Dienstag, 26. April 2011

Untot - Band 2 - Kapitel 47

Untot - Band 2 - Kapitel 47
Nach dem Essen erzählte Juan Carlos von seinem Plan, während Maria mit den Kindern ins Haus zurückging, um sich umzuziehen. Carlos wirkte dabei interessiert, wollte sich aber nicht davon überzeugen lassen,  Ciudad Juárez zu verlassen. Das hier war sein Zuhause. Hier hatte er das sagen, hier war er in Sicherheit. Dort drüben, in Amerika, da war er nichts. Dort hatte er nicht die Kontrolle. Dort drüber war er einer von vielen. Dazu kam auch noch, dass die Luftwege nicht mehr sicher waren. Die Amerikaner hatten die Luftüberwachung verstärkt und Carlos hatte bereits zwei Maschinen verloren. Aufgrund des fehlenden Nachschubs würde es bald aber ohnehin keine Flüge mehr geben.
„Was ist mit dem Seeweg?“
„Ich habe noch zwei Schnellboote, mit denen wir es riskieren könnten. Allerdings haben mir meine Kontakte berichtete, dass die US Marine verstärkt an den Küsten patrouilliert. Angeblich werden auch keine zivilen Schiffe mehr durchgelassen. Es ist sehr, sehr schwer, nach Amerika hineinzukommen, selbst wenn ich es wollte.“
„Könntest du nur uns rüberbringen?“
„Was gefällt euch hier eigentlich nicht? Ihr seid hier in Sicherheit. Meine Männer kümmern sich um eure Sicherheit. In Amerika interessiert sich niemand für euch. Über kurz oder lang, werden die Amerikaner auch Probleme bekommen. Was macht ihr dann? Sucht ihr euch dann einen amerikanischen Drogenboss, der euch unter seine Fittiche nimmt?“
Die letzte Bemerkung kränkte Juan und er sah Carlos böse an. Der begriff, dass er Juan verletzt hatte und versuchte ihn zu beschwichtigen.
„Hör mal, das war nicht böse gemeint. Ich will nur nicht, dass ihr geht. Bleibt hier, und es wird euch an nichts mangeln. Geht weg und ich kann nicht mehr für eure Sicherheit garantieren.“
„Du… du willst nicht, dass wir gehen?“
Juan war über diese Aussage von Carlos verwundert, hätte sie so nicht erwartet.
„Nein… komm schon Juan, wir haben einiges zusammen durchgemacht und ohne euch wär ich wahrscheinlich in dieser beschissenen Zelle draufgegangen. Also bleibt hier und leistet mir Gesellschaft. Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass ich hier Freunde im Überfluss habe.“
„Also gut…“
Weiter kam Juan nicht. Einer von Carlos‘ Mitarbeitern, Martinez, kam aufgeregt auf den Tisch zugelaufen und rief nach Carlos.
„Verdammt, was gibt’s. Ich sitz hier mit meinen Freunden.“
Juan fühlte sich geschmeichelt.
„Boss, ich glaube, wir haben ein Problem. Können wir unter vier Augen sprechen?“
Martinez sah aus den Augenwinkeln zu Juan, richtete dann seinen Blick wieder auf Carlos. Carlos nickte, stand auf und folgte Martinez ein paar Meter, bevor Martinez Bericht erstattete. Juan versuchte ein paar Gesprächsfetzen aufzufangen, konnte nicht wirklich dem Gesprächsverlauf folgen, aber er konnte erkennen, dass Carlos verärgert war. Verärgert und aufgeregt, denn plötzlich wurde er lauter.“
„Dann schick ein paar Männer und sorg dafür, dass es erledigt wird. Verdammt nochmal.“
Carlos machte kehrt, ließ Martinez einfach stehen und kam zu Juan zurück.
„Was… was ist denn los?“
„Ach, nur eine Kleinigkeit. Es gibt Ärger in der Stadt. Nichts, womit wir nicht fertig werden würden.“
„Zombies? Ist die Seuche hier auch ausgebrochen? Carlos verdammt…“
„Es ist nur ein kleiner, lokaler Ausbruch. Wir haben viele Leute, wir haben Waffen. Es ist überhaupt kein Problem. Also ganz ruhig Juan, entspann dich, genieße dein kaltes Bier und überlass den Rest uns.“
„Was ist los Carlos?“
„Das geht dich nichts an. Es ist meine Angelegenheit und ich werde es nicht zu deiner Angelegenheit machen.“
Carlos wurde während des Gesprächs lauter und den letzten Satz schrie er Juan förmlich ins Gesicht und traf Juan wie ein Schlag, ließ in verbal straucheln und beendete das Wortduell zu Carlos Gunsten. Juan dagegen fand Carlos‘ Auffassung von Freundschaft sehr außergewöhnlich und befürchtete eine leere Worthülse. Er wollte Maria und spielte ihr den netten Mann vor und dazu gehörte es, auch zu ihm nett zu sein.
Die Erkenntnis traf ihn wie ein zweiter Schlag und machte ihn zornig. Er war nur Mittel zum Zweck, damit er an sie herankam. So tickte er also, dieser edle Drogenboss, dieser Ehrenmann. Bevor sich Juan in seine Gedanken vertiefen konnte, trat Maria aus dem Haus. Sie hatte sich umgezogen. Für den Pool. Ein dünner Hauch von nichts umspielte ihren Körper und ließ den Blick auf den Badeanzug zu. Der war knallrot, schmiegte sich wie eine zweite Haut an ihren Körper und zeigte noch deutlicher Marias umwerfende Figur. Die großen Brüste wirkten in dem Badeanzug leicht eingequetscht und kamen besser denn je zur Geltung.
Als sie sich nach ihren Kindern umdrehte, wanderten Juans Augen auf ihren Po, der in dem Badeanzug klein, fest und verlockender denn je erschien. Aus den Augenwinkeln sah er Carlos und erkannte, dass Carlos ähnlichen Gedanken nachzugehen schien. Auch der verlor sich in Marias Anblick und schien sie mehr denn je zu begehren. Wieder kamen die dunklen Gedanken in Juan hoch. Wieder wurde er auf Carlos wütend.
Carlos dagegen hatte anscheinend wieder seine Maske auf und wandte sich an Juan.
„Was hältst du davon, wenn wir uns auch umziehen und den drei im Pool Gesellschaft leisten?“
Juan nickte stumm.

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