Montag, 30. April 2012

Interviews of the Dead - Zombies from Outer Space

Schon vor Monaten angekündigt, hier endlich das Interview mit Martin Faltermeier, direkt entstanden nach der Premierenfeier. Das passt auch ganz gut, weil am 18./19. Mai endlich die Premiere auf dem Weekend of Fear ansteht. Genug der langen Worte. Lassen wir Martin selber zu Wort kommen.

Hallo Martin, gratuliere zur Fertigstellung des Films. Ich hoffe, ihr habt noch schön weiter gefeiert. Wie angekündigt, haben sich bei mir nach Sichtung des Filmmaterials noch einige Fragen aufgetan. Um Spoiler zu vermeiden, verzichte ich auf Handlungsrelevantes und begrenze mich auf allgemeine und eher technische Themen. 

Martin: Danke! Ja, wir haben noch lange gefeiert. Um 5:30 Uhr sind wir aus der Bar raus. Nach all der Arbeit war eine lange Feier wichtig für uns!

Speziell zur Optik liegen mir einige Fragen auf der Brust. Was mir gleich zum Anfang ins Auge stach, war der über das Bild gelegte Grieselfilter und ein Unschärfe-Effekt. Was wolltet ihr damit bezwecken?
 
Martin: Oh, da könnten wir sehr weit ins Detail der Kamera- und Optik-Technik gehen. Der Grieselfilter ist das Grundrauschen einer Kamera in dunklen Bereichen. Je nach Kamera (und wir hatten schon eine relativ gute Kamera) ist das stärker oder schwächer. So war das früher auch beim Filmmaterial. Da gab es manchmal mehr oder weniger Filmkorn.

Der Unschärfe-Effekt kam von alten Objektiven, die wir benutzt haben. Da waren die kurzen Brennweiten mit offener Blende oft sehr unscharf. Das tat dem Bild aber manchmal sehr gut.
 
Manchmal wurde aber auch digital nachgebessert, bzw. angeglichen.

Denkt ihr nicht, dass sich die Referenz nicht zwingend jedem eröffnen wird und das Bild unverdient als “schlecht” verurteilt wird?

Martin: Es wäre eher schwierig jemanden einen Film im Look der 50er-Jahre näher zu bringen, wenn wir gestochen scharfe HD-Bilder vorweisen. Es war natürlich eine relativ gute Full-HD-Kamera. Aber wir haben da das Bild durch die sehr alten  Foto-Optiken bewußt etwas verschlechtert. Also wir könnten mal Original-Bilder der Kamera zeigen, aber das möchte man bei so einem Film glaube ich nicht sehen.

Welche Aufnahmetechnik (digital/analog, SD/HD) habt ihr benutzt und welche Hardware?

Martin: Wir haben mit einer Sony EX3 (HD) gedreht und mit sehr alten Nikon-Objektiven.

Mit Maria und Welles sprechen zwei Hauptdarsteller hochdeutsch – und damit national verständlich. Im Gegenzug habt ihr mit Robert einen der Haupt-Charaktere mit einem fiesen Dialekt ausgestattet. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Szenen mit Untertiteln nur halb so gut funktionieren. 

Martin: Ich glaube dadurch, dass meistens jemand in einer Szene ist, der auch hochdeutsch spricht, wird man der Handlung und den Dialogen sehr leicht folgen können. Das bayrische ist ja auch nicht völlig fremd zum hochdeutschen. Aber wir werden natürlich auch noch optional Untertitel dazu geben.

Kein Untertitel der Welt kann "Des woas i doch a ned" adäquat wiedergeben. :)

Martin: Da geb ich dir natürlich vollkommen recht!

Der Film bietet für eine Independent-Produktion recht gute Effekte, Kostüme und dann doch einen großen Fuhrpark. Womit habt ihr die digitalen Effekte nachträglich eingefügt und auf wessen Konto gehen die?

Martin: Für die Digitalen Effekte waren der Kameramann Sebastian Schmidt und der Produzent Martin Hager verantwortlich. Das ist nicht meine Schiene. Da kann ich auch gar nicht so viel dazu sagen. Ich weiß nur, dass die Beiden dafür unzählige Nächte vor dem Bildschirm verbracht haben!

Wie seid ihr an die Army-Jeeps und die liebevoll gepflegten Oldtimer gekommen?

Martin: Es gab viele Leute, die Oldtimer und Jeeps besitzen und diese auch gerne in dem Film zeigen wollten. Es macht ja wahrscheinlich keinen Spaß, wenn man so ein schönes Auto besitzt und es dann nur in der Garage stehen hat. Deshalb kamen da viele mit ihren Wagen zu uns und haben beim Dreh mitgemacht. Dafür sind wir natürlich unendlich dankbar. Und es gibt dem Film natürlich viel an Realismus. Die Kontakte kamen sehr spontan zustande. Die meisten waren da sofort mit dabei und hatten viel Spaß am Set.

Noch eine Frage zum Casting. Die Judith Gorgass (spielt die Maria) hat mir gesteckt, dass sie bereits mehrmals mit euch zusammen gearbeitet hat. Neben der Judith haben sich aber noch einige durchaus talentierte Schauspieler in dem Film gefunden, die ich mir auch in größeren Produktionen vorstellen könnte. Wie seid ihr auf diese Talente gestoßen? 

Martin: Wir haben ganz klassisch ein Casting gemacht. Da konnten wir sehr schnell sehen, wer für welche Rolle geeignet ist. Z. B. beim Günther Brenner war sofort klar, dass es keinen besseren Polizisten geben kann. Ich bin sehr zufrieden mit dem Cast. Egal ob größere oder kleine Rollen, die haben alle eine Top-Leistung abgeliefert.

Die Judith war für mich schon immer die Traumbesetzung für den Film. Wir haben zwar sicherheitshalber noch ein paar andere Frauen für diese Rolle gecastet, aber da ich die Judith schon länger kannte, wußte ich, dass es mit ihr super funktionieren würde.

Ihr habt ja nun auch einige ältere Semester im Film, ganz grandios Karin Buchholz als die Stiefmutter von Maria. Hatten die keine Probleme mit der Thematik? 

Martin: Nein! Wir haben ja schließlich auch keinen Torture-Porn gedreht, sondern einen Heimatfilm!

Stimmt, mein Fehler. :)

In dem Film gibt’s ja durchaus einige Lacher. Kamen die an den Stellen, an denen ihr sie erwartet habt, oder sind manche Stelle besser/schlechter angekommen, als erwartet?

Martin: Lacher sind immer sehr schwer zu kalkulieren. Ein paar mal waren wir überrascht, dass gelacht oder nicht gelacht wurde. Bei vielen Stellen mussten wir aber auch beim Schnitt schon stark lachen ... oftmals kamen uns sogar Tränen. Die Szenen waren dann auch bei der Premiere immer gut für Lacher.
 
An einer Stelle gab es sogar spontanen Szenenapplaus. Spätestens an der Stelle dürfte euch ein riesiger Stein von der Brust gefallen sein, oder? 

Martin: JA! Wir waren alle sehr angespannt vor der Premiere. Umso schöner, dass der Film so gut angenommen wurde. Ich hoffe, bei anderen Vorführungen läuft es ähnlich!

Wieviel Material musstet ihr schneiden, um letztendlich auf die angepeilte Laufzeit von 90 Minuten zu kommen? Werden die Szenen im Rahmen einer DVD-Veröffentlichung evtl. der Öffentlichkeit preis gegeben, oder gibt es irgendwann einen Directors Cut mit erweiterten Szenen?
 
Martin: Das ist der Directors Cut! Wir mußten ca. 20 - 25 Minuten raus schneiden. Das war für das Tempo extrem wichtig. Diese Szenen werden es natürlich auf die DVD schaffen. Und da waren ein paar wirklich gute Szenen dabei. Da wird also auch das Bonus-Material nicht langweilig!

Der Film spiegelt offensichtlich auch eure Vorlieben für die populäre Jugendkultur der 50er und 60er-Jahre wider. Dafür spricht natürlich der Soundtrack mit tollen Beiträgen von u. a. The Meteors und einer Performance im Film, die nicht zwingend handlungsrelevant ist, dafür aber eben jene Zeitepoche mit bayrischer Wirtshauskultur kreuzt. Inwiefern spiegelt das euren eigenen kulturellen Background wider?
 
Martin: Ich bin zwar nicht in den 50ern aufgewachsen, aber dafür in einem bayrischen Dorf. Und da hat sich teilweise nicht viel verändert seit jener Zeit. Zumindest gibt es da immer noch die alten Traditionen. Und ich war als kleines Kind schon regelmäßig in einem Wirtshaus. Das kann man sich heute wohl gar nicht mehr so vorstellen. Damals war der Jugendschutz noch nicht so hart.

Natürlich haben wir da einen starken Bezug zu der alten Kultur. Ich bin zwar keiner, der die alten Traditionen pflegt, fühle mich da aber zu Hause.
 

Mit den Meteors habt ihr ja nicht weniger als eine Legende des Punk'n'Roll/Psychobilly für euren Soundtrack gewinnen können. Auch mit Lydia Kavina habt ihr eine international anerkannte Künstlerin gewinnen können, die zudem - passenderweise - bereits unter anderem an Tim Burtons grandiosem Ed Wood mitwirkte. War es schwer, solche Größen von eurem Projekt zu begeistern?

Martin: Das war komischerweise gar nicht schwierig. Die Meteors und Lydia Kavina hat der Martin Hager angesprochen. Die waren schnell für das Projekt zu begeistern. Ich hatte die Biermösl Blosn mit an Bord holen können. Das ging auch sehr unkompliziert und unbürokratisch. Es wäre natürlich super, wenn jede Zusammenarbeit so einfach wäre. Wir hoffen, dass wir bei unseren nächsten Projekten ähnliche Größen gewinnen können.
 
Auffällig war, dass ihr in manchen Szenen kaum mit dem Einsatz von Blut und derben Effekten zurückschreckt, an anderer Stelle aber etwas zurückhaltend zu Werke geht, oder im Stile der 50er-/60er-Jahre mit Schatten arbeitet. Von Budget-Beschränkungen geh ich jetzt mal nicht aus, weil selbst Billigst-Slasher kaum mit Goreeffekten sparen. Kann ich also davon ausgehen, dass es sich um ein absichtliches Stilmittel handelt und wenn ja, warum dann nicht konsequent?
Martin: Es war sehr schwierig, dass wir da einen geeigneten Kompromiss finden konnten. Ich liebe die alten Streifen aus den 40ern und 50ern genauso wie die Filme aus den 80ern. Natürlich mögen wir es manchmal blutig, aber wir konnten es wegen der Thematik nicht so übertreiben. Ich mußte unseren Speciel-Effects-Künstler Philipp Rathgeber auch oft mal etwas bremsen. Der macht auch oft die Effekte für Olaf Ittenbach. Und da geht es doch etwas härter zur Sache. Aber mit unserem Kompromiss haben auch die Splatter-Freunde ein paar schöne Szenen. Ich finde die Mischung passt. 
Taucht Olaf aus dem Grund am Ende in den Credits auf? Oder stand der euch noch anderweitig zur Seite? (jaha, ich hab mir alle Namen durchgelesen!)
Martin: Vom Olaf hatten wir ein paar der Leichenteile. Ich kenn den Olaf mittlerweile schon sechs Jahre lang und hatte bei einigen seiner Filme mitgearbeitet. Deshalb war das auch kein Problem. Aber ansonsten hatter er mit dem Projekt nichts am Hut.
Für eine DVD-Veröffentlichung benötigt ihr eine FSK-Freigabe, oder wenigstens eine Bestätigung, dass der Inhalt nicht jugendbeeinträchtigend ist. Strebt ihr eine FSK-Freigabe an?

Martin: Wenn man den Film öffentlich zeigen will, kommt man da nicht drum herum. Aber das ist auch mehr die Sache vom DVD-Label. Das müssen wir nicht machen. Aber ich schätze mal, dass wir mit der FSK nicht so das große Problem haben werden.

Wenn ja, welches Alter hältst du für angemessen? 

Martin: Aus heutiger Sicht sollte da eine FSK16-Freigabe drinnen sein. Alles andere würde mich stark überraschen.

Überhaupt DVD-Veröffentlichung. Gibt es schon bestätigte Film-Festivals und ein ungefähr angepeilter DVD-VÖ-Termin? 

Martin: Leider noch nicht. Wir haben bis zur Premiere alle Hände voll zu tun gehabt, dass wir den Film fertig bekommen und die Premiere organisieren. Aber jetzt reichen wir den Film bei Festivals ein. Und je nachdem wie lange die Tour da geht, wird sich auch der DVD-Termin nach hinten verschieben. Aber Ende nächsten Jahres sollte der Film auf jeden Fall auf DVD erscheinen.

Update: siehe oben! 

Supi. Reserviert mir schon mal eine DVD.  

Der Charakter Captain Welles erscheint mir namentlich als Anspielung auf H. G. Wells, unter anderem Autor von Krieg der Welten, den ich durchaus auch als Einfluss für ZFOS sehe.

Martin: Da hüllen wir uns doch mal in Schweigen und lassen Raum für Spekulationen!

Vielen Dank für deine Zeit.

Martin: Ich bedanke mich auch für das nette Interview.


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Mittwoch, 25. April 2012

UNTOT BAND 3 FOR FREE

Update: Aktion beendet.

Richtig gelesen! Für alle noch immer treuen Leser meines Blogs hab ich die Rohfassung von Band 3 kostenlos und exklusiv zum Download bereit gestellt. 

Rechtschreibfehler sollten nicht mehr so viel drin sein, Hinweise aus den Kommentaren sind umgesetzt. Die Kapitel sind noch falsch nummeriert, also so wie im Blog.

Das soll gleichzeitig auch eine kleine Entschuldigung für alle Leser darstellen, dass ich den Blog in den letzten Tagen/Wochen/Monaten so vernachlässigt habe.

Um die Exklusivität sicherzustellen, wird der Download nur bis inklusive den 30.04.2012 möglich sein. 

Eine sorgfältig überarbeitete Version werd ich dann bei Amazon über den Kindle-Store für 2,99 Euro anbieten. Was den Preis angeht hab ich mit mir gerungen, glaub aber schon, dass ich mich im Vergleich zu Band 1 genügend gesteigert habe, um den Mehrpreis rechtfertigen zu können. 

Gleichzeitig möchte ich auch bekannt geben, dass ab sofort Band 3 als "Finsternis" vermarktet wird. Das mag jetzt ein Stück weit inkonsequent klingen, aber Band 2 wird einfach meinen Ansprüchen nicht gerecht. Aus dem Grund möcht ich mich auf den in meinen Augen besseren Band 3 konzentrieren.

Wer in der Zwischenzeit nach neuem Zombiefutter sucht, sollte mal auf Amazon nach Xander Morus Ausschau halten (oder auf den Link hier klicken).  Xander hat mit "Zeit der Zombies" ein kurzes und knackiges Genrewerk abgeliefert, das mit 99 Cent fair bepreist ist.