Dienstag, 30. August 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 71

Kapitel 71
„Und?“ Martina blickte sorgenvoll drein, während Leyrer den Telefonhörer zurücklegte.
„Nichts. Wir erreichen Paul einfach nicht. Sein Mobiltelefon ist ausgeschaltet, oder zerstört. Natürlich schwer vorstellbar, aber wir können es nicht ausschließen.“
„Was ist mit Funk?“, bohrte Martina entschlossen und krank vor Sorge nach.
„Keine Chance.“ gab Leyrer resigniert zu verstehen
„Nein, es muss doch noch andere Möglichkeiten geben.“ Martinas Stimme bekam etwas Flehendes.
„Wir haben keine Verbindung nach Rügen und zu den dortigen Sicherheitskräften. Die Funkverbindung ist tot, die Telefone melden keine Verbindung und zumindest mir sind keine anderen gesicherten Leitungen bekannt. Seit Brunos dahinscheiden ist die Lage mehr als verworren. Der Zivilist, von dem sie gesprochen haben, nun, ich darf Ihnen auch heute noch nichts über ihn erzählen, aber er spielt auch eine Rolle in diesem Spiel. Ich weiß nur nicht welche und wenn ich es wüsste, dürfte ich es nicht erzählen. Anweisung von ganz, ganz oben.“
„Was bedeutet das alles?“
„Wenn ich das nur wüsste. Irgendjemand hält uns an der kurzen Leine. Irgendjemand will nicht, dass wir mehr erfahren, als wir ohnehin schon wissen. Dieser Jemand hat große Macht und ehrlich gesagt fürchte ich, dass wir solange dieser Jemand die Hand über uns hält, auch keinen Kontakt zu Paul aufbauen können.“ Beherrscht schaute Leyrer Martina an.
„Wir können doch nicht einfach hier sitzen und Däumchen drehen? Verdammt, sollen alle umsonst gestorben sein? Damit kann und will ich mich nicht abfinden.“ Noch eben niedergeschlagen, spie Martina ihm die letzten Worte förmlich ins Gesicht.
Schnell ließ er sich von Martinas Kampfgeist anstecken: „Niemand ist hier umsonst gestorben. Wir werden umgehend eine Taskforce bilden und dort unsere Experten versammeln. Vielleicht können wir online eine Verbindung aufbauen. Marko und Alex sollen die Server zurück ans Netz bringen. Unsere Kommunikationsspezialisten sollen andere Wege erkunden. Wir sind noch nicht am Ende.“
Das Telefon unterbrach Leyrer bei seinen Ausführungen, der das läutende Gerät wie einen Fremdkörper anstarrte, bevor er es in Betracht zog, den Hörer abzunehmen. Während des Gesprächs nahm die Farbe in seinem Gesicht immer stärker ab. Am Ende führte er kraftlos den Hörer zurück.
„Wir haben die Identität der Angreifer.“ Sprach er leise in den Raum.
„Und? Mensch Klaus, spann uns nicht auf die Folter.“ Gab sich Carsten ungeduldig.
„Einer der Angreifer war König. Hauptmann König, der befehlshabende Offizier von MO1.“ Kurz sah er in die geschockten Gesichter von Carsten und Martina, bevor er fortfuhr. „Auch die anderen Angreifer waren in MO1 stationierte Armeeangehörige.“
Martina schüttelte ungläubig den Kopf „Dann waren dort alle Verräter? Wozu das alles? Ich dachte, dieser König war ein Kriegsheld, oder so was?“
„Es ist keineswegs gesagt, dass es Verräter waren.“, widersprach Leyrer „Die Autopsie hat bei allen Leichen eine auffällige Narbe am Kopf entdeckt, die noch recht frisch erschien.“
„Und?“ unterbrach Carsten Leyrers Ausführungen.
„Die Pathologen haben die Narbe geöffnet und in allen Fällen etwas entdeckt. Eine kleine Apparatur, etwa so groß wie ein Fingernagel am kleinen Finger und kaum breiter, aber übersät mit Kabeln und Mikrochips. Die Technologie gibt ihnen Rätsel auf, aber die Positionierung lässt den Rückschluss zu, dass die Leute mit diesen Dingern kontrolliert wurden. Oder zumindest ihr Widerstand damit gebrochen wurde.“
„Du meinst, sie wurden ferngesteuert?“, warf der Waffenexperte ein.
„Nein, nicht direkt ferngesteuert. Nur eben ihr Widerstand unterdrückt, wie der Professor meinte, um ihnen neue Befehle erteilen zu können. Eine Art der Lobotomie. Sie wurden irgendwie umprogrammiert.“
„Umprogrammiert…“ Martina ließ sich in den Stuhl zurückfallen und stieß das Wort dabei förmlich hervor.  „Wenn sie Paul in die Hände bekommen, könnten sie ihn dann umprogrammieren?“
„Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, was mir Professor Heisler eben mitteilen konnte und das war nicht viel. Der Chip weist eine Nanotechnologie auf, die weit von der entfernt ist, wie sie zuletzt in der Wirtschaft eingesetzt wurde. Die Funktionsweise gibt ihnen noch Rätsel auf.“
„Besteht die Möglichkeit, dass unser Feind noch einige Überraschungen für uns parat hält?“ hakte Carsten nach.
„Für uns weiß ich nicht, aber für Paul mit Sicherheit.“, schloss Leyrer ab.

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    das mit dem Chip gefällt mir nicht so ganz.
    Ist für meinen Geschmack zusehr Sci-Fi für
    eine Zombiegeschichte. Bin aber trotzdem gespannt in welche Richtung du die Geschichte führst :)

    mfg Thex

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  2. Sollte gar nicht so sehr in die SciFi-Richtung gehen, ich wollte nu rnochmal verdeutlichen, wie übermächtig der Feind ist, mit dem sie zu tun haben.

    Erst wollt ich ja so richtig intelligente Zombies, das erschien mir dann aber wieder zu blöd und hab mich stattdessen für die nicht ganz so dumme Variante plus chipgesteuerte Marionetten entschlossen. Zumindest gibt's bei mir keine Aliens! *hust, hust, Bourne, räusper, hust* :)

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