Montag, 4. April 2011

Untot - Band 2 - Kapitel 25

Untot - Band 2 - Kapitel 25
Etwas abseits fanden sie einen Pickup, der allen bequem Platz bot. Carlos fand das, was auf dem Pickup stand aber wesentlich reizvoller. Stolz schob er seinen Neuerwerb von der Ladefläche. Mit dem Quadbike würde er die Vorhut übernehmen und konnte abseits der Wege nach Unterständen oder versteckten Einrichtungen suchen. Er war nicht auf Straßen und Wege angewiesen und mobil genug, für alles das vor ihnen lag.
Nachdem Carlos den Pickup kurzgeschlossen hatte, machten sie sich auf den Weg. Juan wollte noch einen Abstecher zu Enrique machen, wollte sie nochmal überreden sie zu begleiten. Carlos stimmte dem Vorschlag zu und zusammen machten sie sich auf den Weg zurück. Mit dem Pickup erreichten sie die Hütte in einem Bruchteil der Zeit. Sie stand noch genauso da, wie sie sie verlassen hatten. Mit einem Unterschied. Sie war von hunderten Untoter umringt.
Die Türe und mehrere Fenster waren zerstört, das Erdgeschoss wahrscheinlich überrannt, soweit man das aus einiger Entfernung beurteilen konnte. Ihre Ankunft war den Kreaturen nicht unbemerkt geblieben und die ersten machten sich auf den Weg um die Gruppe abzufangen.
„Ich lenke sie ab, ihr fahrt zum Haus, wenn sie weg sind.“
„Warte…“
Carlos war schon auf dem Weg. Er fuhr den Untoten entgegen, machte lautstark auf sich aufmerksam und fuhr so langsam es die Situation zuließ davon. Tatsächlich gelang es ihm, einen Großteil der wartenden Kreaturen vom Haus wegzulocken. Als sich Juan sicher war, dass ihm die meisten gefolgt waren, startete er den Motor wie Carlos es ihm gezeigt hatte, und fuhr zur Hütte. Er hielt so nah wie möglich an der Wand unter einem der Fenster im Dachgeschoss und stieg aus dem Fahrzeug.
„Enrique? Julio? Pablo? Hallo? Hört ihr mich?“
Sein Kommen lockte einige, der noch im Haus befindlichen Untoten nach draußen und Juan konnte es nicht länger riskieren, sich wie auf dem Präsentierteller zur Schau zu stellen. Er rutschte vom Dach des Pickups herunter, schwang die Türe auf und sprang zurück in den Pickup. So schnell es ging, startete er den Motor, setzte zurück, und begrub die drei Untoten unter dem Fahrzeug. Wenn sie dabei auch nicht starben, würde es ihm etwas Zeit verschaffen. Er setzte das Fahrzeug wieder unter das Fenster und stieg erneut auf das Dach.
So weit es ging, streckte er sich nach oben und klopfte mit der Faust gegen das Fenster. Wieder erhielt er keine Reaktion. Doch nur für kurze Zeit, denn bald sah er Pablo, der sein Gesicht gegen die Scheibe presste. Jetzt verstand er auch, warum sie nicht antworteten. Neben Pablo tauchte jetzt auch das Gesicht von Julio auf. Die beiden Brüder drückten von innen gegen das Fenster und Juan wusste, dass er nichts mehr für sie tun konnte.
Er rutschte erneut vom Dach herab, schwang die Tür auf und verlor das Gleichgewicht. Ein Untoter hatte sich unter dem Wagen nach vorne gezogen, mit seinen Fingern Juans Knöchel umklammert und war bemüht, sich in seinem Fleisch zu verbeißen. Panisch trat Juan mit dem freien Fuß nach dem Untoten und versuchte, sich aus seinem Griff zu befreien. Stattdessen zog er den Untoten immer weiter unter dem Wagen hervor. Als es ihm endlich gelang, seinen Fuß zu befreien, splitterte das Glas über ihm und Enriques Söhne fielen auf das Dach des Pickups.
So schnell es ging, sprang er auf und hechtete zurück in den Pickup und zog die Tür hinter sich zu. Statt ins Schloss zu fallen, blockierte diese aber und Juan versuchte es erneut mit demselben Ergebnis. Schnell sah er auch warum. Der am Boden liegende Untote streckte noch immer seine Hand nach ihm aus und hatte seinen Arm in der Tür. Pablo und Julio waren inzwischen schon wieder auf den Füssen und kamen auf Juan zu.
Ohne weiter abzuwarten, stieg Juan auf das Gaspedal und ließ den Wagen nach vorne preschen. Er sah Julios Gesicht an der Scheibe entlang rutschen, bevor er ihn aus den Augen verlor und bemühte sich, die Tür zuzuziehen. Als er die Türe geschlossen hatte, hielt er den Wagen an und sah sich noch einmal um. Plötzlich sah er Enrique. Er kam aus dem Keller, hatte sich dort wahrscheinlich versteckt. Mit seiner Pistole jagte er einem Untoten eine Kugel in den Kopf. Er kam direkt auf den Pickup zu.
Plötzlich sah Enrique seine Söhne. Zögerte. Er hob seine Pistole und senkte sie wieder. Stattdessen drehte er sich um und kam weiter auf den Pickup zu, nur um kurz darauf wieder zu verlangsamen, um sich zu seinen untoten Söhnen umzudrehen. Juan kurbelte das Fenster herunter, schrie Enrique zu, flehte ihn förmlich an, konnte ihn aber noch von seinem Vorhaben abbringen. Der ging weiter auf seine Söhne zu. Als er seinen jüngsten Sohn erreicht hatte, nahm er ihn in den Arm, ignorierte seine Bisse.
Auch seinen älteren Sohn schloss er in die Arme und so kniete er dann, während er von seinen Söhnen bei lebendigem Leib aufgefressen wurde. Aus seinen Wunden strömte Blut, durchnässte sein Hemd und tropfte auf den Boden. Seine Söhne nährten sich an ihrem Vater, kauten sein Fleisch und schlangen es hinunter. Es war ein grauenvoller Anblick. Plötzlich vernahm Juan ein vertrautes Geräusch. Carlos kam zurück. Er stellte sich neben den Pickup und warf einen Blick auf die grausame Szene.
„Wir waren wohl zu spät? Bekannte von euch?“
„Nicht direkt… Lass uns hier bitte ganz schnell verschwinden.“

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