Montag, 20. Juni 2011

Ende Prolog

Mit dem heutigen Kapitel beende ich den Prolog und ab morgen startet die eigentliche Geschichte.

Ziel des Prologs war, erstmal auf die Welt einzustimmen, eine Brücke zum ersten Teil zu bauen und die grundlegenden Regeln der Welt nochmal zu erklären, ohne zu sehr in Faktenzählerei zu verfallen, oder das es zu sehr aufgesetzt wirkt. Das nervt mich oft an Büchern, wenn das erste Drittel oft nur dazu dient, die vorangegangenen Bücher zu erklären, die Handlung oft komplett aufzurollen.

Weil mich das so langweilt, hab ich mich da absichtlich zurückgehalten. Kenner des ersten Buchs finden hoffentlich genügend Bezüge (sowie eine Kompensation für das eher schwache Ende) und Neuleser genügend Informationen.

Der Prolog endet absichtlich offen und gehe später darauf ein, was da passiert ist.

Prolog Teil 7

Mit dem Lastwagen kamen sie schnell voran. Die Straße war leer und schon nach wenigen Minuten kamen sie unter der gesperrten Autobahn durch, von wo aus der ehemalige Markt schon zu sehen war. Der Schriftzug wirkte wie ein Fremdkörper und ein Kontrast zu den Wachtürmen, die am Horizont hervorstachen. Als sie näherkamen, zeichneten sich langsam die Zäune, Containerbauten und Zeltkonstruktionen ab. Die Containerbauten hatten Ähnlichkeit mit den Behandlungszentren, in denen zu Beginn der Krise Infektionsfälle behandelt und die Wiederkehrer letztendlich beseitigt wurden.



Jetzt waren erste Konturen von Menschen zu sehen, die am Zaun herumstanden. Als sie näher kamen fiel Paul der schlechte Zustand der Zelte auf. Viele waren in sich zusammengestürzt, andere vom Wind halb aufgerissen und nur wenige standen noch aufrecht. Die Wachtürme schienen ebenfalls unbesetzt. Irgendetwas hier war absolut nicht in Ordnung. Paul stoppte den LKW.



„Warum hältst du an?“



„Da stimmt was nicht. Schau dir nur den Zustand des Lagers an.“



„Aber da sind doch Menschen.“



„Wer sagt, dass das Menschen sind?“



„Nein. Das ist eine Sicherheitszone. Natürlich sind das Menschen. Das können keine von diesen Dingern sein. Nein, das will ich nicht glauben.“



„Ich bin mir nicht sicher, aber es schaut schon stark danach aus. Ich fahre noch etwas näher.“



Der Motor heulte auf und langsam nahm das Fahrzeug wieder Fahrt auf. Während sie näher kamen, nahm die Menge vor dem Zaun langsam zu und als sie nah genug waren, konnten sie erkennen, dass sie sich am Zaun förmlich drängten. Jetzt bestand kein Zweifel mehr. Das Lager war gefallen, die Sicherheitszone nicht länger sicher.



„Paul? Das sind keine Menschen. Das sind die Dinger. Paul?“



„Ja. Ich hör dich schon und ich überlege.“



„Und was überlegst du?“



„Natürlich, wie wir hier rauskommen.“



„Warte? Was ist das?“



„Was ist was?“



„Da auf dem Dach.“



Sie deutete auf das Dach des Einkaufszentrums und jetzt erkannte er, was sie meinte. Die Rotoren eines auf dem Dach abgestellten Transporthelikopters setzten sich in Bewegung. Wieder würgte Paul den Motor des Lastwagens ab. Er riss die Tür auf und sprang auf die Straße. Kurz darauf hatten die Rotoren genügend Schwung um den Helikopter zu tragen und ließen ihn vom Dach abheben. Nach einem kurzen Schwenk kam er auf die beiden Flüchtlinge zu.



Wild winkend sprang Paul auf der Straße herum, bemüht die Aufmerksamkeit des Piloten auf sich zu ziehen. Tatsächlich hielt der Helikopter weiter auf sie zu und ging langsam tiefer. Das anfangs nur leicht brummende Geräusch wurde jetzt schnell lauter, bis es alle Geräusche in der Umgebung zu verschlucken schien. Die Gestalten hinter dem Zaun schienen von dem Lärm extrem angestachelt zu werden, aus dem Gedränge wurde ein unübersichtliches Gewühle, der Druck ließ den Zaun stark nachgeben.



Wenige Meter vor dem Lastwagen ging der Hubschrauber quer auf den Boden. Eine Seite offenbarte die Aufschrift „Heer“ und plötzlich sprang eine Tür auf. Nacheinander sprangen drei maskierte und bewaffnete Soldaten aus der Luke und richteten ihre Sturmgewehre auf Mutter und Sohn. Paul nahm die Hände hinter den Kopf und kniete sich auf den Boden, wollte keinen Anlass für eine Überreaktion geben. Gegen den Lärm des Helikopters versuchte Paul seiner Mutter zuzurufen, dass sie mit erhobenen Händen den Lastwagen verlassen solle. Er wusste nicht, ob sie ihn gehört hatte, aber tatsächlich stieg sie aus und stand mit erhobenen Händen neben dem Transportfahrzeug.



Einer der maskierten Männer drehte sich zum Helikopter um und brüllte etwas hinein. Aufgrund der Entfernung und des Lärms war der Inhalt nicht zu verstehen, aber kurz darauf kam ein Offizier aus dem Bauch des Helikopters. Paul erinnerte sich an seine Wehrzeit und konnte ihm den Rang eines Leutnants zuweisen. Der Offizier trug eine P8 in seiner rechten Hand und kam damit auf Paul zu.



„Wo kommt ihr her?“ schrie er gegen den Lärm an.



„Aus Paitzkofen.“



„Wo soll das sein?“



„Ungefähr 15 KM von hier.“



„Ihr hattet Glück, die ganze Gegend ist voller Zs.“



„Das haben wir gemerkt. Wir sind nur knapp einem Angriff entgangen.“



„Wurdet ihr gebissen. Nein, naja, nicht direkt.“



„Was soll das heißen?“



„Meine Mutter wurde bei einem Angriff verletzt, aber das ist nichts.“



„Das kann schon sein, sie werden aber verstehen, wenn wir sie testen müssen?“



„Natürlich.“



„Dann gehen sie bitte zum Helikopter.“



Der Offizier ließ von Paul ab und ging zu seiner Mutter. Während Paul zum Hubschrauber ging, sah er den Leutnant, wie er den Kratzer am Hals seiner Mutter genauer ins Auge nahm. Am Helikopter wurde Paul durchsucht, die Pistole abgenommen und der Test durchgeführt. Der Test fiel negativ aus. Gleich nach dem negativen Befund wurde er von einem der Soldaten ins Innere geleitet, oder vielmehr gezerrt. Kurz danach war seine Mutter an der Reihe.

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