Mittwoch, 25. Mai 2011

Kleiner Maulwurf ganz groß

Wer in seiner Kindheit und vielleicht auch heute noch fleißig die Sendung mit der Maus schaut, kennt auch den kleinen Maulwurf. Während der bei uns eher ein merchandisetechnisches Schattendasein fristet, ist er in Tschechien in den Spielzeuggeschäften omnipräsent, im Gegensatz zu Playmobil oder Spongebob Schwammkopf. Besonders die Dinger mit Sprachmodul hätten's mir angetan.

Apropos Spielzeuggeschäfte: Während man in deutschen Spielzeuggeschäften Spielzeugwaffen eher nur an Fasching vorfindet, gehören hier realistische Miniaturnachbildungen populärer Feuerwaffen zum Dauerrepertoire in den Geschäften. Das sind dann auch die billigen Dinger, die's bei uns auf Volksfesten und Jahrmärkten an den Losständen und den Spielzeugständen gibt.

Heute ging's in den örtlichen Zoo. Was Zoos angeht, bin ich jetzt nicht so der Experte, kenne eigentlich nur den Münchner Zoo so halbwegs gut und hab ganz dunkel noch den Nürnberger und den Straubinger Zoo in Erinnerung. So rein aus der Erinnerung würd ich aber sagen, dass bei den zwei letzteren und in Hellabrunn sowieso, die Tierhaltung etwas argerechter stattfindet.

Die Käfige sind meines Erachtens teilweise recht klein, zumindest das, was man gesehen hat, und der Orang Utan schien geradezu darum zu betteln, dass man ihn von seinem Leid erlösen möge. Andererseits hängen Orang Utans immer irgendwie so komisch depressiv rum. Also mal von den Exemplaren in Hellabrunn ausgehend. Sonst zähl ich eigentlich keine Orang Utans zu meinem Bekanntenkreis. Obwohl... der Wern... JA! DU!

Etwas gutes hat's aber auch. Für die Besucher. Einen Schneetiger auf 10 cm vor sich zu haben ist... beeindruckend. Dass der ununterbrochen an dem Fenster langläuft, weil er sonst nicht viel Platz hat, ist aus seiner Sicht natürlich weniger schön.


Überhaupt  scheinen die Schneetiger die Hauptattraktion dort zu sein. Aber auch anderen Raubtieren steht man nur Zentimeter gegenüber:



Davon mal ab: dem Kleinen hat's gefallen und im Vergleich zum Pilsener Zoo von vor 15 Jahren war das heute ein reines Tierparadies. Der war WIRKLICH trostlos.

Auf dem Nachhauseweg dann noch ein auf den ersten Blick Kuriosum am Straßenrand. Das Kaiser Franz Joseph Bad.

Die Erklärung wird glücklicherweise gleich mitgeliefert:


Das Bad wirkt namentlich wie ein Fremdkörper, fügt sich aber stilistisch gut in die umgebende Villenlandschaft ein, wobei die meisten der Häuser wohl schon bessere Zeiten erlebt haben. Nur wenige sind wirklich renoviert. Achja, der Name. Wenn man weiß, dass Liberec bis zum Ende des ersten Weltkriegs Reichenberg hieß, und zu der Zeit Teil von Deutschland/Österreich war, erscheint der Name nicht mehr ganz so kurios. Trotzdem irgendwie ein Fremdkörper in dieser von komischen Apostrophen erfüllten Stadt.

Diky für euere Aufmerksamkeit und schaltet auch morgen wieder ein, wenn es heißt: noch ein velké Pivo, prosim!

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