Montag, 5. September 2011

Books of the Dead - Der Todeskünstler von Cody McFadyen

Erstmal "Hui" zur neuen Blogger-GUI. Die hat zwar nichts mit dem Buch zu tun, ist mir aber grad aufgefallen. Noch etwas ungewohnt, aber schön aufgeräumt und durchaus ansprechend. Hoffentlich gehören damit auch diverse Unstimmigkeiten des Texteditors der Vergangenheit an. Schaun mer mal.

Momentan les ich ohnehin mehr, als ich schreibe. Neben einigen Faktoren, die ich nicht näher erläutern will, ist da ganz sicher Hearts of Iron III (Semper Fi) nicht ganz unschuldig, dass die letzten Wochen über 100 Spielstunden verschlungen hat. Wären da nicht die täglichen Bahnfahrten, käm ich wahrscheinlich noch nicht mal zum lesen.

Damit wär dann auch endlich die Brücke geschlagen zum Todeskünstler. Endlich.

Das Buch spielt zeitlich zwischen "Die Blutlinie" und "Das Böse in uns". Smoky Barrett lebt zusammen mit Bonnie, der Tochter einer guten Freundin und Opfer eines Gewaltverbrechens, und gemeinsam versuchen sie die Ereignisse aus "Die Blutlinie" zu verdauen. Just als Smoky beginnt, sich von ihrer Vergangenheit zu trennen, tritt ein Mörder auf den Plan, der das Leben eines Mädchen systematisch zerstört, um sie zu formen. Wie das Werk eines Künstlers, eines Todeskünstlers.

Gestaltet sich der Einstieg noch etwas zäh, wird man schnell in die Geschichte hineingezogen. Das Buch ist inzwischen bereits mein drittes rund um die FBI-Agentin Smoky Barrett. Nicht zuletzt deshalb wage ich zu behaupten, dass Cody McFadyen an und für sich selber ein Todeskünstler ist. Seine plastische Darstellung von Tod und Verderben, von menschlichen Abgründen und deren Innereien sucht ihresgleichen.

Auch ihresgleichen suchten diverse Logiklöcher und fragwürdige Ermittlungsmethoden in "Die Blutlinie". Dort wurden schon mal elementare Fragen gar nicht gestellt, oder Fakten einfach ausgeklammert. Mit der Folge, dass man als Leser sich ständig über die Dummheit dieser angeblichen FBI-Elite ärgern musste.

Das ist beim Todeskünstler zum Glück nicht so sehr der Fall. Im Großen und Ganzen erscheint die Story logisch und unterhält mit Wendungen, Geheimnissen und Gedärmen. Aber auch wieder mit der großen emotionalen Keule. Denn damit spart Cody auch dieses Mal nicht. Auch stört mich, dass dem Leser Hinweise vorenthalten werden. Ja, gut, das mach ich auch. Obwohl, nein, das mach ich nicht. Ich hab den Verräter vorenthalten, aber nicht die Hinweise darauf. Dass das Ende dann recht unspektakulär und wie aus dem Hut gezaubert daherkommt, ist dann auch ein bisserl schade.

Trotzdem ein empfehlenswertes Buch für alle, die ihr Steak lieber blutig essen und sich mit den Gewaltphantasien eines Cody McFadyen befassen wollen.

Hm, ich überleg grad, ob ich ein Bewertungssystem einführen sollte. In dem Fall wären es vier von fünf herausgerissenen Innereien.

Kommentare:

  1. Hey. Kannst du mir Hearts of Iron eigtl empfehlen? Wie lange dauert es sich dort einzuspielen. Hab nämlich überlegt mir das zuzulegen...

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  2. Empfehlen ist relativ. Neben Total War dürfte es das Spiel sein, das ich mitsamt der Vorgänger Doomsday und Arsenal of Democracy am längsten gespielt habe.

    Generell ist es ein riesiger Zeitfresser und mein Pendant zu Diablo und Co, bei dem sich andere hunderte von Stunden um die Ohren hauen. Allein für HoI III hab ich mittlerweile 100+ Spielstunden investiert, für die Vorgänger gut das dreifache.

    So gesehen kann ich die Reihe natürlich empfehlen. Aus meiner Sicht.

    Allerdings ist HoI nicht nur ein Strategiespiel mit einer unglaublichen Tiefe, sondern gleichzeitig ein Spiel mit dem Charme einer Exceltabelle. Kämpfe werden in einer höchst theoretischen Ansicht dargestellt. Die Darstellungen von Forschung, Diplomatie und Entwicklung sind übersichtlich, aber extrem nüchtern präsentiert.

    Speziell HoI III nimmt dem Spieler zwar etwas Mikromanagement ab, nur um es anderswo wieder hinzuzufügen. Es ist also auch eine rechte Klickarbeit.

    Aus der Warte kann ich das Spiel eigentlich nicht empfehlen.

    Fassen wir zusammen: extreme Tiefe, aber extrem minimalistische Präsentation. Wenn du damit leben kannst, sei eine Empfehlung ausgesprochen.

    Die Einarbeitung dauert schon a bisserl. Gerade die Feinheiten entdeckt man erst mit fortschreitender Spieldauer und selbst dann ist es nicht leicht, an mehreren Frontabschnitten gleichzeitig zu agieren, den Überblick über Handel und Forschung zu behalten und gleichzeitig die Produktion optimal auszlasten.

    Generell schadet es nicht, das erste Spiel mit einer kleineren Nation, z. B. in Südamerika, zu beginnen, um sich so langsam die Basics anzueignen.

    Zum Einstieg würd ich fast eher zu HoI II, bzw. den allein lauffähigen Addons Doomsday und Arsenal of Democracy raten, die jeweils das Grundgerüst um sinnvolle Features erweitern. Zudem ist der dritte Teil seltsam Ressourcenhungrig, was wohl der KI geschuldet sein dürfte - die trotzdem teilweise recht seltsam agiert.

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  3. Ich steh total auf solche Spiele. Wird die Tage dann mal angeschafft. Pünktlich zum Schulstart. xD

    Das mit den Kämpfen finde ich nicht weiter schlimm, weil ich in Total War die Kämpfe am Ende auch fast immer vOn der Ki hab kämpfen lassen. (Ausser natürlich wenn man in totaler Unterzahl ist. Da hat Total War immer voll abgekackt. ^^)

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  4. Hahaha, zum Schulstart. Das ist sicher den Noten zuträglich. :)

    Lass dich von meiner Total War-Erwähnung nicht verwirren. Die beiden Spiele lassen sich so gut wie gar nicht miteinander vergleichen.

    Die sind beide auf ihre Art und Weise recht individuell.

    Davon ab: schon mal den Herr der Ringe-Mod für Medieval 2 getestet? Heiligs Blechle! Das ist ein komplett eigenständiges Spiel mit Einheiten aus den Filmen auf der Karte von Mittelerde. Leider sind die Gebäude im Kampfscreen nur die TW2-Standarddinger, aber da steckt auch so schon eine Menge Arbeit drin. Die Installation ist übrigens ein Kinderspiel.

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  5. Echt? Da muss ich mich dann mal informieren :)

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  6. Ja, ist zwar ein ganz schöner Brocken runterzuladen, aber lohnt sich echt. Einen halbwegs potenten Rechner vorausgesetzt. Im Gegensatz zum Urspiel fordert die Mod schon mehr Power. Teilweise werden mehrere Tausend Einheiten gleichzeitig dargestellt, was ältere Rechner schon mal an die obere Leistungsgrenze führt.

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