Mittwoch, 22. Juni 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 2

Kapitel 2

„Das Versorgungslager liegt 60 KM außerhalb Münchens und war stark befestigt. Neben den dort befindlichen 500 Zivilpersonen beherbergte es 100 Soldaten, die für die Sicherung der Einrichtung zuständig waren. Seit gestern Morgen ist der Kontakt zu dem Versorgungslager abgebrochen, der Alarm wurde nicht ausgelöst. In einer der letzten aufgefangenen Nachrichten wurden Probleme mit der Stromversorgung angesprochen. Allerdings ist das Lager auch mit Funkgeräten ausgestattet, die unabhängig vom Stromnetz betrieben werden können. Das erste Bild bitte.“

Die Leinwand hinter Braun wurde von einem Bild beleuchtet. Das Bild zeigte einen befestigten Bahnhof und ein ehemaliges zum Lagerhaus umgebautes Parkhaus.

„Sie sehen hier das Außenlager München MO1. Das Außenlager MO1 beherbergt mehrere Tonnen Lebensmittel und angrenzend die befestigten Unterkünfte der dort tätigen Soldaten und Zivilpersonen. Nächstes Bild bitte.“

Das Bild wechselte und zeigte eine technische Konstruktionszeichnung.

„Mit einem Schleusensystem ist sichergestellt, dass Züge gefahrlos in MO1 einfahren können. Erst, wenn mögliche Infektionsherde beseitigt sind, werden die inneren Schleusen geöffnet. Ein System, dass sich unter anderem auch hier bewährt hat. Nächstes Bild bitte.“

Das nächste Bild zeigte eine Luftaufnahme des Versorgungslagers und des umgebenden Gebiets.

„Hier sehen sie die letzte Luftaufnahme. Diese ist von letzter Woche. Unseren Experten ist dabei keine Unregelmäßigkeit aufgefallen. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen können wir momentan keine Drohne oder Helikopter rausschicken. Auf dieser Luftaufnahme habe ich ihnen die wichtigen Bereiche der Anlage rot eingezeichnet. Markiert sehen sie die Einlassschleusen, den Kontrollturm, über den Schleusen und Bahnverkehr geregelt werden und die Wachhäuser, die Schleusen und Kontrollturm zusätzlich absichern.

Neben dem Versorgungslager haben wir auch den Kontakt zu dem letzten Zug verloren, der in dem Lager Fracht aufgenommen hat. Wir wissen nicht, ob er das Lager verlassen hat, das GPS-System des Zugs ist ausgefallen.“

Braun trat einen Schritt zurück und überließ Schäfer wieder die Bühne.

„Danke Herr Oberleutnant. Das Heer hat uns um Unterstützung gebeten, um unter der Führung von Oberleutnant Braun bei MO1 nach dem Rechten zu sehen. Nach derzeitigem Stand müssen wir von einem Unfall ausgehen, der die Infrastruktur von MO1 beschädigt, oder zerstört hat. Möglicherweise ist auch ein Feuer ausgebrochen, das große Teile der elektronischen Ausrüstung zerstört hat. Wir unterstützen das Heer, weil es sich um eine zivile Einrichtung handelt und unsere Aufgabe darin besteht, Überlebende zu bergen und zu beschützen. Noch Fragen?“

Ein Beamter meldete sich:

„Was heißt das jetzt im Klartext?“

„Das heißt, dass wir ein Team zusammenstellen werden, das zur Hälfte aus Polizei und zu anderen Hälfte aus Angehörigen des Heers besteht. Dieses Team muss unter der Führung von Oberleutnant Braun zwei Spezialisten  zu MO1 begleiten. Diese Spezialisten werden vor Ort versuchen, die Kommunikation in Gang zu bringen und ggf. den Transportzug wieder fit zu bekommen. Weitere Fragen?“

Nachdem sich niemand mehr meldete, wurde eine Folie mit der Teamaufstellung eingeblendet. An der Spitze stand Oberleutnant Braun, unter ihm ein Feldwebel Brunner und Paul Bährer. Als Paul sah, dass er in dieser Mission unter Brauns Kommando stehen sollte, sprang er wutentbrannt auf.

„Mit Verlaub, aber ich möchte gegen diese Entscheidung Protest einlegen. Ich werde mich Braun nicht unterordnen.“

„Sie sind unser erfahrenster Mann und sie werden sich Oberleutnant Braun unterordnen. Sie werden ein Team zusammenstellen und in zwei Stunden mit voller Kampfausrüstung mit ihrem Team im Foyer bereitstehen. Ich weiß, dass sie ihren eigenen Kopf haben, aber wir sind im Krieg und jeder von uns musste Kompromisse eingehen. Und die, die keine Kompromisse eingehen wollen, müssen die Konsequenzen dafür tragen. Haben sie mich verstanden?“

Paul setzte sich zurück auf seinen Stuhl und gab Schäfer mit einer Kopfbewegung und einem schnaubenden Geräusch zu verstehen, dass er den Wink verstand. Der Einsatzleiter spielte auf die Strafen für Dienstverweigerung an, die im Zuge des Kriegs mit standrechtlichen Erschießungen geahndet werden konnten.

„Ausgerechnet der Braun, ausgerechnet dieses Arschloch.“

Seinen Kopf in Pauls Richtung drehend erwiderte Horst:

„Komm schon, er ist professionell. Er ist einer der erfahrensten Offiziere im Heer. Außerdem soll es schon mal vorgekommen sein, dass bei Außeneinsätze Unfälle passieren und Menschen draufgehen.“

„Horst! Spinnst du?“

„Nur ein Scherz Kumpel, nur ein Scherz. Obwohl… wer weiß?“

Kommentare:

  1. hi,
    heute habe ich keine Rechtschreibfehler gefunden und finde das Kapitel auch wieder super :) .

    Aber ich habe 2 Stellen gefunden, bei denen ich finde das es sich komisch liest.

    1. " ...wichtigen Bereiche der Anlage markiert. Rot markiert sehen..."

    das hört sich (finde ich zumindest) an als gäbe es noch anders farbig markierte Objekte.

    2. "„Das heißt, dass wir ein Team zusammenstellen werden, das zur Hälfte aus Polizei und zu anderen Hälfte aus Angehörigen des Heers bestehen wird und unter der Führung von Oberleutnant Braun UND zwei Spezialisten zu MO1 bringen !wird! , die vor Ort versuchen werden..."

    neben dem einzufügendem UND finde ich das !wird! grammatikalisch unpassend(! zur markierungszwecken verwendet). Allerdings weiß ich grade nicht wie man es aussbessern könnte.

    mfg Thex

    AntwortenLöschen
  2. Huh, das war ausführlich. Danke. Jetzt besser? Ich hab den Kettensatz a bisserl zerlegt.

    AntwortenLöschen
  3. Klingt jetz besser :)
    Ich hoffe das ich mich nicht allzu verworren und unverständlich ausgedrückt habe :D

    AntwortenLöschen
  4. Ne, das hat schon gepasst, vor allem war's wirklich doof formuliert.

    Außerdem schadet es mir nicht, wenn ich auch noch a bisserl überlegen muss. :)

    AntwortenLöschen