Montag, 21. März 2011

Untot - Band 2 - Kapitel 11

Untot - Band 2 - Kapitel 11
Wenn sie es schaffen wollten, müssten sie die Untoten von dort unten weglocken. Doch zuerst galt es, eine Öffnung zu schaffen, durch die sie alle entkommen könnten. Juan drückte von innen mit der heilen Schulter gegen die Bretter. Immer mehr Nägel verloren ihren Halt und wurden herausgepresst. Maria nahm den Schürhaken, setzte ihn an und versuchte so Juan zu unterstützen. Nach einiger Zeit gelang es ihnen tatsächlich, die Öffnung so weit zu vergrößern, dass sie durch diese nach unten gelangen konnten.
Juan streckte seinen Oberkörper nach draußen und sah auf die Untoten. Ein unangenehmer Geruch nach Verwesung wehte ihm ins Gesicht und ließ ihn angeekelt das Gesicht verziehen. Diese verdammte untote Brut stand zwischen ihnen und der Freiheit. Als die Untoten Juans Anwesenheit bemerkten, wurden sie unruhig, streckten sich, versuchten irgendwie Juan zu erreichen und kamen doch nicht an ihn heran. Angewidert wendete er sich ab und bückte sich wieder unter das Dach.
„Maria! Wir müssen uns überlegen, wie wir nach unten und an den Dingern vorbeikommen. Seile habt ihr wahrscheinlich nicht da, oder?“
Maria schüttelte den Kopf.
„Dann müssen wir Kleidung oder Bettzeug zusammenknoten. Pack alles, was wir noch brauchen können zusammen. Morgen früh brechen wir auf. Wir müssen gehen, wenn es hell ist und uns verstecken, wenn es dunkel wird.“
„Aber wie kommen wir an den Zombies unten vorbei?“
„Lass das meine Sorge sein. Ich habe schon einen Plan.“
Zusammen begannen sie Textilien zusammenzuknoten und die verbliebenen Vorräte einzupacken. Juan ließ sich von Maria noch zeigen, wie das Gewehr zu reinigen war und setzte es anschließend wieder zusammen. Als sie alle nötigen Vorbereitungen abgeschlossen hatten, schliefen Maria und Juan gegen Mitternacht dann auch ein letztes Mal auf dem stickigen Dachboden ein.
Am nächsten Tag wurde Juan von Sonnenstrahlen geweckt, die durch die neu geschaffene Öffnung auf sein Gesicht fielen. Sofort begann er, seinen Plan in die Tat umzusetzen. Er nahm das Radio, nahm es in Betrieb und suchte den erstbesten Sender. Ein Sender in ihm unbekannter Sprache sendete anscheinend ein Streitgespräch, bei dem sich die Kontrahenten gegenseitig ins Wort fielen.
Juan drehte die Lautstärke hoch, öffnete die Klappe und seilte das Radio am Kabel nach unten ab. Nur kurz später, konnte Juan das Stöhnen eines Untoten vernehmen, der sich dem Radio näherte, nur um kurz danach die Anwesenheit der Menschen auf dem Dachboden zu bemerken und seine Hände durch die Luke nach oben streckte. Mit den Händen kam der Gestank nach Verwesung und Tot, der Maria und die Kinder würgen ließ.
Juan steckte so weit es ging den Kopf nach draußen und sah, wie sich die vor dem Haus befindliche Meute darum schlug, in das Haus zu gelangen. Juans Plan schien zu funktionieren. Nach einigen Minuten waren draußen keine Untoten mehr zu sehen. Juan traute sich weiter hinaus und stand schließlich im Freien. Weit und breit nichts zu sehen. Wie am Vortag besprochen, wurden als erstes die Vorräte nach unten befördert.
Maria und die Kinder reichten Juan die Säcke, der sie vorsichtig nach unten warf. Danach befestigte er das Behelfsseil an einem stabil erscheinenden Brett, vergewisserte sich seines Halts und rief als erstes Miguel zu sich. Miguel war klein und schnell und Juan könnte ihn im Notfall schnell wieder nach oben ziehen. Zum Glück sah Miguel das ähnlich, ergriff das Behelfsseil und glitt langsam daran nach unten. Unten angekommen lief er wie vereinbart hinter die Steinmauer und wartete dort.
Juan stand weiter auf dem Dach, hatte das Gewehr schussbereit und wartete ebenfalls. Als nach einer Minute die Meute weiter unvermindert die Klappe belagerte, schickte er Maria und danach Carmen nach unten. Am Ende legte er das Gewehr um und setzte nun ebenfalls dazu an, nach unten zu gelangen. Die Stelle war gut gewählt, war sie doch von innen her nicht zu übersehen. Ihre Flucht könnte unbemerkt von diesen Dingern funktionieren.
Geduckt rannte Juan zur kleinen Mauer, nahm dabei zwei Säcke mit sprang darüber und sah dort bereits Maria, Carmen und Miguel auf ihn warten. Die schienen regelrecht erleichtert ihn zu sehen und sahen ihn hoffnungsvoll an. Sie hatten es geschafft, sie hatten es geschafft, den Untoten zu entkommen und in die Freiheit zu fliehen. Doch sie waren noch nicht in Sicherheit. Juan wusste, dass es von diesen Kreaturen noch mehr gab und Juan wusste, dass er kein Mitleid zu erwarten hatte.
„Unsere erste Etappe wird das 20 km entfernte Milpillas de Allende sein, von dort sind es noch rund 50 km bis San Cristobal de la Barranca. Wir müssen soviel wie möglich von der Strecke zurücklegen, bevor die Nacht über uns hereinbricht. Wir dürfen keine Pausen machen. Wir wissen auch nicht, was uns erwartet, wir müssen immer auf der Hut sein. Wir müssen versuchen, unterwegs Wasser zu finden. Ohne Wasser werden wir verdursten. Also los jetzt!“

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