Mittwoch, 21. September 2011

Untot - Band 3 - Kapitel 93

Kapitel 93

Just in dem Moment als die Türen geschlossen waren, krachte schon von außen etwas Massives dagegen. Obendrein verbunden mit einem unmenschlich klingendem Knurren. Während der Aufzug schnell abwärts fuhr, drang ein metallisches Kreischen durch den Fahrstuhlschacht. Ein lautes Krachen kündete davon, dass die obere Fahrstuhltür wohl nachgegeben hatte. Es entstand eine kurze Stille, bevor etwas Schweres und Stählernes auf dem Dach der Fahrstuhlkabine landete.

Paul vermutete, dass es sich um eine der oberen Türen handelte und war im nächsten Moment extrem erleichtert, als der Fahrstuhl sein Ziel erreicht hatte. Als die Türen aufschwangen, wurde die Kabine noch von etwas anderem getroffen. Etwas, das schwerer als die Metalltür war, prallte auf das Dach der Kabine, brachte diese ins Wanken und verformte das Dach. Durch den Aufprall stolperte der Beamte und fiel förmlich aus der Kabine auf den noch immer von Leichen bedeckten Flur hinaus.

Mehrere Augenpaare, der zur Bewachung zurückgelassenen Soldaten, richteten sich auf ihn, als er keuchend wieder auf die Beine fand. Davon erst mal unbeeindruckt drehte Paul sich wieder zur Aufzugtür und drückte eine Hand voll Knöpfe, bevor er seinen Arm wieder aus der Kabine zurückzog und die Tür sich hinter ihm verschloss. Aus den Augenwinkeln meinte er noch erkannt zu haben, wie eine Hand durch das Kabinendach fuhr. Als sein Blick zurückging, war die Tür aber schon verschlossen und die Seilwinde dabei, die Kabine in ein anderes Stockwerk zu transportieren.

Gerade wollte Paul durchatmen, als ein schnappendes Geräusch aus dem Fahrstuhlschacht kam. Im nächsten Moment fiel etwas Schweres im Schacht nach unten, kratzte an den Wänden und krachte auf den Boden. Mit aufgerissenen Augen starrte Paul auf die Aufzugtür, ignorierte die verwirrten Schreie der herumstehenden Soldaten und kam erst wieder zu sich, als etwas in dem Schacht gegen die Türen hämmerte.

Als würde er aus einem Schlaf erwachen, schüttelte Paul die Benommenheit ab, drehte sich um und lief.

„Flieht ihr Narren!“, rief er im Lauf.

Die Blicke der Soldaten pendelten zwischen ihm und der Tür und es herrschte Ratlosigkeit. Keiner wollte das Kommando übernehmen und viele der Soldaten überlegten, ob sie dem Befehl eines Zivilisten folgen sollten. Am Ende setzte sich dann aber doch der Drill durch und die letzte Anordnung ihres Offiziers stand über dem des Beamten. Bei einigen reifte gar der Gedanke, dass der Polizist etwas damit zu tun haben könnte, dass ihr Anführer abgängig war.

Gerade wollte sich ein Feldwebel in Pauls Weg stellen, als die Türen des Aufzugschachts buchstäblich durch den Raum flogen und dabei einen der Soldaten unter sich zerquetschten. Schlagartig interessierte sich niemand mehr für den Polizisten. Alle Blicke gingen in Richtung des aus dem Fahrstuhlschacht stürmenden Monsters. Schnell hatte es die ersten Soldaten erreicht und noch den Ersten im Lauf geköpft. Seine Hand schnellte so rasant vor, dass es mit bloßen Augen kaum verfolgbar war. Nackenwirbel krachten und eine Blutfontäne spritzte hoch. Und noch während die Augen blankes Entsetzen widerspiegelten, wich das Leben endgültig aus ihnen.

Auch der nächste Soldat hatte keine Chance. Pranken hart wie Stahl schlossen sich um den Hals des nächst stehenden Gefreiten und quetschten innerhalb eines Sekundenbruchteils so stark zu, dass erst der Kehlkopf zerquetscht wurde und dann das Genick brach. Inzwischen war es den vorderen Soldaten gelungen, ihre Gewehre auf die sich nähernde Gefahr anzulegen. Nur von einem leisten Zischen begleitet, segelten die Geschosse auf den massiven Körper zu. Wie zuvor durchschlugen die Kugeln das Gewebe und erstmals war auch zu erkennen, wie sich die Einschusslöcher sofort wieder zu schließen begannen.

Wie zuvor verletzte der Angriff das Monster nicht wirklich, stoppte ihn aber kurz und verschaffte dem fliehenden Paul die nötige Zeit, um den Ausgang, bzw. das noch oben führende Treppenhaus erreichen zu können. Im Labortrakt brach in der Zwischenzeit die Hölle los. Die Zahl der Verteidiger schrumpfte immer weiter. Während Paul an der Oberfläche ankam, war der Widerstand im Labor fast vollständig zum Erliegen gekommen. Nur vereinzelt fochten noch einige Männer den ungleichen Kampf. Einige Wenige stellten die Kampfhandlungen ein und suchten sich ein Versteck und tatsächlich ließ das Ding von ihnen ab und machte sich daran, Paul weiter zu verfolgen.

Pauls Blut war der Schlüssel und möglicherweise das Einzige, was Braun heilen konnte. Die Mutation war nicht beabsichtigt gewesen und offenbar eine Nebenwirkung des noch nicht vollständig umgewandelten Blutes. Eine Nebenwirkung, die so nirgends dokumentiert war und den Sektenführer daher unvorbereitet traf. Es war eine Strafe Gottes. Eine Strafe für seine Ungeduld und seinen Übermut. Schon bald würde er den Polizeihauptmeister wieder in seiner Gewalt haben und dann würde alles wieder gut werden.

„Bäääääääärrrraaaaaaa“

Kommentare:

  1. Hmm irgendwie fühl ich mich so an Resident Evil erinnert, wegen der mutation und der Fluchtszenen alla Nemesis. Kann es sein das es da zusammenhänge gibt ;-)
    Greets Daniel

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  2. Uh, äh, ja, öhm, könnte sein, dass mich das... ganz... unterbewusst inspiriert hat. Aber Nemesis röchelt "Staaaaarrrrss"! HA! Alle Vorwürfe sind vom Tisch!

    Nein, stimmt schon, dass ich da ganz leicht Nemesis im Hinterkopf hatte. War eines meiner prägendsten Spielerlebnisse. Neben den Hunden im ersten Teil und der Verhörraum im zweiten glaub ich.

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