Mittwoch, 31. August 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 72

Kapitel 72
Ein wahrer Fluss an Untoten brandete auf die Stellung zu, als hätten sie alle zum Ziel, Paul und Horst zu zerreißen. Seit sie in der vorgelagerten Stellung angekommen waren, war das Aufkommen an Untoten ungewöhnlich stark nach oben gegangen, was sich die Kommandantur nicht erklären konnte. Zudem waren alle Kommunikationskanäle ausgefallen und die Befehlskette damit unterbrochen.
„Können Sie mich aufklären?“, polterte Hauptmann von Greinitz los. „Seitdem Sie hier eingetroffen sind, ist hier der Teufel los. Ein Strom Zs ergießt sich aus allen Richtungen und unsere Kommunikation ist ausgefallen. Was ist hier los?“
Seine Augen wechselten zwischen den beiden Polizeibeamten hin und her, dabei entstand eine peinliche Stille, die nur von dem gedämpften Kampflärm untermalt wurde. Paul ergriff das Wort.
„Hören Sie, wir wissen nicht, was hier vorgeht. Wir können und dürfen nur berichten, was wir Ihnen schon erzählt haben. Unsere Zugführer haben uns überraschend verlassen, der Funk ist ausgefallen und plötzlich waren überall diese Dinger.“
„Ach, und das passiert Ihnen jeden Tag?“
„In letzter Zeit häufiger.“ Paul zeigte ein gequältes Lächeln, das von seinem Gegenüber nicht erwidert wurde.
„Nein, hören Sie. Irgendwas ist in dem Zug. Irgendwas, was die Zs anlockt und den Funk stört. Sie müssen den Zug vernichten und dafür sorgen, dass nichts davon übrig bleibt.“ mischte sich Horst in das Gespräch ein.
„Und wie sollen wir das Ihrer Meinung anstellen?“
‚Sie haben doch sicherlich Artillerie und Kampfhubschrauber. Irgendetwas in dem Zug lockt Zombies an, das ist doch offensichtlich. Sie müssen ihn vollständig zerstören, dann erledigt sich auch das Z-Problem.“
„Mal angenommen, wir hätten Kontakt zur Feuerleitstelle und zu den Helikopterstaffeln, also nur mal angenommen, warum sollten wir den Zug dann zerstören? Wenn sich darin tatsächlich ein Lockstoff befindet, müssen wir ihn vielmehr sicherstellen. Damit können wir den Ausgang des Krieges beeinflussen.“
Die hochnäsige Art des Hauptmanns machte Horst rasend. „Dann tun Sie doch, was Sie nicht lassen können. Aber wenn Sie das, was sie anlockt nicht neutralisieren, ist hier bald wirklich die Hölle los.“
„Ach, und Sie wissen das, weil...?“
„Weil ich nicht taub bin und höre, was da draußen vor sich geht. Und weil ich gesehen habe, wie sie auf unser Abteil zumarschiert sind...“ Horst stutzte: „Unser Abteil! Das ist es! Der Lockstoff muss im hintersten Abteil des Zuges versteckt sein. Sie müssen einen Trupp nach draußen schicken, der den Waggon untersucht.“ Horst wedelte aufgeregt mit den Armen.
„Und wonach?“ Erstmals schien von Greinitz den Worten des Polizeibeamten ernsthaft Gehör zu schenken.
„Was weiß ich? Groß kann es nicht sein, sonst wäre es uns aufgefallen.“
Der Hauptmann grübelte über Horsts Worten, bis ihn Paul in seinen Überlegungen unterbrach.
„Hören Sie, wir müssen weiter. Wir würden Sie gern unterstützen, aber wir haben eine Nachricht zu überbringen. Haben Sie eine Möglichkeit, uns nach Rügen zu bringen?“
„Hm?“ von Greinitz schrak aus seinen Überlegungen hoch. „Ja ja, natürlich. Auch wenn ich Sie wirklich noch gern etwas hier behalten würde, aber Ihr Begleitschreiben scheint mir in der Beziehung eindeutig zu sein. Der Feldwebel wird Sie mit dem Wagen nach Rügen bringen. Es ist von hier nicht mehr weit. Falls Ihnen unterwegs doch noch was einfällt, was für uns hier wichtig sein könnte, lassen Sie es Feldwebel Urban wissen.“
„Ach, eins noch.“, setzte Horst an. „An Ihrer Stelle würde ich den Zug dort stehen lassen, bevor sie wissen, welche Überraschungen er noch für Sie bereit hält.“
„Was meinen Sie?“
„Vielleicht ist dieser Zug ein trojanisches Pferd und Sie holen sich damit mehr Probleme ins Haus, als Sie damit beheben würden. Vielleicht sind die Frachtwaggons voller Sprengstoff. Ich darf nicht zu viel verraten, aber das Eine noch: wir haben es mit einem mächtigen Gegner zu tun, der nicht mal davor zurückschreckt, Menschenleben zu opfern und wir sind ihm nur knapp entkommen.“
„Danke für Ihre Warnung und eine sichere Reise noch.“
Als sie nach draußen traten, wurde Urban zum Hauptmann zitiert und nur kurze Zeit später kam er wieder zu Horst und Paul zurück. Mit der Erlaubnis des Hauptmanns nahmen sie ihre Ausrüstung und Waffen auf, folgten Urban zu einem Geländewagen und nahmen noch einen Funker mit, der sich als Hauptgefreiter Borne vorstellte. Borne wurde abkommandiert, um während der Fahrt zu versuchen, mit dem Hauptquartier Verbindung aufzunehmen. Dort würde man sich sicher für die Vorkommnisse am Vorposten interessieren.

Kommentare:

  1. So. Ich war jetzt ein paar Wochen im Urlaub und konnte dadurch leider den Blog nicht weiter folgen. Deshalb hab mich jetzt vor den PC gesetzt und die letzten 30 Kapitel gelesen und ich muss sagen, dass sich die Geschichte recht flüssig lesen lässt das ist bis jetzt auf jeden Fall deine beste Geschichte!

    Grüße aus dem kurkölschen Sauerland!

    AntwortenLöschen
  2. Das freut mich. Deine Einschätzung deckt sich auch mit meinen Bemühungen, vorher gemachte Fehler zu vermeiden und eine runde Geschichte abzuliefern.

    AntwortenLöschen