Donnerstag, 15. September 2011

Books of the Dead - Dead Space: Märtyrer von B. K. Evenson

Mit Dead Space ist das so eine Sache. Mittlerweile gibt's ja drei Spiele (Dead Space, Dead Space 2 und Extraction), von denen ich gerade mal Extraction auf Wii gespielt hab. Die anderen beiden Teile hab ich aber zumindest daheim rumliegen. Teil eins hab ich mal für vier, oder fünf Euro über Steam gezogen und Teil 2 für PS3. Ich konnt mich aber noch nicht dazu durchringen, eins davon anzufangen. Keine Ahnung warum, eigentlich mag ich 3rd-Person-Shooter und eigentlich find ich das Universum auch ganz spannend. Sogar den an sich recht konventionellen Zeichentrickfilm fand ich aufgrund der Thematik durchaus ansprechend.


Das Buch zur Spieleserie hab ich dagegen bis vor kurzem komplett ignoriert. Das lag unter anderem daran, dass ich bei Literatur zu Spielen immer so leichte Vorurteile habe, mal ganz davon abgesehen, dass ich mir die Spiele selbst nicht spoilern wollte. Irgendwann spiel ich die noch!

Zum Glück erzählt das Buch aber eine Geschichte, die weit vor den Spielen angesiedelt ist. Noch besser: es ist auch ganz ansprechend geschrieben.

Erst mal ganz grob für die, die Spiele nicht kennen: In Dead Space kämpft man in 3rd-Person-Sicht gegen mutierte Feinde, die sich nicht durch einen Kopfschuss erledigen lassen, sondern fachmännisch zerteilt werden müssen. Ja, klingt blutig, ist blutig. Die Mutation breitet sich, ähnlich wie bei Zombies, durch Bisse aus und ein Obelisk treibt darüber hinaus noch Menschen in den Wahnsinn, die sich gegenseitig umbringen.

Alles in allem also ein recht gewalttätiges Universum, in das man hineingeworfen wird.

In dem Buch Märtyrer wird eine Geschichte erzählt, die mehr oder weniger weit vor den Geschehnissen der Spiele und ein paar Jahre in der Zukunft liegt. Eine Zeitangabe fehlt, die verwendete Technik und erwähnte Ereignisse (Mondkrieg!) lassen aber auf nicht unbedingt die nahe Zukunft schließen.

Auf der Erde wird ein rätselhafter Impuls entdeckt, der eine skrupellose Organisation zu einem Objekt lenkt, dass seit Millionen von Jahren in 3000 Meter Tiefe ruhte. Mit unfreiwillig rekrutierten Wissenschaftlern macht man sich an die Bergung und Untersuchung des Objekts. Währenddessen nehmen Albträume, Selbstmorde und gewalttätige Auseinandersetzungen sprunghaft zu. Dazu gründet sich die Sekte der Unitarier, die in dem Objekt ihren Heiland erkennt und alles dafür tut, dass er nicht zerstört wird.

Gefallen hat mir, dass sich das Buch Zeit lässt. Nur langsam baut sich das Grauen auf und zaghaft ziehen sich die dunklen Wolken über den Köpfen der Beteiligten Charaktere zusammen. Nicht so sehr gefallen haben mir die Querverweise Richtung Spiele. Das wirkt teilweise bemüht. Dann gibt's noch einige Fehler die durchs Lektorat geschlüpft sind und Zugeständnisse an eine jugendliche Zielgruppe, die ich teilweise unpassend finde (Tim, Tom und Terry - ernsthaft jetzt?).

Generell find ich ja, dass das Buch in dem Moment abbaut, in dem die Hölle losbricht. Natürlich ist das Spiel kein Leisetreter und natürlich erwartet man auch in Buchform die spielprägenden Verstümmelungen, aber irgendwann verliert sich das Buch darin. Statt Spannung gibt es nur noch Gemetzel und statt Story nur noch einen Plasmaschneider. Das ist a bisserl schade, weil es sich bis dahin ganz spannend liest.

Empfehlen kann ich das Buch trotzdem noch, auch für Personen, die mit der Marke Dead Space bisher nichts anfangen konnten. Die Geschichte funktioniert auch ohne den Kontext der Spielereihe, auch wenn sich dann einige Zusammenhänge natürlich nicht ergeben, was ich persönlich aber nicht als so schwerwiegend erachten würde. Aus dem Grund:

Drei von fünf abgetrennten Gliedmaßen

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