Mittwoch, 4. Mai 2011

Untot - Band 2 - Kapitel 55

Untot - Band 2 - Kapitel 55
„Verdammt. Wo kommen die her? Martinez, Feuer!“
Von allen unbemerkt hatte sich eine Gruppe Zombies genähert, die die inzwischen schon länger nicht mehr verteidigten Stellungen überwinden konnten. Aufgrund der einsetzenden Dämmerung war die Zahl der Angreifer schwer überschaubar, aber es waren genug, um zum Problem zu werden. Martinez brüllte seine Befehle und mehrere automatische Waffen spuckten Blei in die Richtung der Angreifer.
Währenddessen wurde die Evakuierung vorangetrieben. Der General und seine Männer beeilten sich in das Gebäude zu kommen und den ehemaligen Versorgungs- oder Fluchttunnel aufzusuchen, dicht gefolgt von Carlos und zwei der anderen Gruppe, mit denen Carlos und Martinez zuvor sprachen. Martinez eilte mit Maria hinterher. Carmen und Antonio wurden von Carlos‘ Männern begleitet. Dahinter folgten dann die Wachen, während eine kleine Gruppe von vielleicht zehn Männern den Rückzug deckte.
Felipe zog Juan mit sich und folgte den anderen Männern nach unten. Draußen hämmerten die Gewehre gegen die anwankenden Untoten an und Juan hoffte, dass sie das noch einige Zeit tun würden. Nachdem sie einige Räume durchquert hatten, standen sie in einem von Flutlichtern beleuchteten Raum, in der Mitte des Raums ein großes Loch. An dem Loch war eine Strickleiter befestigt, an der erst einige Männer, gefolgt von Carlos und Begleitung nach unten kletterten.
Leuchtstäbe warfen von unten ein fahles Licht nach oben und ließen die Gesichter der nach unten kletternden Männer gespenstisch und wie die der Untoten aussehen. Fast wortlos kletterten die Männer einzeln nach unten und es herrschte eine gespenstische Stille. In der Stille waren auch keine Schüsse mehr zu hören. Entweder waren die Männer tot, geflohen, oder die Mauern waren zu dick.
Juan wollte daran keinen Gedanken verschwenden, wollte nur in dieses verdammte Loch, doch es ging nur langsam und schleppend voran, zu langsam für Juans Geschmack. Ein Schrei beendete die Stille. Juan fuhr herum und erkannte den Grund dafür. Die Untoten waren bereits im Keller. Der Schrei kam von einen der Soldaten, der zu nahe an der Tür stand. Kalte Hände hatten ihn mit sich gerissen und verfaulte Zähne gruben sich in sein Fleisch.
Das schreien ging in ein gurgeln über und verstummte schließlich. Gleichzeitig lösten sich die oben stehenden Männer aus ihrer Starre und eröffneten das Feuer. Andere stritten darum, als nächstes auf der Strickleiter nach unten zu klettern und andere sprangen nach unten. Felipe feuerte ebenfalls und schob Juan hinter sich, bedeutete ihm, sich in das Loch zu begeben.
„Was soll das? Was wird mit dir?“
„Ich komm schon zurecht. Schau, dass du da rein kommst und hau endlich ab.“
Die angreifende Horde war kaum aufzuhalten. Zu viele Schüsse verpufften wirkungslos, in der Panik gingen zu viele Schüsse daneben. Nur noch wenige Meter standen zwischen den Angreifern und den Verteidigern. Juan hatte es geschafft und Hand an die Strickleiter gelegt, wurde aber schon von einer der nachfolgenden Wachen nach unten gedrängt. Unter Juan hingen noch zwei Männer und am Boden sah Juan einen der Männer liegen, der sich beim Sprung wahrscheinlich das Bein gebrochen hatte.
So schnell es ihm möglich war, kletterte er die geschätzt vier Meter nach unten. Kurz,  bevor er auf den Boden aufkam, spürte er, wie die Strickleiter nachließ. Juan ließ sich fallen und rollte sich ab, gerade noch rechtzeitig, bevor die über ihm kletternden Männer nach unten stürzten. Von oben hörte er Schreie und sah Felipe, der sich in das Loch gestürzt hatte und auf einem der am Boden liegenden Männer fiel.
Der schrie auf und brüllte, als ihm die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Wahrscheinlich brach auch mindestens eine Rippe, dem knirschenden Geräusch nach zu urteilen. Felipe stieß sich ab und rannte an den sich aufrappelnden Männern vorbei, griff sich Juans Schulter und stieß ihn in den Tunnel. Vor sich sahen sie, wie die Strahlen der Taschenlampe durch die Dunkelheit schnitten und an den Wänden tanzten.
Hinter ihnen kamen die, die noch laufen konnten und die Untoten. Lautlos fielen sie nach unten und machten sich über die her, die nicht schnell genug fliehen konnten. Ihre Schreie hallten durch den Tunnel und bildeten eine Geräuschkulisse des Grauens. Lange würden sie dadurch nicht aufgehalten und dann würden die, die sich beim Sturz nichts gebrochen hatten, Jagd auf sie machen.
Der Tunnel mündete in einem Loch, das im Gegensatz zum Tunnel relativ neu aussah. In dem Loch konnte man sich nur geduckt fortbewegen, was die Flucht erneut verlangsamte. Nach ungefähr fünf Metern mündete das Loch in einem Abwasserkanal. Dahinter standen Carlos und seine Begleitung und wirkten ratlos, diskutierten über den korrekten Weg. 
Martinez ging zurück und beorderte drei Männer ab, die das Loch und den Tunnel bewachen sollten. Als einer sich lautstark weigerte, jagte ihm Martinez ohne zu zögern eine Kugel in sein Knie. Der Mann brach schreiend und wimmernd zusammen, fiel in das Abwasser und blieb darin schreiend liegen. Martinez winkte einen anderen herbei, der den Befehl widerspruchslos befolgte und sich daran machte, den anderen zwei bei der Sicherung des Tunnels behilflich zu sein. Inzwischen hatten sie sich auf einen Weg geeinigt und ging nach rechts. Nur eine Minute später, durchbrachen Schüsse die Stille.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen