Samstag, 23. Juli 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 33

Kapitel 33

„Verdammt Horst, ist das nicht …?“ Pauls Gesicht schien mit der grauen Wand zu verschmelzen.

„Doch, ich glaube schon.“ Bestätigte Mewes Bährers Befürchtungen. „Der Grundriss des Gebäudes ergibt das gleiche Symbol, dass der unbekannte Angreifer als Kennzeichnung auf seiner Uniform hatte. Und dieses Gebilde steht nur wenige Kilometer von dem Regierungsgebäude entfernt.“

„Scheiße. Alex, Marko, könnt ihr rausfinden, was das für ein Gebäude ist? Welchem Zweck es dient, oder wer es gebaut hat?“ rief Paul aufgeregt.

„Nein, oder sagen wir so, zumindest nicht sofort. Wie schon gesagt unterliegt Rügen der höchsten Geheimhaltungsstufe. Wir könnten höchstens versuchen, über die Architekten oder die Baufirmen einen Auftraggeber zu ermitteln, befürchte aber, dass von denen keiner mehr am Netz ist, sofern die noch leben.“ Erwiderte Alex die Frage.

„Verdammt. Wir müssen das Bruno zeigen. Könnt ihr uns davon Ausdrucke machen? Einmal vergrößert und einmal in der Übersicht.“

„Na klar, kein Problem. Sonst noch was?“

„Ja, was ist mit dem Film?“ wollte der Polizeihauptmeister noch wissen.

„Fast fertig. Ich würde sagen, fünf bis zehn Minuten noch.“

„O.k., klingt gut. Wo kommen die Ausdrucke raus?“

Markos Hand deutete auf einen verschämt in der Ecke stehenden Drucker, der just in diesem Moment seinen Betrieb aufnahm und mehrere Seiten Papier ausspuckte.

„Soll ich euch die Bilder auch zu mailen?“

„Nein, lieber nicht, aber speichere dir die Dateien sicherheitshalber ab. Eventuell kommt Bruno, ich meine Polizeioberrat Herling, deswegen noch mal auf euch zu.“

„Wird gemacht. Ich würde vorschlagen, ihr holt euch noch einen Kaffee. Wir haben hier eine exquisite Maschine und das Milchkonzentrat ist von echter Milch fast nicht zu unterscheiden.“

„Und der Kaffee?“

„Lass es mich so sagen: das stört dich nur, wenn du dich noch an den Geschmack von echten Kaffee erinnerst.“ Ein Grinsen huschte über Lehmans Gesicht.

Zusammen mit Horst und Martina ging Paul in die Kaffeeküche und bereiteten sich den Kaffeeersatz zu, dabei begutachteten die Ausdrucke. Die Bilder, die während der Aufbauphase gemacht wurden, zeigten einen großzügig dimensionierten unterirdischen Bereich, ohne genaue Strukturen erkennen zu lassen. Die späteren Aufnahmen ließen die Schlussfolgerung zu, dass große Teile des Unterbaus mit Erde und Grasflächen kaschiert wurden, so dass überirdisch keine Anzeichen für die vorhandenen Katakomben erkennbar waren.

„Das Ding ist wie ein Eisberg“ warf Martina ein.

„Ein Eisberg?“ grübelte Horst.

„Naja, wie ein Eisberg eben. Bei einem Eisberg ragt auch nur die Spitze aus dem Wasser, während 90 % der tatsächlichen Masse unter Wasser ist. Das hier wirkt ähnlich. Durch diese kreuzförmige Struktur verschenkt das Gebäude überirdisch viel Platz, die, wie hier auf diesem Bild erkennbar, durch Grünflächen ersetzt werden.“ Erklärte sie den beiden Kollegen.

Für Paul war das noch nicht schlüssig: „Aber warum dann diese Form?“

„Ich weiß es nicht. Die Form scheint keinen praktischen Zweck zu erfüllen und dient vielleicht momentan eher als Symbol. Eventuell ist das auch nur das Ergebnis vom Größenwahn seiner Erbauer. Möglich, dass die sich nicht länger verstecken möchten, und damit ein Zeichen setzen wollen. Ein Zeichen ihrer Macht.“

„Was ist denn das?“ Horsts Finger deuteten auf eine undeutliche Linie, die sich vom unteren südlichen Teil des Gebäudes quer über die Insel verfolgen ließ, und sich dort mit anderen Linien verband, um schließlich über die Brücke führen.

„Das müssen Gleise sein. Die haben tatsächlich eine eigene Eisenbahnanbindung.“ Erkannte Paul überrascht.

„Ich würde mir das Gebäude und dessen Bewohner gerne mal von der Nähe ansehen.“

„Nicht nur du Horst, nicht nur du.“ Pflichtete ihm sein Kollege bei und nahm einen Schluck von dem Kaffeeersatz. Nur mit Mühe konnte er die Brühe im Mund behalten und schluckte sie mit ekelverzerrtem Gesicht herunter, bevor er den restlichen Inhalt der Tasse im Ausguss entleerte. Den anderen beiden blieb der erste Schluck im Halse stecken, so dass sie ohne Umschweife beschlossen, es Paul gleichzutun.

Kommentare:

  1. Mahlzeit,

    Zusammen mit Horst und Martina ging Paul in die Kaffeeküche und bereiteten sich den Kaffeeersatz zu, dabei begutachteten die Ausdrucke.

    ", dabei begutachteten sie die Ausdrücke."
    Kann das nächste Kapitel wie immer kaum erwarten :)

    mfg

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  2. Nein, in dem Fall nicht.

    http://www.duden.de/rechtschreibung/Ausdruck_Text_Druckversion

    http://www.duden.de/rechtschreibung/Ausdruck_Wort_Bezeichnung_Stil

    Ausdruck ungleich Ausdruck. :)

    Aber danke für den Hinweis.

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