Sonntag, 11. September 2011

Books of the Dead - Die Reise ins Licht von Andrej Djakow

Mit Metro 2033 und Metro 2034 hat Dmitry Glukhovsky zwei Bücher veröffentlicht, die das Überleben in der Moskauer Untergrundbahn nach einem atomaren Weltkrieg beschreiben. Die dystopische Zukunftsvision konnte mich durchaus in seinen Bann ziehen, auch wenn ich 2034 etwas schwächer als den grandiosen Erstling fand.
Metro 2033 wurde ja bereits mit einem PC-/Videospiel bedacht, das die Atmosphäre des Buchs an sich ganz gut einfangen konnte. Leider war man als Spieler recht eingeschränkt und teilweise hielt man sich in der Ausgestaltung nicht an die Beschreibungen im Buch, oder passte die Handlung leicht an. 
Derzeit wird ja auch ein neues Spiel (Last Light) entwickelt, das nicht auf einer Buchvorlage basiert und eine Geschichte abseits der Handlung von 2033 und 2034 erzählt.

"Die Reise ins Licht" geht einen ähnlichen Weg. Das Universum von Metro hat mehr Potenzial, als ein einzelner Autor daraus ableiten könnte. Aus dem Grund veröffentlichen inzwischen Autoren nach und nach Geschichten, die in der gleichen Welt des Millionenbestsellers spielen, aber gänzlich andere Geschichten erzählen.

Andrej Djakow hat sich als Schauplatz für seinen Roman den Untergrund von Sankt Petersburg und den angrenzenden Marinehafen in Kronstadt als Kulisse für seine Endzeitvisionen erwählt. 
Sankt Petersburg verfügt wie Moskau über ein gut ausgebautes Untergrundnetz, auf das hier aber nur kurz eingegangen wird. Hauptsächlich beschreibt Djakow die Reise vom zerstörten Sankt Petersburg in die nicht weniger zerstörte Hafenstadt Kronstadt. 

Dort wurden Signale entdeckt, die menschlichen Ursprungs zu sein scheinen. An der Seite erfahrener Stalker reist der gerade 12 jährige Gleb durch eine von Mutanten und feindseligen Gestalten bewohnte Welt, nur um am Ende ihrer Suche auf ein schreckliches Geheimnis zu stossen.

Das Gute zuerst: "Die Reise ins Licht" muss sich fast nicht vor den Glukhovskys Büchern verstecken. Der Autor versteht es eben so gut, eine beklemmende und bedrückende Stimmung aufzubauen und das Grauen und die Gefahr für den Leser greifbar zu machen. Im Gegensatz zu Metro erfährt man hier auch mehr über die verseuchte Oberwelt, wobei mir oft nicht ganz klwar war, warum sie mit oder ohne Maske rumgelaufen sind und Djakow es auch mit Strahlung nicht immer so genau nimmt.

Negativ aufgefallen ist mir eigentlich gar nicht viel. Manchmal erscheinen mir die Ortsbeschreibungen etwas verworren und nicht immer konnte ich dem Weg der Truppe folgen. 

Trotzdem eins der besseren Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen hab. Für Fans der "Originale" ist das Buch durchaus eine Empfehlung. Alle anderen halten sich erst noch an die Bücher von Glukhovsky.

4 von 5 ausgeweideten Mutanten

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