Mittwoch, 18. Mai 2011

Epilog und Ende von Band 2

Epilog
Am 21. März überfielen mexikanische Truppen die amerikanische Grenze, um so hundertausenden von Mexikanern die Flucht in die USA zu ermöglichen. Für tausende Flüchtlinge endete die Reise tödlich. Die USA sammelte alle verfügbaren Truppen, unterstützt von lokalen Freiwilligenverbänden, zerschlug die Angreifer und Inhaftierte alle Flüchtenden, derer sie Herr werden konnten.
Dabei kam es vereinzelt zu Übergriffen der Zivilbevölkerung, als auch der regulären Truppen, in deren Folge tausende Flüchtlinge ihr Leben verloren. Es gab auch Luftangriffe auf Flüchtlingskonvois, die ebenso viele Menschenleben forderten, was die Vermutung nahelegte, dass diese Massaker angeordnet, oder zumindest von der Regierung gebilligt waren. Dass diese Vorfälle in Folge nicht untersucht wurden, legt diese Vermutung nahe.
El Paso war das erste amerikanische Opfer im Kampf gegen die Untoten, die lokalen Sicherheitsbehörden hatten dem brutalen Ansturm nichts entgegenzusetzen. Der Fall des Bahnhofs schnitt vielen Menschen den Fluchtweg ab, über den Flughafen konnten fast alle dort abwartenden Flüchtlinge gerettet werden. Es war die größte und gleichzeitig letzte derartige Aktion in diesem Krieg.
Durch die mexikanischen Flüchtlinge verbreitete sich das Virus schnell in anderen Städten im Süden der USA. Die Angst vor Verfolgung ließ große Gruppen auf engstem Raum zusammenleben, was bei einem Ausbruch eine rasche Ausbreitung zur Folge hatte. Durch die Ghettoisierung der mexikanisch stämmigen Bevölkerung waren ganze Stadtviertel infiziert, bevor Sicherheitskräfte eingreifen und die Seuche eindämmen konnten.
Durch den hohen Grad der Infektion mussten Städte evakuiert werden und so trug man das Virus weiter. Weiter nach Norden, weiter ins Land hinein. Die frühzeitig getroffenen Vorbereitungen erwiesen sich durch die riesige Landfläche als hinfällig, die Bekämpfung der Untoten durch das Militär als ineffizient und ressourcenverschwendend. Auch wurden falsche Entscheidungen getroffen und falsche Prioritäten gesetzt, was eine weitere Verbreitung der Seuche begünstigte.
In Großstädten herrschte die Angst, Lynchmobs verfolgten Kranke und „potenziell Infizierte“, wie sie es selbst proklamierten. Die Lage im Land war außer Kontrolle, das Weiße Haus ohnmächtig und zu selten entschlussfreudig genug, um mit der nötigen Härte vorzugehen. Es wurden lokale Festungen propagiert, Städte, die in Festungen umgebaut werden sollten und als Bollwerk gegen die Untoten dienen würden.
Viel zu spät wurden die Vorhaben umgesetzt. Viel zu spät, weil der Virus bereits in den Städten war und viel zu spät, um sich über die Versorgung von hunderttausenden Menschen Gedanken zu machen, was wiederum zu Ausbruchsversuchen führte, die selten von dauerhaftem Erfolg gekrönt waren. Vielmehr kamen dabei tausende Menschen ums Leben und noch viel mehr wurden infiziert und breiteten die Seuche weiter aus.
Die USA verwandelte sich vom Land der Freiheit in das Land der Toten und nichts und niemand konnte die Seuche mehr aufhalten. Die US-Regierung wurde auf eine geheime Insel evakuiert, es gab auch Gerüchte, dass ein Familienmitglied des Präsidents infiziert oder tot sein soll. Dort, wo die Medien noch funktionierten, traten Verschwörungstheoretiker, Prediger und Weltuntergangsphantasten ins Rampenlicht, die die Seuche abwechselnd als fehlgeschlagenes Experiment der Regierung, Strafe Gottes oder als die prophezeite Apokalypse des Jahres 2012 bezeichneten. Und ihre Anhängerschaar wuchs täglich.
In Europa tobte ebenfalls der Krieg. Nach dem Fall Russlands ergoss sich eine Flut der Untoten über Europa. Die östlichen europäischen Staaten konnten der Flut nichts entgegensetzen und entschieden sich nach mexikanischem Vorbild zu einem Angriff nach hinten. Die deutschen Grenzbefestigungen waren auf die Abwehr von Untoten vorbereitet und konnten der polnischen Armee nichts entgegensetzen.
Ähnlich wie in den USA strömten Tausende Flüchtlinge aus Polen nach Deutschland und brachten die Seuche mit sich. Die polnische Armee ergab sich auf deutschem Boden, erklärte sich aber zur Sicherung der Grenzbefestigungen bereit. Alle polnischen Generäle wurden daraufhin standrechtlich erschossen, die Armee entwaffnet und vorübergehend interniert, ebenso Teile der Bevölkerung, derer man habhaft werden konnte.
Massaker wie jene in den USA geschahen nicht, von einzelnen Übergriffen abgesehen. Zum ersten Mal bewährte sich aber das noch vor der Invasion angestrebte Prinzip, der befestigten Nation. Schlüsselstellen der nationalen Versorgung wie Wasser und Energie konnten selbst in stark infizierten Bereichen aufrecht erhalten werden. Verteidigungslinien im Land verhinderten eine Ausbreitung wie in den USA.
Flüchtlinge, die via Boot oder Flugzeug in eine neue Heimat aufbrachen, wurden konsequent aufgebracht, abgefangen oder meist ohne Warnung beschossen. Die dänische und die englische Flotte waren sehr bemüht darin, ihre Grenzen und ihre Bevölkerung mit allen dafür notwendigen Maßnahmen zu beschützen. Wie viele unschuldige Menschen, Männer, Frauen und Kinder, dabei ums Leben kamen, ist nicht protokolliert.
ENDE

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