Freitag, 17. Juni 2011

Prolog Teil 4

Leider wieder ohne Korrektur, ich komm grad echt überhaupt nicht mehr dazu, wenigstens nochmal drüberzulesen. Ich hoff, man kann's trotzdem lesen. :)
Prolog Teil 4
Mit einem Blick nach hinten vergewisserte er sich der Anwesenheit seiner Mutter. Er fuhr zügig, achtete aber darauf, dass Edeltraud nicht den Anschluss verlor. So radelten sie dahin, an einem malerischen Herbstmorgen. Als sie aus dem Dorf auf die zur Landstraße hin führende Straße bogen, lag diese leer und friedlich vor ihnen. Nichts deutete darauf hin, dass vor drei Wochen eine Katastrophe über Deutschland hereingebrochen war. Nichts deutete darauf hin, dass Menschen fluchtartig ihre Häuser verlassen hatten und noch weniger darauf, dass Tausende den Tod fanden.
Als sie auf die Bundesstraße abbogen, änderte sich das Bild. Am Straßenrand standen Fahrzeuge, manche geparkt, andere gewaltsam zur Seite geschoben, mit dem Ziel, einen Fahrstreifen frei zu halten. Je weiter sie vorankamen, desto dichter wurde die Blechkolonne, bis sie schließlich in einem undurchdringlich erscheinenden Blechknäuel endete. Wer auch immer damit beschäftigt war eine freie Gasse zu schaffen, scheiterte an diesem Hindernis.
In einigen der Fahrzeuge bemerkte Paul eine Bewegung. Es waren die wiedererwachten Körper derer, die vom Virus dahingerafft und im Auto reanimiert wurden. Das Virus war unerbittlich. Wer von den Zombies gebissen wurde, starb spätestens innerhalb von drei Tagen an dem Virus und kehrte nach wenigen Minuten als Untoter zurück. Wer bei dem Angriff direkt zu Tode kam, wurde innerhalb von Minuten reanimiert, um seinerseits Jagd auf die Lebenden zu machen.
Von den Körpern im Auto ging keine Gefahr aus. Zu dicht standen die Autos aneinander, zu ungelenk waren die Körper derer, die in den Autos eingeschlossen waren. Der Anblick erschien auf eine gewisse Weise skurril und offenbarte ganze Familiendramen. Paul versuchte den Blick abzuwenden, erkannte aber dennoch die untoten Körper von Kindern, die eingeschlossen in den Autos wahrscheinlich von ihren eigenen Eltern zerfleischt und halb aufgefressen wurden.
Der ehemalige Polizeibeamte wendete sein Rad und ging ein paar Meter zurück, wo seine Mutter auf ihn wartete.
„Da vorne kommen wir nicht durch. Wir müssen runter, und die Räder über’s Feld schieben.“
Seine Mutter nickte ihm zu und wortlos begann Paul, sein Rad über die Autos hinweg von der Straße zu schaffen, stets darauf bedacht, Autos mit untoten Insassen zu vermeiden. Ein lautes Klopfen ließ ihn beinahe das Gleichgewicht verlieren. Ein Zombie hatte ihn vor sich bemerkt, hämmerte mit beiden Fäusten gegen die Windschutzscheibe seines Autos und entließ ein schauriges Stöhnen. Paul erschrak, konnte sich aber gleich wieder fangen und begann sich zu beeilen. Solange es nur einer war, konnte er mit der Situation fertig werden, aber wenn sich eine Gruppe Streuner einfinden würde, könnte die Situation schnell aus dem Ruder laufen.
Auf der anderen Seite angekommen, beeilte er sich, sein Rad abzulegen und eilte zurück zu seiner Mutter, um ihr bei ihrem Rad behilflich zu sein. Zwischenzeitlich hatten sich weitere Untote angeschlossen. Irgendwo meinte Paul Glas splittern zu hören und das Stöhnen schwoll an wie ein näher kommender Bienenschwarm. Von weiter hinten näherten sich noch drei Gestalten. Paul wollte keine Zeit verschwenden herauszufinden, ob es sich dabei zweifelsfrei um Wiedergänger handelte.
Stattdessen sprang er von dem letzten Wagen ins Gras und reichte seiner Mutter eine Hand, die sich von der Motorhaube einer Limousine eines bayrischen Autoherstellers gleiten ließ. Statussymbole hatten ihren Wert verloren und auch seinem Eigentümer würde dieser Wagen nichts mehr nutzen, so er denn noch lebte. Paul bemerkte das heruntergelassene Fenster zu spät.
Gerade als seine Mutter ihr Fahrrad hochheben wollte, schnellte eine Hand aus dem Fenster des Wagens, griff nach den Haaren der Mittfünfzigerin und zerrte sie zu sich an das Fenster. Sowohl Edeltraud, als auch Paul selbst wurden durch die plötzliche Attacke überrumpelt. Die Mutter mehr noch als Paul, der dafür ausgebildet war, auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können.
Bereits nach der ersten Schrecksekunde übernahm der Polizeibeamte in ihm die Führung. Noch während er sich innerlich verfluchte, dass er den Zombie übersehen hatte, ließ er das Rad fallen, griff in seinen Schulterhalfter und zog seine Waffe heraus. Der Knall würde Kilometer weit zu hören sein, aber das war ihm jetzt für diesen Moment egal. Wenn er jetzt nicht schnell eingriff, würde seine Mutter sterben. So oder so.
Mit gezogener Waffe stürmte er nach vorne und sah gerade noch, wie sich das Maul des Untoten über den Hals seiner Mutter stülpte. Noch im Lauf feuerte er seine Waffe gezielt ab und zerstörte damit das Gehirn des Wiedergängers. Sofort erschlafften seine Hände, sein Kopf fiel zurück und seine Mutter konnte sich dem Griff entziehen. Er hatte noch nicht zugebissen, das hatte Paul verhindern können. Den Halsansatz seiner Mutter zierte trotzdem ein langer Kratzer, in dem sich langsam Blut sammelte und an ihrem Hals in einem Tropfen herunterlief.

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