Montag, 23. Mai 2011

Grüße aus der Tschechei

Oder Tschechien, wie es eigentlich korrekt heißt. 18 Jahre Feindbild lassen sich aber nicht so einfach innerhalb von 20 Jahren ablegen, würd mein Opa jetzt sagen, sofern er noch leben würde.

Irgendwie schon interessant, seinerzeit, also zu meiner BW-Zeit, noch grad so der Klassenfeind, die Bedrohung im Osten, die da drüben, Einreise für BW-Angehörige verboten, und heute ein freundliches, offenes Land, integriert in die europäische Union und tatsächlich eine Reise wert, wenn's nicht Sommer, Sonne und Strand sein muss.

Nicht zuletzt deswegen, hab ich mich heute mit meiner Familie für eine Woche im malerischen Liberec (wird laut Navi (das im Auto, nicht die Blauen) "Libere" ausgesprochen) einquartiert und mich erst mal akklimatisiert. Eine Dose Pilsner Urquell in der Minibar ist dafür definitiv zu wenig.

Einige höchst objektive, diskriminierende und verallgemeinendere Beobachtungen: 

Tschechisch ist eine furchtbare Sprache

Gut, das wusste ich schon vorher, aber heute ist es mir wieder mal auf's schmerzlichste bewusst geworden. Zum Glück spricht man mittlerweile mehr englisch, als noch vor einigen (sprich 10+) Jahren. Das erleichtert die Kommunikation. Die Konfiguration meiner Prepaid-Sim für mobiles Internet war aber ein Krampf sondergleichen, auch wenn mir der nette Mensch im Shop die wichtigsten Nummern notiert hat. Bei den anschließenden Konfigurationsmails hab ich aber nur Bahnhof verstanden und hoff jetzt einfach mal, dass das passt, was ich gemacht hab.

Der Tscheche frittiert gerne

Gut, das tu ich auch, aber hier ist selbst der Salatbehälter frittiert. Der eine oder andere mag sich jetzt denken, dass das umweltfreundlich ist und das wär's auch, wenn nicht noch ein Plastikteller die Konstruktion halten würde.

Der Tscheche hat seine ganz eigene Note beim kochen

Ich kann's nur immer wieder feststellen: ausländisches Essen in Tschechien schmeckt anders. Der Texas-Teller, oder was das war, hat nach viel geschmeckt, aber nicht nach Texas. Gut, war genießbar, aber hatte so a bisserl den Bofrost-Gemüsemischung mit Bohnen-Charme.

Das Essen ist preiswert

Ja, doch. Kann ich mich nicht beschweren.

Die tschechischen Innenstädte haben ganz schön aufgeholt

Wann war ich das erste mal in Tschechien? 95 rum? In Pilsen? Ja, könnte so hingehen. Pilsen hat sich uns zu der Zeit zwar nicht mehr so trist, wie aus Erzählungen derer, die noch zur Zeit des eisernen Vorhang "drüben" warn, präsentiert, hatte aber immer noch diesen sozialistischen Arbeitercharme. 2011 ist zumindest in Liberec davon nichts mehr zu bemerken. Die unmittelbare Umgebung des Hotels erstrahlt teilweise noch im Charme von 50 Jahren Fehlplanung, aber ein paar Meter weiter lockt eine attraktive und charmante Innenstadt mit tollen, hellen und freundlichen Einkaufspalästen. Gut, in Prag hat's so vor sieben, acht Jahren auch schon ausgesehen, aber eine ehemalige tschechische Arbeitskollegin hat darauf bestanden, dass Prag nur geografisch zu Tschechien gehört.

Die tschechischen Frauen...

Frau liest mit. Außerdem kann ich keine Pics liefern, womit es ohnehin nie happened. Oder so.

Die tschechischen Autobahnen sind leer

Ok, rund um Prag steppt der Bär auf den tschechischen Autobahnen, aber sobald man ein paar Kilometer fährt, sind die Straßen leer, und die Autobahn gehört wieder mir. Die Straße selbst ist auch meist in gutem Zustand und irgendwie ist das durchgehende 130 auch entspannend. Ich hätt mir heute einen Tempomaten gewünscht.

Unser Hotel ist supi

Aquapark, Lunapark und IQ-Park sind im Preis inbegriffen, die Zimmer sauber und zum Essen selbst, kann ich nix sagen, weil wir heut auswärts gegessen haben. Der Mexikaner (haha, mexikanisch...) im Haus soll aber ganz lecker sein. Außerdem hat das Hotel so ein gewisses Ambiente:


Im Interjargon würde man sagen: I like! 


Irgendjemand hat hier Musikgeschmack 

Im Bereich unseres Hotels ist mir heute schon der eine oder andere gute Song untergekommen. Ich weiß nicht, ob dafür ein hausinterner DJ oder ein Radiosender verantwortlich ist, aber z. B. Ministry oder Against Me! sprechen schon mal für einen guten Geschmack. Sag ich jetzt mal so. 


Gaming like it was 1995 

Zum Lunapark gehört noch eine Spielhalle, die von Hotelbesuchern ebenfalls kostenlos bespielt werden darf. Kracher wie Sega Rally 1, Manx TT (war das ein Grafikfehler oder ein Schatten?), fünf Primal Rage-Automaten (einer in Grün, einer in Dunkel, einer in Hell, einer mit Grafikfehlern und einer, der ok ausschaut), drei, vier Spiele, die ich noch nie gesehen hab, eine Jetski-Automat mit zwei x zwei cm großen Pixeln, einer mit Surfboard und noch ein paar laden auf eine kostenlose Partie ein. Sofern man nicht an Augenkrebs elendig zugrunde geht. Naja, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Evtl. liefere ich morgen ein paar Bilder nach.

Das Hotel würd sich übrigens optimal für eine Zombie-Invasion anbieten. Um den Kreis zum Blog zu schließen.

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