Donnerstag, 28. Juli 2011

Books of the Dead - Auferstehung von Brian Keene

Brian Keene hat ein Faible für die totale Apokalypse. Wo sich die meisten Zombieautoren - mich eingeschlossen - darauf beschränken, dass das Zombievirus nur Menschen befällt, breitet es sich bei Keene auch gern auf die Tierwelt aus, siehe hierzu auch Totes Meer von eben jenem.


Bei Auferstehung ist es ähnlich, nur dass hier kein Virus grassiert, sondern hier in einem Experiment der Schlund zur Hölle aufgerissen wurde, der Dämonen auf die Erde entlässt. Diese Dämonen können die Körper von Menschen und Tieren übernehmen, sobald diese aus dem Leben scheiden. Weil Menschen unangenehmerweise nicht von sich aus so ohne weiteres sterben wollen, helfen die wiedergeborenen Dämonen tatkräftig und blutig mit. Außerdem stillen sie mit dem rohen Fleisch ihren rätselhaften Hunger.

Weil es sich bei Auferstehung eben nicht um klassische Zombies handelt, können sie hier auch sprechen, Waffen benutzen und Fahrzeuge lenken. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig und wird auch zum Ende irgendwie nicht besser. Es fühlt sich einfach falsch an.

Jetzt muss ich aber auch dazusagen, dass ich zwar apokalyptische Szenarien mag, aber gern noch einen Hoffnungsschimmer am Horizont sehe. Langsame und dumme Zombies sind fies, aber man hat eine Chance. Schnelle Zombies sind schon fieser und minimieren die Chancen. Kommen dann noch Tiere dazu, wird's allmählich extrem fies, weil es kaum mehr einen Rückzugsraum gibt. Wenn reanimierte Tiere und Menschen dann aber auch noch denken, planen, taktieren und Waffen benutzen können, dann wird's halt hoffnungslos und damit für mich unschön.

Zumindest diese Hoffnungslosigkeit blitzt immer wieder mal durch, nur um im nächsten Moment die Charaktere oft stundenlang über leere Straßen ziehen zu lassen und seltsam leer zu wirken. Das passt irgendwie nicht so richtig und war in dem Buch Totes Meer meiner Meinung nach besser dargestellt.

Achja, kurz zur Handlung. Der Hauptcharakter, Jim, sitzt in seinem Bunker, bis er von seinem bei seiner geschiedenen Frau lebenden Sohn einen Hilferuf erhält. Noch bevor er zurückrufen kann, versagen die Batterien in seinem Mobiltelefon. Bewaffnet und mit dem nötigsten ausgerüstet, macht er sich auf den Weg, nur von dem Gedanken beseelt, seinen Sohn zu retten.

Was bleibt ist ein Buch, dass das Label "Zombie" meiner Meinung nach zu Unrecht trägt und die ständige Bedrohung durch die Dämonen zu selten eindringlich darzustellen vermag. David Moody schafft das in seinen Hater-Büchern wesentlich besser. Trotzdem bleibt ein gerade noch empfehlenswertes Buch, das ein paar Stunden durchaus unterhalten kann.

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