sonst nicht hätte. Es war uns einfach wichtig, unsere Geschichte möglichst unabhängig zu erzählen. Eine komplette Vorfinanzierung eines Filmes aus einer Hand ist natürlich toll, es kann aber auch ein Improvisationshemmer sein. Not macht bekanntlich ja erfinderisch.

Respekt, vor allem wenn man sieht, welcher Mist teilweise mit Medienfonds finanziert wird. Welchen Film würdet ihr denn machen wollen, wenn ihr die entsprechenden finanziellen Mittel dazu hättet?

Wir stecken voller kreativer Ideen, leider bekommen wir Ärger mit dem Alien-Rat wenn wir irgendwelche Details ausplaudern.

Schade, aber verständlich. Wer will schon Ärger mit dem Alien-Rat? Gibt es denn wenigstens schon einen Veröffentlichungstermin, oder wenigstens einen ungefähren Zeitraum, ab dem wir mit dem Film rechnen können?

 "Zombies from Outer Space" wird dieses Jahr auf verschiedensten Filmfestivals im ganzen europäischen Raum vorgestellt. Wir wollen den Film dann auch in ausgewählten Kinos zeigen. Aber auch schon jetzt gibt es einige Kinos, die bei uns angefragt haben und in denen der Film dann auch definitiv zu sehen sein wird. Danach planen wir im nächsten Jahr auch eine DVD-Veröffentlichung.

Bei Bandinterviews hab ich am Ende immer nach den drei Alben für die einsame Insel gefragt. Was wären denn eure drei Filme für die einsame Insel?

Insel des Schreckens – Todesmonster greifen an, 
This Island Earth, 
Woodoo - Schreckensinsel der Zombies


Aus dem Interview darf unter Angabe der Quelle zitiert werden.



This interview may be quoted with reference to its source.

Kommentare:

  1. haha ich freu mich jetzt schon n'keks auf den film, vorallem das ihr den auf bayrisch gedreht habt ;) ich als schweizer werd da weniger probleme haben die sprache zu verstehn... naja wird auf jedenfall interessant^^

    ps: ich hab euch übern zombieblog.de gefunden

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  2. Danke für deinen Kommentar.

    Die Macher des Films findest du unter http://zombiesfromouterspace.de/

    Trotz der räumlichen Nähe und so gern ich an dem Projekt auch mitgewirkt hätte - ich bin da leider nicht involviert und ja, bayrische Mundart in einem Film über außerirdische Zombies, das muss einfach gut werden.

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