Mittwoch, 15. Juni 2011

Unter Vorbehalt: Prolog Teil 2

Warum "unter Vorbehalt"? Weil ich evtl. Teile nochmal überarbeiten muss. Nachdem ich den Text jetzt einige Wochen habe "ruhen" lassen, hab ich a bisserl den Faden verloren.
Mal so generell in die Runde gefragt: soll ich die Person aus der Ich-Perspektive wieder einführen, oder reicht es, wenn ich die Geschichte aus Pauls Perspektive erzähle? Ich hatte es so geplant, dass ich wie in Band 2 vorgehe, also eine stringente Geschichte mit einer Handlungsebene und einem Hauptcharakter, aber halt als Fortsetzung zu Band 1.
Genug gelabert. Viel Spaß mit...
Prolog Teil 2
Mit schnellen Schritten ziehen sich die Beamten zurück, biegen um eine Ecke und wären beinahe in eine Gruppe Untoter gelaufen, die wenige Meter vor ihnen angetorkelt kommen. Paul zählt, kommt auf 12, und beschließt, einen anderen Rückweg einzuschlagen. Jetzt können sie ihnen nicht mehr entkommen. Ihre neuen Overalls vermögen zwar den menschlichen Geruch vor den empfindlichen Riechorganen der Untoten zu verbergen, vermögen aber nicht die Geräusche des menschlichen Körpers vollständig zu unterdrücken. Auf diese Entfernung waren sie für die Untoten auf dem Präsentierteller.
Paul reißt Horst zurück und rennt mit ihm im Schlepptau Richtung Hofgraben, mit dem Ziel über die Schrammerstraße und die Weinstraße zurück zur Operationsbasis zu gelangen. Sie benötigen Unterstützung. Paul braucht sein Funkgerät, reißt es während der Flucht aus der Tasche und sieht die nächsten Untoten auf sie zuwanken. Es sind weniger als zuvor, Paul zählt fünf. Das Risiko ist überschaubar und Paul gibt das Zeichen zum Zugriff.
Im Lauf feuern sie ihre Waffen ab. Gedämpfte Schüsse bringen die Untoten zu Fall und geben den Weg frei. Das aktivierte Funkgerät rauscht kurz, bevor Paul die Sprechtaste drückt.
„Hallo Zentrale, hier Team drei. Wir kommen über den Hintereingang rein und bräuchten Unterstützung. Over.“
„Hier Zentrale, haben verstanden. Starten Ablenkungsmanöver an Punkt drei und vier in einer Minute. Over.“
„Hier Team drei, verstanden. Over and out.“
Paul wendet sich an Horst und informiert ihn im Lauf, was von Horst durch ein knappes Nicken bestätigt wird. Noch bevor sie die Strecke zur nächsten Straße hinter sich bringen können, tauchen weitere Gruppen der Untoten auf, der Weg zur Weinstraße damit unpassierbar. Es bleibt nur der Weg über den kleinen Park, der während des Krieges als Lagerplatz für die Leichen diente. Auf dem Platz wurden Massengräber ausgehoben, in denen die Leichen versenkt wurden. Einige der Gräber wurden nie geschlossen und werden von Ungeziefer und Ratten bevölkert.
Paul bevorzugt die toten Toten und schlägt den Weg nach links ein. Im selben Moment bricht die Hölle los. Über fest installierte Lautsprecher wird an zwei Punkten laute Marschmusik eingespielt, hallt über die zerstörte Innenstadt hinweg und schreckt die Untoten auf. Während sich Paul und Horst durch aufgerissene, stinkende Leichensäcke hinweg ihren Weg zurück bahnen, folgen die Zombies dem Lärm, der sich langsam von der Operationsbasis wegzubewegen scheint.
Mit der langsam zurückweichenden Musik weichen auch die Untoten zurück und machen den Weg frei. Pauls Fuß versinkt halb in einem der Leichensäcke und als er ihn herauszieht, hängen verweste Menschenreste an seinem Schuh. Paul sieht Würmer und Maden, die sich in den stinkenden Resten winden und muss einen Würgereiz unterdrücken, rennt stattdessen weiter auf die Basis zu, weicht einem einzeln herum wankenden Untoten aus und stößt ihn mit dem Ellbogen eine Grube hinab.
Horst ist nicht mehr zu sehen. Als sie auf das Gelände abgebogen waren, verschwand er hinter einem aufgeworfenen Erdhügel. Paul hat ihn aus den Augen verloren. Das dürfte ihm normalerweise nicht passieren, nicht als Patrouillenführer. Aber Paul kennt Horst und weiß, dass er kein unnötiges Risiko eingehen wird, kann aber nicht abstreifen, dass er im Fall der Fälle die Verantwortung zu tragen hat. Alle Sorgen sind verflogen, als er Horst um einen Hügel herum laufen sieht. Paul beschleunigt, ändert die Richtung und rennt in die Richtung, in die Horst eben verschwunden ist.
Zwischen zwei Gräbern hindurch und an einem Erdhaufen vorbei überwinden sie die ehemalige grüne Oase, laufen über die Straße und erreichen das Tor zur Operationsbasis. Zwei schwere Eisentüren schirmen das Innere der Basis von der Außenwelt ab. Dicke Mauern schützen die, die darin leben vor den Untoten und den Gefahren von außen. Bereits als sie das Tor erreichen, erwacht die mächtige darin befindliche Hydraulik, betrieben von zwei ehemaligen Schiffsdieselmotoren, zum Leben.
Quietschend und mit einem schabenden Geräusch öffnen sich die Tore und geben den Weg frei in die Sicherheit der Basis. Zwei Kollegen treten hervor, beide mit Sturmgewehren bewaffnet und in Begleitung eines Diensthundes. Auch sie tragen die neuen Overalls und die Kampfhelme, unterziehen Paul und Horst einem prüfenden Blick, bevor sie an ihnen vorbei den Außenbereich im Auge halten. Als sie eintreten, hebt der Hund prüfend die Nase, lässt sie aber gleich wieder sinken.
Sie gehen weiter. Paul dreht sich um und sieht zwischen den Erdhaufen vereinzelte Untote, aufgeschreckt vom Lärm des Tors. Das Tor schließt sich, lange bevor die Untoten die zur Festung ausgebaute Operationsbasis erreichen können. Laut knallen die beiden Torhälften aufeinander. Die Basis wurde so konzipiert, dass sie dem Ansturm tausender Untoter standhalten könnte und auch bereits standgehalten hatte. Im großen Krieg.

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