Dienstag, 19. Juli 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 29

Kapitel 29

Tatsächlich hatte das Ablenkungsmanöver gefruchtet und präsentierte den beiden Beamten fast leere Straßen. Von den vereinzelt herumstehenden Streunern ging keine Gefahr aus und konnten leicht ausmanövriert werden. Trotzdem versuchten Paul und Martina ihr Schritttempo hoch und den Geräuschpegel so niedrig wie möglich zu halten. Letzteres wäre gar nicht nötig gewesen, übertönte doch die Musik aus den Lautsprechern alle Geräusche in der näheren Umgebung.

„I wake up, this was a dream, I drink my beer. But then I see a Zombie killin', I know I must die“

„Da vorne!“ keuchte Martina neben Paul, verlangsamte ihren Gang und deutete mit der freien Hand auf eine kleine Gruppe von vier Untoten. „An denen kommen wir nicht so einfach vorbei.“

„Sehe ich genauso.“ Stellte Paul schwer atmend fest. „Ich nehme die Zwei links und du die Rechten. Auf drei. Eins. Zwei. Drei.“

Die Sturmgewehre bellten auf und beförderten ihre tödliche Fracht mit Überschallgeschwindigkeit zu ihren Zielen. Der Lärm der Schüsse würden in dem Getöse der lauten Musik untergehen, dahingehend machte sich Paul keine Sorgen. Während Martina ins Schwarze, oder eher ins Graue, traf, ging Pauls erster Schuss daneben.

„Aus der Übung, Großer?“ feixte sie in seine Richtung.

„Nein, nur etwas aus der Puste. Warte. Wieder auf drei.“ Erneut zählte er an, presste das Schulterstück so fest es ging an sich und diesmal tat das Blei seine Wirkung. Ohne Zeit zu verlieren jagte er eine zweite Kugel hinterher und beobachtete, wie der Untote zu Boden ging. Auch Martina hatte ihr zweites Ziel ausgeschaltet und gemeinsam legten sie die letzten Meter zum LKA rasch zurück.

Die Außenkameras hatten sie längst erfasst, als sie vor der Schleuse standen, und noch bevor sie etwas sagen mussten, öffnete sich bereits das Tor, um sie einzulassen. Bruno hatte bereits ihr Kommen angekündigt und so wurden sie nach einer formalen Überprüfung ins Gebäude gebracht, in dem Horst bereits bei einigen IT-Spezialisten saß. Diese hockten mit glasigen Augen vor ihren Bildschirmen und beobachteten einen Balken, der langsam von links nach rechts wanderte.

„Sieht spannend aus.“ Bemerkte Paul, als der den Raum betrat.

„Ah, endlich. Hallo Martina, hallo Paul, schön euch zu sehen und schön, dass mal jemand hier ist, der meine Sprache spricht.“

Ein kurzer verächtlicher Blick von einem der Spezialisten bohrte sich in Horsts Rücken, während dieser auf seine beiden Kollegen zuging.

„Hallo Horst.“ Entgegnete ihm Martina und drückte ihn zur Begrüßung an sich.

Etwas zu fest, wie Paul fand, der anschließend Horsts Hand ergriff und sie zur Begrüßung schüttelte.

„Habt ihr schon was?“ erkundigte er sich bei seinem Freund.

„Nein, bisher noch nicht. Die Kollegen hier waren hellauf erfreut, mal wieder gefordert zu werden, aber momentan haben sie noch nicht viel vorzuweisen.“ Antwortete Horst absichtlich so laut, dass ihn die Kollegen hören konnten.

„Wenn du es besser kannst, warum machst du es dann nicht?“ Der Jüngere der Beiden erhob sich und kam auf die kleine Gruppe zu. „Hallo, ich bin Alex Förster und das da ist mein Kollege Marko Lehmann.“

Letzterer hob gedankenverloren eine Hand, was wohl einen Gruß darstellen sollte, und ließ sie sogleich wieder sinken.

„Es ist richtig, dass wir noch nicht viel haben, aber es gibt immerhin eine Auffälligkeit. Bei oberflächlicher Betrachtung sieht es für den Laien so aus, als wären die Überwachungskameras nacheinander deaktiviert worden und somit die Aufzeichnung beendet. Wir haben allerdings mit Hilfe einer neuen Makrosoftware die Schnittenden etwas genauer betrachtet und können jetzt mit Sicherheit sagen, dass der Film nachträglich geschnitten und einige Minuten gelöscht wurden. Die entsprechenden Teile der Festplatte wurden scheinbar überschrieben und damit gelöscht. Ein gängiges Verfahren, um keinen Datenmüll zurückzulassen, der von entsprechender Software recycelt werden kann.  Mit unserer neuen Wiederherstellungssoftware konnten wir aber bereits Teile des ursprünglichen Codes wieder herstellen.“ Berichtete Förster nicht ohne sichtlichen Stolz und einem Grinsen im Gesicht.

„Siehst du, ich hab dir ja gesagt, die sprechen eine andere Sprache.“ Witzelte Horst und grinste dabei in Alex‘ Richtung.

„Also gut, ich versuch es mal so zu sagen, dass Sie es auch verstehen. Wir haben es hier mit jemanden zu tun, der weiß, wie er Dinge verstecken muss. Hier war kein Amateur am Werk und die Wiederherstellung der Daten wird nicht einfach. Ich würde sogar behaupten, dass große Teile tatsächlich unwiederbringlich verloren sind, aber eben nicht alles.“

„Was heißt das dann für uns?“ wollte Paul wissen.

„Das heißt, dass ich ihnen keinen Film liefern kann, aber eventuell genügend Daten eines Wiederherstellungspunkts zusammenbekomme, um daraus einzelne Bilder abzuleiten.“ Erteilte ihm Förster geduldig Auskunft.

Kommentare:

  1. ->Die entsprechenden Teile der Festplatte wurden scheinbar überschrieben und damit gelöscht, um wieder herzustellenden Datenmüll zu vermeiden, aber mit unserer neuen Wiederherstellungssoftware konnten wir bereits Teile des ursprünglichen Codes wieder herstellen.<-
    Diesen Absatz finde ich ganz schwierig zu lesen. Vielleicht kannst Du daraus zwei Sätze machen. Und dann evtl. die Wortwiederholung "wieder herstellen" vermeiden.

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  2. "Ohne Zeit zu verlieren jagte er eine zweite Kugel hinterher und beobachtete, wie er Untote zu Boden ging." - Nur ein kleiner Schreibfehler. Btw.: super Songs die du da ausgewählt hast, aber kennt man ja aus dem ersten Band^^
    Gruß, Michael

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  3. Danke, ausgebessert. Endlich würdigt auch mal jemand die Songauswahl. Ich dacht schon, das merkt keiner.

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