Donnerstag, 7. Juli 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 17

Kapitel 17

„Es muss sich so abgespielt haben: der Soldat hier war zwar verwundet, aber noch nicht tot. Beim Rückzug der geheimnisvollen Angreifer konnte er eine der Waffen entwenden und hat einen von ihnen auf der Flucht damit tödlich getroffen. Er konnte noch die Nachricht an die Wand schreiben, bevor er verstarb.“

„Klingt plausibel Paul. Bleiben noch zwei Fragen: wer waren die Angreifer und woher hatten sie die Waffe?“

„Sobald wir Verbindung ins Hauptquartier haben, werde ich das, was wir haben Herling geben. Dem können wir trauen.“

„Könnt ihr mal hochkommen?“ Alberts Stimme hallte durch das Gebäude.

Sofort liefen die Drei die Treppe rauf und stellten sich zu Hans und Albert, wobei Hans nervös auf einer Tastatur herum tippte.

„Was ist?“

„Unser Freund hier hat nach und nach die Kameras wieder aktiviert und seht mal hier: Diese Kamera zeigt das Südtor.“

„Es ist offen.“

„Gut erkannt, Chef. Und jetzt schaut euch das hier an. Das hat die Kamera vor einer Minute aufgezeichnet.“

Das Bild zeigte einen gepanzerten Truppentransporter, der mit voller Fahrt aus dem Tor schoss und es offen hinter sich zurückließ. Untote taumelten ins Bild und wankten dem wegfahrenden Fahrzeug hinterher.

„Verdammte scheiße, wo kam der denn her?“

„Ich hab keine Ahnung, aber wir haben ein Problem. Unser Freund hier“ Albert nickte dabei in die Richtung von Hans, „kann das Tor von hier aus nicht wieder verschließen. Wir müssen raus und über den Kontrollmechanismus im Turm das Tor verriegeln. Andernfalls wimmelt es hier bald wieder von Untoten.“

„Warum hat das Südtor keine eigene Schleuse?“

„Weil es nicht der Bahnverbindung dient. Bei den Planungen hatte man auf Bahnverbindungen gesetzt. Der Landweg war nicht dafür vorgesehen, häufig frequentiert zu werden und eigentlich nur für Not- oder Ausnahmefälle. Um Zeit und Material zu sparen, hat man aus dem Grund auf den Bau von Schleusen verzichtet.“ erwiderte Brunner.

„Da hat ja jemand mitgedacht, was? Ach, scheiß drauf. Ich gehe.“ verkündete Albert.

„Wir kommen mit. Du schaffst das nicht allein, Albert.“

„Nein Chef, bisher ist keiner der Untoten reingekommen. Außerdem können mir ja Braun und seine Männer Deckung geben.“

„Also gut, aber dann beeil dich und lauf los.“

Albert verabschiedete sich und machte sich auf den Weg zum Südtor. Brunner versuchte den Oberleutnant und die anderen Männer über Funk zu erreichen, erntete aber nur statisches Rauschen.

Zur gleichen Zeit öffnete Albert die Tür und stürmte aus dem Verwaltungsgebäude. Etwas irritierte ihn. Er schaute sich während er weiterlief blinzelnd um. Überrascht nahm er wahr, dass die Leiche des Soldaten mit dem unbekannten Abzeichen verschwunden war. Er griff nach seinem Funkgerät und aktivierte es.

„Hallo Paul, hier Albert. Sie sind weg.“

„Wer?“

„Braun, seine Männer und die Leiche.“

„WAS? Verdammt, verdammt, verdammt. Lauf weiter zum Tor.“

Auf den Überwachungskameras verfolgten sie Alberts Weg und Paul versuchte, eine Funkverbindung zu Braun aufzubauen. Er scheiterte dabei ebenso, wie der Oberfeldwebel zuvor. Auch die anderen Kanäle blieben stumm. Die Funkgeräte mussten deaktiviert oder sogar zerstört worden sein. Paul beschloss, dass es keinen Sinn hatte, weiter dem statischen Rauschen des Funkgeräts zu lauschen und sah wieder auf den Monitor.

Dort lief gerade Albert ins Bild. Kein Untoter stellte sich ihm in den Weg. Erst als er das Tor erreicht hatte, schienen einige der Kreaturen sich seiner Anwesenheit bewusst zu werden und wankten langsam in seine Richtung. Albert stoppte kurz und jagte Kugeln in die Köpfe der Zombies. Die drei Gestalten fielen zu Boden, noch ehe er seinen Weg fortsetzte.

Beim Kontrollturm befand sich eine Treppe, die eckig zum Turm hinaufführte. So schnell es ging erklomm er die Stufen und betrat den Turm. Ein toter Soldat lag am Boden, ein anderer neben den Armaturen. Dieser schien erst kürzlich umgedreht worden zu sein. Albert sah den Schalter für die Torsteuerung und beeilte sich, ihn umzulegen, bevor noch mehr Untote in die Anlage eindringen konnten.

Motoren heulten auf, die das schwere Metall quietschend über den Boden schoben. Die Tore schlossen sich endlos langsam. Viel zu träge bewegten sich die Torflügel, und viel zu behäbig näherten sie sich an. Der Vorgang dauerte so lang, dass mehrere Untote in die Anlage eindringen konnten. Endlich schloss sich das Tor mit einem lauten Knall, wobei es zwei Zombies zwischen den Torflügeln zerquetschte.

Vom Turm aus hatte Albert ein freies Schussfeld und wollte das ausnutzen. Nach und nach brachte er die Eindringlinge zu Fall. Sie hatten gegen ihn keine Chance. Trotz seiner Verletzung war Bachmeier hochkonzentriert und sein Körper funktionierte. Er hatte keine Angst vor dem, was ihn nach seinem Tod erwartete, aber er hatte auch nicht vor, kampflos abzutreten. Nachdem der letzte Zombie gefallen war, stieg er vom Turm herunter und ging zufrieden zum Verwaltungsgebäude zurück.

Dort fand eine aufgeregte Diskussion zwischen Paul und Guba statt.

„Was meinen sie damit, dass die Kameras nichts aufgezeichnet haben?“

„Ja, doch aufgezeichnet schon. Aber die Aufzeichnungen enden abrupt. Auf dem letzten Bild sehen wir den Zug einfahren, den wir unterwegs gefunden haben und wieder mit hierher brachten. Den Aufenthalt hier und die Abfahrt ist schon nicht mehr mit drauf.“

„Verdammt. Haben wir Bilder von Braun?“

„Nein. Die Kameras vor dem Gebäude sind ausgefallen, möglicherweise zerstört. Die haben gar nichts mehr aufgezeichnet.“

„Was haben wir dann?“

„Nichts.“

Kommentare:

  1. Guten Morgen,

    wie immer super spannend und toll geschrieben.

    Hier ist glaube ich ein Fehler:
    freies Schussfeld und wollte das auszunutzen.

    ausnutzen oder?

    mfg

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  2. Sehr gut. Danke.

    Der Satz wurde umgestellt und das Wort dabei übersehen. Jaja, Ausreden. :)

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