Sonntag, 19. Juni 2011

Prolog Teil 6

Krankheitsbedingt heute etwas spät und meiner Meinung auch a bisserl schwächer. Ich tu mich heut echt schwer, meine Gedanken richtig in Worte zu fassen und sitz zum Teil über einem Satz ewig lang, die Kopfschmerzen machen die Denkerei auch nicht gerade zum Vergnügen.

Aber: Wer rastet, der rostet. Viel Spaß.

Prolog Teil 6

Edeltraud ging weiter. Sie waren langsamer als zuvor, aber noch konnten sie den Abstand zu den Untoten konstant halten. Vielleicht konnten sie sie auf der Straße abhängen, wenn sich nur eine Lücke auftun würde. Noch standen die Autos dicht an dicht, noch schien die Blechlawine undurchdringlich. Sie näherten sich einer Zubringerstraße und fanden dort das gleiche Bild vor. Wie Paul schon vermutet hatte, standen auch hier die Autos dicht an dicht.

Doch was noch schlimmer war, waren die Horden Untoter, die scheinbar nur noch von den Autos davon abgehalten wurden, sich auf die zwei einsamen Wanderer zu stürzen. Selbst wenn sie die drüber kämen, würden sie auf der anderen Seite schon empfangen. Sie hatten zwei Optionen: zurück auf die Straße und das Glück auf der anderen Seite der Autolawine suchen, oder dem Verlauf der Zubringerstraße folgen und sich damit immer weiter von der Sicherheitszone zu entfernen.

Paul entschied sich für die erste Möglichkeit. Er rief seiner Mutter zu ihm zu folgen und rannte hoch zur Straße, warf einen Blick über die Autos und konnte auf der anderen Seite keine Gefahr erkennen. Nicht auf der Straße, aber die Autos waren voller Untoter. Als sie ihn erkannten, schlugen sie wie schon zuvor gegen die Scheiben der Autos, zerrten an ihren Sicherheitsgurten und schienen auf Paul wie halbverhungerte Raubtiere.

Mit geschultem Blick fand er eine Route über die Wagen hinweg, die ihm sicher erschien. Sicherer als die vorhergehende Route. Er drehte sich um und sah seine Mutter hinter sich. Schnell bedeutete er ihr, auf das Auto vor ihm zu steigen. Mit seinen Händen formte er eine Räuberleiter und schob sie ein Stück weit nach oben. Edeltraud nahm die Hilfe an und landete schließlich auf der Motorhaube eines alten Japaners.

Paul sprang ihr hinterher, drängte sich an ihr vorbei und übernahm die Führung. Was von unten noch einfach aussah, entwickelte sich oben zu einem riskanten Hindernislauf. Arme ragten aus den Fenstern und versuchten sie zu erreichen, andere schlugen von innen dagegen und immer wieder dieses Stöhnen. Es schien von überall und nirgends zu kommen. Es hing einfach in der Luft und hüllte sie ein und zerrte an ihren Nerven.

Noch schlimmer als das Stöhnen war allerdings das, was sie auf der anderen Seite erwartete. Dort warteten bereits mehrere Zombies auf die beiden Flüchtlinge. Paul schätzte die Anzahl auf fünfzig bis hundert Untote. Ein Blick zurück zeigte, dass dieser Weg auch blockiert war. Die Verfolger hatten aufgeholt und versperrten den Weg zurück. Für Paul und Edeltraud gab es nur eine Richtung. Nach vorne. Auf den Autos.

Sie kamen nur langsam vorwärts. Bei jedem Auto galt es das Risiko abzuwägen und nicht selten stellte sich die Einschätzung als falsch heraus. Trotzdem kamen sie halbwegs zügig voran, immer begleitet von ihren Verfolgern. Einige Zombies erklommen trotz ihrer Ungelenkigkeit die Autos und setzten ihre Verfolgung auf diesem Weg fort. Dort stürzten sie oder fielen in Lücken zwischen den Autos, was den Verfolgten in die Hände spielten.

Nach einigen Minuten glaubte Paul das Ende zu erkennen. Er erkannte Zäune, Zelte und etwas, das wie Wachtürme aussahen. Das musste die letzte Station vor der Sicherheitszone sein. Dort würden sie in Sicherheit sein.

„Schau mal Mutter, da vorne ist das Ende. Hinter den Zäunen sind wir in Sicherheit, dort können wir uns ausruhen. Wir haben es geschafft.“

„Du hast es geschafft Paul“ keuchte seine Mutter. „Ich bin doch schon tot.“

„Nein, wir – wir werden“ er verstummte kurz, bevor er wieder ansetzte „wir werden es beide schaffen.“

Nach zwei Stunden erreichten sie die Straßensperre. Sie fanden sie verlassen vor. Die Straßensperre wurde von zwei MG-Nestern eingegrenzt und war durch einen zusätzlichen Zaun, der die Straße einrahmte, gesichert. Dahinter lagen die Zelte. Im linken Wachturm sah Paul ein Maschinengewehr, das beim Aufbruch anscheinend zurückgelassen wurde. Vielmehr interessierte Paul aber der LKW, der bei den Zelten stand.

Der ehemalige Beamte forderte seine Mutter auf, auf den Autos zu warten und sprang selbst auf den Boden. Kurz darauf schlugen die ersten Zombies auf den Zaun auf. Der Zaun rasselte, hielt dem Druck aber stand. Geduckt rannte Paul zu dem Zaun, der die Straße einrahmte und fand ein nicht verschlossenes Tor vor. Vorsichtig zog er an der Tür, konnte aber ein lautes Quietschen nicht vermeiden. Das Quietschen blieb nicht ohne Folgen. Hinter einem der Zelte stolperte ein Untoter in Armeekleidung hervor, der sich zielsicher in Pauls Richtung bewegte. Paul sah sich um, konnte aber nichts Nützliches entdecken, weshalb er sich zum Einsatz seiner Waffe entschloss.

Ganz ruhig legte er die Waffe an, wartete, zielte, wartete und drückte ab. Der Kopf des Zombies schien in einer grauen Wolke zu explodieren. Der tote Körper ging zu Boden. Paul wartete ein wenig und ging weiter zum LKW, als er sich sicher war, dass er alleine war. Plötzlich hörte er Schritte hinter sich, fuhr mit der Waffe in der Hand herum und sah seine Mutter, die auf ihn zugelaufen kam. Er ließ die Waffe sinken und im nächsten Moment sah er, warum sie nicht länger warten wollte.

Die wartenden Zombies waren dabei, die Autos zu erklimmen und würden das Hindernis bald überwunden haben. Eilig ging er weiter zum LKW, riss die Tür auf und zielte mit der Waffe ins Innere. Die im modischen Camouflage-Look gehaltene Kolorierung des LKWs deutete darauf hin, dass er von der Bundeswehr zurückgelassen wurde. Das, und das Sturmgewehr, das Paul im Inneren des LKWs vorfand. Ansonsten war der vordere Teil des LKWs leer.

Schwungvoll schwang er sich ins Innere, nahm das Sturmgewehr aus der Halterung und überprüfte gleich den Inhalt des Magazins, sowie den Zustand des Gewehrs. Das Magazin selbst war voll und das Gewehr gut gewartet. Mit dem Zündschlüssel hatte er nicht soviel Glück, das Zündschloss war leer. Ein Blick zur Straßensperre zeigte, dass die Zeit knapp wurde. Noch waren sie nicht auf die Straße gelangt, sie würden aber nicht mehr lange dafür brauchen.

Paul sprang aus dem LKW und rannte zu dem toten Soldaten. Angeekelt griff er in seine Hosentasche und griff in Mullbinden oder Taschentücher. In der anderen Hosentasche wurde er fündig. Rasch nahm er dem Soldaten noch die Koppel mit den Zusatzmagazinen ab und eilte zurück zum LKW. Seine Mutter war dabei ins Innere zu steigen, wobei er ihr noch Hilfestellung gab, bevor er selbst auf der anderen Seite einstieg und den LKW überraschend auf Anhieb starten konnte.

Keine Sekunde zu früh, denn inzwischen hatten schon die ersten Zombies die Barriere überwunden und wankten auf das Tor zu. Paul legte den ersten Gang ein und trat auf das Gaspedal. Der Motor heulte auf und langsamer als gewünscht, setzte sich der Lastwagen in Bewegung. Die Geschwindigkeit reichte aus, um das Tor zurückzuschleudern und drei Untote damit aus dem Weg zu schleudern. Scharf lenkte er nach links und brachte das Fahrzeug schlingernd unter Kontrolle.

Kommentare:

  1. Gute Besserung und ich merke keine Verschlechterung :)

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  2. Danke, das geht runter wie Öl. :)

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