Donnerstag, 16. Juni 2011

Prolog Teil 3

Husch, husch, Teil 3, bevor das Kapitel kalt wird. Was ich sagen will: auch diesmal keine Korrektur. Wer Fehler findet, darf die gerne in den Kommentaren posten. Wer der Meinung ist, dass ich mich grad in was verrenne, darf das auch und wer einfach nur meckern will ist auch dazu herzlich eingeladen.

Mit dem Epilog schlag ich jetzt die Brücke zum Ende von Band 1 und erklär nochmal kurz, worum's eigentlich geht. Für alle, die Band 1 nicht kennen.


Prolog Teil 3
Pauls Gedanken kreisen um seine Mutter. Nachdem sein Vater gestorben war, nahm er sich eine Auszeit, ließ sich beurlauben, um sich um seine Mutter zu kümmern. Gleichzeitig bat er um Versetzung in seinen Heimatort. Noch bevor seine Versetzung durchging, passierte das unfassbare. Es war im Spätsommer des vorigen Jahres als die Grenze zu Polen fiel.
Nach mexikanischem Vorbild attackierten polnische Truppen die deutsche Grenze, ermöglichten fast zwei Millionen polnischen Zivilisten die Flucht – und brachten so die Seuche wieder nach Deutschland. Die durchbrochenen Grenzbereiche waren nicht mehr zu halten, bewaffnete polnische Armeeeinheiten banden dringend benötigte Kräfte und viele der polnischen Flüchtlinge waren infiziert. Das Land versank trotz der Vorbereitungen innerhalb von Tagen im Chaos. Alle Analysen, alle strategischen Betrachtungen waren von einem Tag auf den anderen hinfällig. Statt kontrollierter Defensive kam es zu einem heillosen Durcheinander. Statt organisiertem Rückzug kam es zu Kompetenzgerangel in der Führung und zu Lücken in der Kommunikation.
Stadt um Stadt fiel, doch die Grundversorgung konnte dank der vorangegangenen Anstrengungen aufrecht erhalten werden. Es gibt noch Wasser, Nahrung, Energie und Telekommunikation. Mächtige, von zwangsrekrutierten Arbeitern errichtete Festungen schützen lebensnotwendige Bereiche und die darin lebenden Menschen. In München verbinden die U-Bahnen die einzelnen Bereiche, U-Bahnhöfe wurden zu Notunterkünften und die Stationen zu ausgebauten Bunkern.
Züge verbinden die so geschützten Enklaven, ermöglichen die Versorgung hundertausender Überlebender, die unter teils menschenunwürdigen Zuständen in Notunterkünften zusammengepfercht wurden. Die letzten Bastionen der deutschen Zivilisation. Millionen andere hatten nicht soviel Glück und wandeln heute als Untote über die Felder Europas. Sie wandeln Tage, Wochen, Monate, brauchen keine Nahrung und fürchten keine Gefahr. Nur die Zerstörung des infizierten Stammhirns erlöst sie von ihrem untoten Dasein und hindert sie daran, den Virus weiterzugeben.
Paul war mit seiner Mutter gerade auf dem Weg in eine der eilig geschaffenen Sicherheitszonen. Über Dauerschleifen im Radio und Fernsehen wurden diese an die Bevölkerung weitergegeben. Zusammen mit dem Hinweis, diese nur bei absoluter Notwendigkeit aufzusuchen. Wer über genügend Vorräte verfüge, sollte sich im eigenen Haus verbarrikadieren, sich auf die höher gelegenen Stockwerke oder den Speicher zurückziehen und dort auf Hilfe warten.
Paul und seine Mutter beherzigten den Rat, gingen auf den Speicher des alten Hauses. Unten verbarrikadierten sie Türen und Fenster und die auf den Speicher führende Treppe. Mittels eines Radios blieben sie mit der Außenwelt verbunden und harrten dort aus, bis ihnen die Vorräte ausgingen. Die versprochene Rettung blieb aus, was Paul nicht wirklich überraschte. Er kannte die Notfallpläne und wusste, dass man auf dieses Ereignis in keinster Weise vorbereitet war.
Vorsichtig verließ Paul den Speicher und sondierte die Gegend außerhalb des Gebäudes. Das umliegende Dorf war einsam und verlassen, weder Lebende noch Tote waren zu sehen. Laut der Durchsagen im Radio lag die nächste Sicherheitszone ca. 15 KM entfernt auf einem Parkplatz eines Großmarktes außerhalb der Kleinstadt Plattling. Mit dem Auto ein Katzensprung, aber darauf würden sie verzichten müssen. Die Straßen waren gesperrt, vor den Absperrungen standen kilometerlang abgestellte Fahrzeuge. Zudem boten die Sicherheitszonen keinen Platz, Autos konnten nicht aufgenommen werden. Die Durchsagen im Radio waren diesbezüglich eindeutig.
Im Keller standen die alten Fahrräder. Optisch ein Relikt aus der Vergangenheit, aber unverwüstlich. Heute würden sie ihnen gute Dienste leisten. Zufrieden prüfte er den Zustand der Räder und gab noch ein paar Spritzer Öl auf die Ketten, bevor er sie nach oben in den Flur brachte. Pauls Mutter war mit ihren 56 Jahren noch fit genug und würde die Strecke ohne weiteres zurücklegen können. Überhaupt war sie mit ihren 56 Jahren noch gut in Form. Sein Vater war nicht ohne Grund stolz auf seine Traudel, wie er Edeltraud immer nannte.
So leise wie möglich löste Paul die Barrikaden vor der Eingangstür des Zweifamilienhauses, legte die Bretter beiseite und zog die Tür auf. Es war ein kühler Herbsttag, bunte Blätter säumten die Straße und nur wenige Sonnenstrahlen vermochten durch vorbeiziehende Wolken etwas Wärme zu spenden. Paul stand regungslos in der Tür, horchte und beobachtete die Nachbarschaft aufmerksam. Als er sich sicher war, dass in unmittelbarer Nähe keine Gefahr lauerte, ging er vor die Tür und sah die Straße hinunter.
Es war ein gespenstischer, aber zugleich beruhigender Anblick. Das ganze Dorf schien wie ausgestorben. Nur vereinzelt war das Geräusch eines Vogels zu hören und ein leichter Wind strich über die Bäume, ließ die verbliebenen Blätter rauschen und sanft zu Boden gleiten. Direkt gegenüber stand eine große Kastanie. Erinnerungsfetzen an seine Kindheit blitzten in Pauls Kopf auf. Erinnerungen daran, wie sie als Kinder die Kastanien sammelten und ihnen mit Streichhölzern Leben einhauchten. Jetzt waren sie erwachsen. Ob es den anderen gut ging? Ob sie in Sicherheit waren?
Paul verdrängte die Gedanken, holte die Räder aus dem Flur, und rief seine Mutter zu sich. Vor der Abfahrt überprüfte er seine Handfeuerwaffe. Die Dienstwaffe musste er vor seiner Beurlaubung abgeben, aber über Beziehungen konnte er sich schnell eine Waffe für den privaten Gebrauch sichern. Das Magazin war voll, die Waffe gesichert. Paul verstaute die Pistole in seinem Schulterhalfter, stieg auf das Rad und fuhr los. Das Rad ging streng und quietschte anfangs, aber schon bald verteilte sich das Öl auf der Kette und den Gliedern und ließ ihn dahingleiten.

Kommentare:

  1. hi,

    auch wieder sehr gut. Mich interessiert nur was mit Frankreich passierte als Deutschland fiel? Wäre am Rande ganz interessant, fänd ich. (Entschuldigung falls ich das Schicksal Frankreichs in den 2 vorangegangenen Büchern überlesen habe)

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  2. Frankreich? Die hat's am härtesten von allen getroffen. Nachdem ihnen die Frösche ausgingen - lassen wir das lieber. :)

    Nein, Frankreich hab ich in Band 1 kurz gestreift. Chinatown brachte das Virus schon früh nach Frankreich und ihre Südküste war ständig durch Wasser-Streuner bedroht.

    Nach dem Fall Deutschlands war die französische Armee nicht vorbereitet, hatte man den Fall der deutschen Verteidigung doch nicht vorhergesehen. Zudem waren noch Truppenteile in Nordafrika (s. das Lybien-Special) gebunden.

    In Band 3 wollt ich eigentlich der straighten Erzählweise von Band 2 treu bleiben. Also keine globalen Ausflüge mehr, sondern nur noch aus der Sicht von Paul die Geschichte erzählen. Die eine oder andere Info kann ich ja noch einfließen lassen, aber nicht mehr so detailliert.

    In Band 1 ist das eigentlich auch aus einer Not heraus geschehen, weil mir... ähm... sonst die Ideen ausgegangen wären. *hüstel*

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  3. Ich liebe deine Geschichte! Schreib schneller xD
    Was glaubst du eigtl, was mit Inseln (insbesonders Tenerife) und mit meinem geliebten Westfalen passieren würde? Wäre ich verloren oder hätte ich noch 'ne Chance nicht als Zombie zu enden?^^
    Möchte nur mal einen Expertenrat hören xD

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  4. Speziell was die deutschen Inseln angeht, werd ich in dem Buch hier noch etwas konkreter, ohne jetzt zu viel zu verraten zu wollen. Das steht aber schon in meinem Skript. Jaha, ich hab mir diesmal ein Skript zurechtgelegt, von dem ich aber momentan schon wieder abweiche.

    Was Urlaubsinseln angeht empfehle ich http://www.deadislandgame.com/

    Da möchte ich nicht sein, wenn's losgeht. :)

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