Dienstag, 28. Juni 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 8

Kapitel 8

Regen und starke Winde peitschten in das Gesicht der Männer, als sie das schützende Abteil des Zuges verließen. Der Zug stand auf freiem Feld, mit bloßem Auge waren keine Untoten zu sehen. Der Grund für den Halt des Zugs lag vor ihnen. Der vermisste Transportzug lag dort. Äußerlich unberührt und kein Anzeichen eines Unfalls waren zu sehen.

Die Soldaten gingen sofort dazu über, das Gelände abzusichern, auch als keine Anzeichen einer Bedrohung auszumachen waren. Braun ging vor zur Lok, öffnete die Türe und betrat den Führerstand. Als er herauskam, nickte er seinen Männern zu und rief Brunner zu sich. Der Feldwebel kam zurück und bellte seine Befehle gegen den jaulenden Wind. Sofort gruppierte sich der kleine Stoßtrupp neu und bewegte sich geduckt auf den Transportzug zu, während der Oberleutnant zu den Polizisten und den beiden Zivilisten zuging.

„Wollen sie uns begleiten, oder fahren sie mit dem Zug zurück?“

„Wie werden wir vorgehen?“

„Ah schön, Herr Polizeihauptmeister, freut mich, dass sie endlich mit uns zusammenarbeiten.“

„Lassen sie das Geschwafel. Wie geht’s weiter?“

„Die Herren, die uns hergebracht haben, werden noch abwarten, bis wir den Zug gesichert und fahrtauglich gemacht haben. Sollte das nicht gelingen, wird uns Herr Bölak wieder verlassen und Herr Guba hat hoffentlich wetterfeste Kleidung mit. Bis wir den Zug gesichert haben, möchte ich die Herren Zivilisten dazu auffordern, im Wagen zu bleiben und abzuwarten.“

Hans und Khalil nickten Braun zu, gingen zurück in den Zug und zogen die Tür hinter sich zu, während Braun sich weiter mit Paul abstimmte.

„Sie werden uns dabei behilflich sein, den Zug zu sichern, während wir den Außenbereich gegen Streuner absichern.“

„In Ordnung. Gehen sie vor. Horst, Sebastian, Albert - Waffe entsichern, volle Kampfbereitschaft, folgen.“

Die Beamten postierten sich um die Tür der Lok, während die Soldaten weiter die Umgebung sicherten.

„Feldwebel, Meldung“

„Lage momentan sicher, Auftrag Sicherung der Umgebung, Eröffnungslinien 100 Meter, Rückwärtiges Feld durch Zug gedeckt.“

„Sehr gut.“

„Herr Feldwebel.“ Ein Soldat meldete sich. „Kontakt, sechs Uhr, näherkommend. Korrigiere, zwei Kontakte. Wir müssen davon ausgehen, dass es sich um Streuner handelt.“

Die Polizisten konnten die Meldung ebenfalls hören. Jetzt waren es vielleicht nur zwei, aber schon bald würden es mehr werden.

„Horst, Albert, ihr deckt die Tür, ich mach auf, Sebastian du gehst rein, checkst die Lage und ich komme nach. Horst, Albert ihr haltet euch zur Verfügung. Verstanden?“

Die Beamten nickten zustimmend und gingen in Stellung. Paul zählte von drei rückwärts, deutete die eins nur stumm an und riss die Tür auf. Sebastian sah in die Lok, konnte nichts erkennen und erklomm die Stufen hinauf zum Führerstand. Nachdem er beide Seiten kontrolliert hatte, gab er den wartenden Kollegen das Zeichen, dass der unmittelbare Bereich um die Tür sauber war. Paul schwang sich auf die andere Seite und ging hinein.

Im Zug war es düster, stickig und es roch nach Tod. Nur langsam gewöhnten sich die Augen des Polizisten an das Halbdunkel. Dank der reflektierenden Streifen an ihren Uniformen konnte er Sebastian leicht ausmachen. Der stand mit der Waffe im Anschlag einige Meter weiter vorne und bewegte sich nicht mehr.

„Sebastian?“ Paul flüsterte in das Halbdunkel hinein. „Sebastian? Alles in Ordnung?“

„Scheiße, das musst du dir anschauen.“

Langsam und mit der Waffe im Anschlag ging Paul nach vorne. Der Gestank wurde intensiver. Als er um die Ecke bog sah er am Boden Wäschebündel liegen. Nein, keine Wäschebündel. Um sicher zu gehen, holte er eine Taschenlampe aus seiner Tasche und leuchtete auf die Stelle am Boden und hatte schnell Gewissheit. Am Boden lagen drei Leichen, wahrscheinlich die der Lokführer und des Begleitpersonals.

Vorsichtig stieß er mit dem Fuß nach einer der Leichen und sprang gleich wieder zurück. Es erfolgte keine Reaktion. Beim nächsten Versuch beugte er sich zur am nächsten liegenden Leiche hinunter. Mit der Taschenlampe begann er den Körper zu untersuchen. Um sicher zu gehen, nahm er sich noch die beiden anderen Leichen vor und wurde auch hier rasch fündig.

„Hilf mir Sebastian, wir müssen die hier rausschaffen.“

„Warum?“

„Damit der Techniker hier seinen Job machen kann. Und weil die Männer ermordet wurden.“


Kommentare:

  1. hi,

    ich glaube da ist ein Fehler:
    „Horst, Albert, ihr deckt die Tür,
    ich mach auch,
    Sebastian du gehst rein,"

    Ich glaube es sollte "ich mache auf" heißen.
    Wieder sehr gut das Kapitel.

    mfg

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  2. Super, danke. Ich glaub, ich muss mir demnächst einen neuen Korrekturleser holen. Der alte liest zwar wieder, aber übersieht offensichtlich die Hälfte. :)

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