Montag, 25. Juli 2011

Books of the Dead - Limit von Frank Schätzing

Eigentlich ja kein "Books of the Dead", aber weil ich es grad durch hab, dacht ich mir, ich schreib mal ein, zwei Zeilen zu dem Buch.

Frank Schätzing ist ja spätestens seit "Der Schwarm" kein Unbekannter mehr. Nachdem ich das Buch endlos vor mir hergeschoben hatte, kam ich vor einigen Wochen endlich in den Genuss und war so begeistert, dass ich mir gleich noch ein paar Werke von Schätzing gegönnt hab, wie eben "Limit".


Gut, ein paar Kritikpunkte hatte ich bei "Der Schwarm" auch. Zum Beispiel, dass Frank gern mal sehr stark ins Detail geht. Diese Details sind in der Regel sauber recherchiert und allein dafür hat Frank meinen vollsten Respekt. Ich möcht gar nicht wissen, wieviel Zeit dafür investiert wurde, dies zu recherchieren und noch mehr würde mich interessieren, ob er die Geschichte um diese kleinen Details strickt, oder Teile seiner Geschichte am Ende nochmal komplett umschreibt.

Wie auch immer. 

All diese kleinen und größeren Details können durchaus interessant, aber auch anstrengend zu lesen sein. Des weiteren walzt er gern mal uninteressantes zu stark aus und verliert sich auch schon Mal. Im großen und ganzen macht das aber nichts, weil noch immer eine verdammt starke und spannende Geschichte bleibt. Zumindest die ersten drei Viertel. Das Ende wirkt nämlich meiner Meinung nach leicht gehetzt und es überschlägt sich alles, was sich teils a bisserl konstruiert liest.

Das alles traf auf "Der Schwarm" zu und trifft auch wieder auf "Limit" zu.

Bei "Limit" stößt Frank meiner Meinung nach aber auch an sein Limit (haha, supersinnloses Wortspiel!). So versucht er zwei Handlunsstränge zu verschmelzen, die sich nie so wirklich verschmelzen lassen. Er schießt zig Leute per Fahrstuhl ins Weltall, von denen sich keiner so recht im Gedächtnis verankern mag und deren Schicksale dem geneigten Leser so auch relativ egal sind.

Besser wär's gewesen, einen Handlungsstrang komplett zu ignorieren und stattdessen dem Strang rund um Owen Jericho zu folgen, der den wesentlich spannenderen Teil abgibt. Weil man aber relativ lang der Geschichte um den Milliardär Julian Orley folgt, dauert's auch, bis zum ersten Mal richtig Spannung aufkommt. So will das erste Viertel des Buchs einfach nicht richtig zünden und erst nach rund 300 bis 400 Seiten wird man das erste Mal so richtig hineingezogen.

Dann aber! Dann aber richtig.

Sobald sich die Geschichte auf die Geschichte rund um Owen konzentriert und seiner Jagd durch Shanghai, Berlin und London folgt, wird's richtig spannend und technisches Blabla zurückgefahren. Interessant fand ich auch seine Vision einer Welt in 15 Jahren und durchaus witzig auch seine kleinen Seitenhiebe und Anspielungen auf unsere Welt aus einer zukünftigen Sichtweise.

Wenn die Geschichte aber zum Ende kommt, überschlägt sich wieder alles. Plötzlich ist Owen nur noch eine Randfigur und nur noch kurz wird seine eigentlich wichtige Rolle in diesem Spiel mit einem kurzen Auftritt gewürdigt. Auch die letzten Seiten wirken etwas lieblos drangepackt, so als ob jemand (Testleser?) der Meinung war, dass man das Buch so nicht enden lassen könne. Wer das Buch gelesen hat, der weiß, was ich meine.

Von all dem Gemecker abgesehen bleibt aber noch immer eine spannende Geschichte und viel Lesestoff für einen verregneten Sommer.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen