Donnerstag, 18. August 2011

Books of the Dead: Nach dem Ende von Alden Bell

Von Schätzing hab ich jetzt erst mal die Nase voll und widme mich wieder Zombies und der Endzeit.


„Nach dem Ende“ bietet beides. Die Welt ist tot. Seit 25 Jahren ziehen Untote, hier „Schaben“ genannt, übers Land. Die Lebenden dienen als Mahlzeit oder werden durch Bisse infiziert. Die Zivilisation liegt am Boden und nur wenige Orte menschlichen Zusammenlebens sind noch übrig.

In diese Welt hinein wurde Temple, die Hauptdarstellerin des Buchs, geboren. Ihr Alter bleibt bis zum Ende ein Geheimnis, ebenso was aus ihrem Bruder Malcolm wurde. Ohne Ziel streift Temple durch die Welt, verfolgt von den Schatten ihrer Vergangenheit. Dann trifft sie den geistig behinderten Murray und erhält wieder eine Aufgabe, ein Ziel, das sie forthin verfolgt.

„Nach dem Ende“ ist ein Roadmovie in Buchform (Roadbook?). Der Leser begleitet Temple auf ihrer Reise durch die verfallenen USA und lernt mit ihr Menschen kennen, die dem Horror auf ihre Art begegnen. Neben Gemeinschaften, die sich in zivilisatorischen Zügen zusammengeschlossen haben, trifft sie auf Zombiejäger, Mutanten und familiäre Gemeinschaften, die sich dem Horror vor ihrem Anwesen ganz einfach verschlossen haben.

Fast allen Gemeinschaften gemein ist, dass es sich dabei überwiegend um friedliche Gemeinschaften handelt, die dem gängigen Endzeitklischee herum streifender Banden mit egoistischen Motiven widersprechen.

Das klingt jetzt alles, wenn auch wenig originell, zumindest nach einer spannenden Endzeitgeschichte. Wenn da nicht der Schreibstil wäre. Der soll wohl die mangelnde Bildung der Hauptperson widerspiegeln.

So sind die meisten Textpassagen karg und die Sprache ist grobschlächtig. Zitate sind nicht kenntlich gemacht und so fällt es oft schwer, Gesagtes von Erzähltem zu unterscheiden. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber daran. Durchaus positiv daran ist aber, dass sich der Autor somit voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren kann, die geradlinig durchexerziert wird. So erhält man hier das Destillat einer Geschichte, ohne Fett und ohne Sehnen, aber auch mit zu wenig Fleisch. Verursacht kein Völlegefühl, macht aber auch nicht richtig satt.

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