Montag, 4. Juli 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 14

Kapitel 14

„Weitermachen? So als ob nichts gewesen wäre? Verdammt Braun, Reichl war mein Freund und ich habe eben meinem Freund eine Kugel in den Kopf gejagt. Sie verdammtes Arschloch.“

Zur Überraschung aller sprang Paul auf, ließ dabei den toten Körper von Sebastian fallen, stürzte sich auf den Oberleutnant und verpasste ihm mit der Rechten einen Aufwärtshaken gegen sein Kinn. Brauns Kiefer klappten mit einem klackenden Geräusch zusammen und der Schwung schleuderte ihn nach hinten. Durch den Schwung verlor er sein Gleichgewicht und ging zu Boden. Noch bevor er richtig am Boden lag, war Paul bei Braun und gerade als er zutreten wollte, riss ihn Horst zurück.

„Lass gut sein Kumpel, er ist es nicht wert. Er ist es nicht wert!“

Augenscheinlich konnte er ihn überzeugen, denn langsam beruhigte er sich, während der Oberleutnant sich mit schmerzverzerrtem Gesicht am Kinn rieb und dabei langsam aufstand.

„Das war dumm, Bährer, sehr dumm. Eines Tages werden Sie das bereuen. Nicht hier, nicht heute, aber ich schwöre Ihnen, dass Sie sich mit dem Falschen angelegt haben. Sie verdammter Narr.“

„Halt dein scheiß Maul. Halt einfach dein scheiß Maul.“ Schrie ihm Horst entgegen. „Lass uns das hier professionell zu Ende bringen und danach könnt ihr euch von mir aus die Fresse einschlagen.“

„Schön, aber halten Sie ihren … Ihren ‚Vorgesetzten‘ im Schach, Herr Polizeiobermeister.“

„Keine Sorge. Wie sollen wir das beenden?“

„Wir müssen das Verwaltungsgebäude sichern und versuchen, die elektrische Versorgung wieder herzustellen. Danach haben wir unsere Augen wieder überall und können das Gelände abschließend sichern. Ich bin dafür, dass Sie Bachmeier vorausschicken. Der hat nichts mehr zu verlieren.“

„Aus einer rein rationalen Sichtweise haben Sie natürlich Recht, aber können Sie sich verdammt nochmal nicht einfach mal zurückhalten?“ spie Horst Braun entgegen.

Ohne auf Horsts Frage einzugehen, drehte Braun sich wortlos weg und ging zurück zu seinen Männern. Dabei kam er an Brunner vorbei, den er einfach ignorierte. Mit einem Schulterzucken ging er hinterher und gesellte sich dann zu Braun und den anderen drei Soldaten. Horst klammerte sich noch immer an Paul, dessen Atmung langsam ruhiger wurde.

„Geht’s wieder Kumpel?“

„Jaja, lass mich los.“

Vorsichtig lockerte er den Griff, blieb aber wachsam, während sich Albert wieder zu ihnen gesellte.

„Braun hat Recht. Ich werde gehen. Ihr gebt mir Deckung und achtet darauf, dass ich nicht aufgefressen werde.“

„In Ordnung. Paul?“

„Ja, geh ruhig. Ich kann nur diese verdammte selbstgefällige und pseudoharte Tour von Braun nicht ab. Seine verdammte Emotionslosigkeit, seine verdammte Überheblichkeit.“

„Lass gut sein Paul. Vielleicht nehme ich ihn noch mit, bevor ich abtrete. Ich hab nichts mehr zu verlieren.“

„Nein, so nicht, Albert. Es muss andere Möglichkeiten geben.“

„Wie geht’s denn jetzt weiter Paul?“ mischte sich Horst wieder ein. „Wir stecken in diesem Käfig und das Verwaltungsgebäude ist da drüben.“

„Vielleicht gibt’s wieder einen Notschalter, oder Hans muss nochmal ran. Könntest du mal bei dem Oberscheißkerl nachfragen?“

„Ich glaube, das ist nicht nötig. Sieht so aus, als ob wir Besuch bekommen.“

Tatsächlich ging Braun an der Spitze seiner kleinen Truppe und zusammen kamen sie auf die drei restlichen Polizisten zu. Der Oberleutnant hatte offensichtlich zu seiner unterkühlten Beherrschung zurückgefunden und wirkte wieder so emotionslos, wie man ihn kannte. Erstmals fiel Horst auf, was ihn an den drei Soldaten in seiner Gefolgschaft störte. Sie wirkten mindestens genauso emotionslos wie ihr Vorgesetzter und setzten sich so von Brunner ab, den die Ereignisse sichtlich gezeichnet hatten.

„Also gut, wie ich sehe, haben Sie wieder zur Vernunft zurückgefunden. Ich möchte nun das weitere Vorgehen mit Ihnen abstimmen. Sie haben sicher schon gemerkt, dass wir momentan wie ein Hamster im Käfig sitzen. Das lässt sich leicht ändern. Sehen sie das Kontrollfeld da unten? Die Tür ist an den gleichen Stromkreis wie die Tür angeschlossen. Es gibt einen universellen Notfallcode, mit dem sich die Tür entriegeln lässt. Die Zahlen müssen mit der Raute getrennt eingegeben werden: 4 8 15 16 23 42“

Kommentare:

  1. OMG eine Anspielung auf LOST!!!
    So das hast du jetzt davon! Das musste ich mal schreiben nachdem ich innerhalb von 2 Tagen jetzt die ersten 2 Geschichten verschlungen haben. Die haben mir bisher sehr gut gefallen und ich kanns auch schon kaum erwarten wie es weiter geht :-)
    Gruß Daniel

    AntwortenLöschen
  2. Endlich hat's jemand gemerkt. Wobei ich dazusagen muss, dass das das (wow) einzige ist, was ich von Lost weiß. Das, und das es auf einer Insel spielt. :)

    Aber ich wollte einen kleinen Nerdverweis und auch eine Verbindung in "unsere" Welt.

    Achso, ja, ich hoffe, du hattest Spaß beim lesen und danke für's Feedback. :)

    AntwortenLöschen
  3. Wie du verwendest Sachen aus LOST und hast die Serie noch nicht mal gesehn! Schande über dich und sofort nachholen, ansonsten verpasst du eine der besten Serien die es bis jetzt gab (wobei ich sagen muss über das Ende kann man Diskutieren)
    Greetz Daniel

    AntwortenLöschen
  4. Sagen wir mal so: auch Nichtsehern offenbart sich im Netz so die eine oder andere Besonderheit aus dieser Serie.

    Um zu erklären, warum ich die Serie nie geschaut hab, müsst ich weit ausholen. Alles find damit an, dass ich die ersten Folgen verpasst hab, und ich diese erst nachholen wollte, bevor ich da weiter einsteige. Das hab ich ewig vor mir hergeschoben und dann kam wieder was anderes dazwischen. Irgendwann war die Serie dann vorbei und überall wurde über das doofe Ende gejammert und ich hatte dann plötzlich keinen Bock mehr, mir eine Serie mit doofem Ende anzuschauen. Vielleicht hol ich's irgendwann nach, wenn's die komplette Serie mal billig auf DVD gibt. Bis dahin schieb ich das mal noch etwas vor mir her. :)

    AntwortenLöschen