Montag, 21. Mai 2012

Teaser of the Dead

Wie angekündigt hier der Teaser zum nächsten Buchprojekt. 


Der Teaser soll etwas von der Stimmung transportieren und schon mal einen Hinweis geben, in welche Richtung das Ganze gehen wird. 


Weitere Infos folgen die Tage. 

Mittwoch, 16. Mai 2012

Kanadische Provinz warnt vor Zombie-Angriffen

Es ist soweit. Zeit die Schrotflinte zu schultern und die Vorräte im Keller oder Speicher aufzustocken. 

Oder doch nur eine Trockenübung? 


Und hier die Originalmeldung: 


Verkackte Amateure... Ein Erste-Hilfe-Kasten... Dabei weiß doch jedes Kind, dass jeder Biss sofort zu unumgänglichen Infektion führt. Eigentlich müssten die Kanadier es besser wissen, gab es doch erst 2009 ein Modell von kanadischen Mathematikern zur Verbreitung einer Zombieseuche:


Zitat: "Der einzige Ausweg wären extrem schnelle Gegenangriffe mit höchstmöglicher Aggressivität"

Hier die originale Arbeit:


Mit Dank an David Gray für den Hinweis.

Montag, 14. Mai 2012

Wir-haben-das-Internet-nicht-verstanden.de

Wer nicht gerade virtuell unter einem Stein lebt, dürfte die Tage über die Petition Wir sind die Urheber gestolpert sein. 

In dieser sprachlich höchst zweifelhaft formulierten Petition spricht man von öffentlichen Angriffen gegen das Urheberrecht. Welche Angriffe? Die Angriffe von Seiten der Piraten? 

Seien wir doch mal ehrlich: Der Kampf gegen die Verbreitung von kopierten Medien ist verloren. Trotz der jetzt schon überzogenen Abmahnungen, z. B. für die Folge einer Fernsehserie in Höhe von bis zu 800 Euro

Will man die Freiheit im Internet nicht weiter einschränken, sollte, nein muss man sich Gedanken darüber machen, wie man weiter Urheber für ihre Werke entlohnen will. Mit einer Kriminalisierung der Massen ist aber weder den "Urhebern", noch sonst irgend jemand geholfen. Außer vielleicht den Abmahnanwälten.

Illegale Downloads schaden den Newcomern

Ein oft gebrachtes Argument ist ja, dass illegale Downloads vor allem den Jungautoren (bzw. globaler gesehen den Newcomern) schaden. Ein Umstand, den ich nicht bestätigen kann. Ja, auch ich hab schon illegale Downloads von mir entdeckt, aber trotzdem gibt es auch genügend Leute, die bereit sind, Geld dafür auszugeben. 

Die besten Verkaufszahlen hatte ich, als mein Buch hier parallel zum kostenlosen Download bereit stand. Ich hatte auch Anfragen von Leuten, die mir nach dem Download z. B. via Paypal eine Gegenleistung zukommen  lassen wollten. Besteht also allgemein ein Mangel, für Leistung zu bezahlen? Nein. Das glaube ich nicht. 

Man sollte sich auch nicht von den Downloadzahlen verrückt machen lassen. Derjenige, der sich am Tag 20 Bücher runterlädt, wird davon nicht eins komplett lesen. Auf's Monat hochgerechnet sind das keine 600 entgangenen Verkäufe. 

Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile mehr Angebot denn je. Es gibt mehr Wege denn je, monatlich sein Geld los zu werden. Apps, Spiele, DVDs, Blu-rays, Bücher, eBooks, MP3s, Amazon, Lovefilm, Napster, Datenflat, Voiceflat... Das Geld, das nicht in Medien zurückfließt, geht dennoch in die Wirtschaft. Das Geld, das heute nicht einem Autoren zugeht, geht vielleicht einem App-Entwickler zu, der eine tolle Idee umgesetzt hat. 

Es mag nicht schön sein, dass Leute die eigene Leistung dadurch goutieren, dass sie nicht dafür bezahlen, aber trotzdem konsumieren, aber Netzsperren, die totale Überwachung und virtuelle Entmündigung der Bürger sind keine Mittel, um dies zu ändern.

Raubkopierer sind Verbrecher

Kennt noch jemand die Raubkopierer-Spots auf DVDs? Ist echt super. Als ehrlicher DVD-Käufer muss ich mir einen Spot anschauen, der mich als ehrlichen Käufer unter den Generalverdacht stellt, die DVD kopieren zu wollen. Der, der keine DVDs kauft, bekommt den Spot nie zu sehen. 

Seit kurzem hat man das anscheinend auch in den Chefetagen der Medienindustrie erkannt. Mittlerweile bedankt man sich bei mir, dem Kunden, für den Kauf der Blu-ray. Natürlich ist auch das generischer Mist, aber ich fühl mich dabei wesentlich besser, wenn eine Torte ins Bild plumpst und mir gedankt wird, als wenn ich mir mit anschauen muss, wie Kinder ihrem Vater vom Gefängniszaun aus ein Geburtstagsständchen bringen.

Meiner Meinung nach ist das der richtige Weg: den Käufer nicht drangsalieren, sondern stattdessen belohnen. Warum muss ich mich als ehrlicher Käufer mit einem Kopierschutz rumärgern? Warum kann ich als ehrlicher Käufer mittlerweile kaum ein PC-Spiel mehr weiterverkaufen? Warum werde ich als ehrlicher Käufer drangsaliert? Die meisten Schutzmechanismen sind für die Katz' und wer es darauf anlegt, findet mittlerweile immer einen Weg, Medien illegal zu konsumieren.

Illegale Downloads legalisieren? 

Nein, natürlich nicht. Und doch vielleicht Wege finden, Urhebern ihren Anteil daran zukommen zu lassen. Wer Monate seines Lebens investiert, einen tollen Roman zu schreiben, der sollte auch dafür entlohnt werden. Ebenso wer Musik oder Filme macht. Immer daran gemessen, dass es die Leute auch wollen, natürlich. Niemand hat etwas von einer Verteilung der Mittel an Urheber, die an den Interessen der Verteiler vorbei-"urheben". 

Das sollte die Aufgabe sein, der wir uns stellen müssen. Ein System, mit dem alle leben können, ohne Überwachung, ohne Kriminalisierung und ohne Generalverdacht. Eine gerechte Verteilung der Mittel an diejenigen, deren Werke genutzt werden. 

Fackel und Heugabel auspacken

Das große Problem daran ist, dass die Fronten derzeit verhärtet scheinen. Es wird munter aneinander vorbei palavert, ein konstruktiver Austausch findet nicht statt. Stattdessen werden virtuelle Fackelzüge initiiert, bei denen zwangsläufig die Gegenseite mit der virtuellen Keule durch die Reihen geht. Aussagen werden aus dem Kontext gerissen, zerfasert und sinn entstellt wieder zusammengesetzt, um der eigenen Argumentation zu dienen. 

Man wirft mit Worten um sich wie "Entrechtung" oder "Angriff". Man wähnt sich in der Opferrolle und gibt sich trotzdem martialisch.

Solange hier kein Umdenken stattfindet, werden weiterhin Tausende unnötig kriminalisiert, verdienen sich weiterhin Anwälte eine goldene Nase und werden weiterhin Medien aus diversen Quellen geladen, ohne dass ein Urheber oder Verwerter daran mit verdient. 

Verwerter braucht kein Mensch?

In dieser ganzen Diskussion nehmen Verwerter gerne die Rolle des Buhmanns ein. Nur Verwerter verdienen an der Kunst, oder sind letztendlich der Sargnagel der Medienbranche. Das ist nur zum Teil richtig. Verwerter sind am Ende die, die einem Künstler das Kapital in die Hand geben, seine Kunst zu verbreiten. Nur wenige Nachwuchsschriftsteller oder -musiker haben die finanziellen Möglichkeiten, eine Veröffentlichung ihres Werks zu stemmen. Vom Vertrieb und der Kalkulation ganz zu schweigen. 

Mittlerweile gibt es auch Künstler, die ihre Werke über Crowdfunding finanzieren lassen. Kickstarter ist ja zum Beispiel seit dem Erfolg des Double Fine-Adventures in aller Munde. 

Der Vorteil: Crowdfunding liefert die Kundschaft gleich mit. 

Der Nachteil: Wer noch keinen Namen hat, tut sich schwer die erforderlichen Unterstützer (Backer) zu mobilisieren. Auch mit dem Vertrieb haben Neulinge natürlich Probleme. Wer kein Vertriebsnetz hat, tut sich schwer, seine Werke im Einzelhandel zu platzieren. 

Das gilt natürlich auch für Bücher. Ein Buch kann ich zwar auch schreiben, ohne dafür Geld investieren zu müssen, aber möcht ich z. B. ein Lektorat, oder ein gscheites Cover, muss ich auch Geld in die Hand nehmen. Vom Druck und Vertrieb ganz zu schweigen, sollte ich planen, mein Buch irgendwann im Laden verkaufen zu wollen. Von Book on Demand reden wir lieber erst gar nicht, wenn wir auch weiterhin Bücher unter 10 Euro kaufen wollen. 

Es ist also meiner Meinung nach nicht alles so schwarz und weiß, wie uns die jeweiligen Fronten momentan weismachen wollen. 

Books of the Dead: Das Alphabethaus von Jussi Adler-Olsen

Ich gestehe: mir gefallen die drei Bücher vom Jussi rund um den Kommissar Carl Morck. Ich sag nicht, dass das Weltklasseliteratur ist, oder besonders anspruchsvoll. Aber sie sind spannend zu lesen, sehr bildlich geschrieben und schön kurzweilig. Gekauft hab ich sie mir, weil sie mir von einem Kollegen empfohlen wurden.

Der gleiche Kollege empfahl mir dann auch 'Das Alphabethaus'. "Musst du unbedingt lesen", hat er gemeint. "Zwar war anderes, ohne Morck, aber auch super."

Ich glaub dem Kollegen natürlich und hab zugegriffen. Zur Handlung hab ich mir absichtlich nichts durchgelesen. Ich lese auch keine Klappentexte. Ich will von einem Buch überrascht werden. 

Ja, und jetzt hab ich diesen schwer verdaulichen Klotz von einem Buch am Bein. 

Kurz zur Handlung: 1943 wird ein britischer Flieger über Deutschland abgeschossen. Zwei der Insassen, alte Freunde aus Jugendtagen, können sich retten und gelangen über einen Trick in ein deutsches Lazarett. Dort werden sie von mit einsitzenden Simulanten gequält und gefoltert. Einem der beiden gelingt die Flucht und knapp 30 Jahre später kehrt er zurück, um nach seinem Freund zu suchen. 

Ich hab ja die letzten Jahre relativ viel gelesen. Gutes, weniger Gutes... Aber so ein Schrott ist mir die letzten Jahre nicht untergekommen. Von 'Stolz und Vorurteil und Zombies' vielleicht mal abgesehen. Bei letzterem lag's aber auch daran, dass ich mir was anderes erwartet hab.  

Konnte ich bei 'Stolz und Vorurteile und Zombies' mit dem Schreibstil und den Texten nicht viel anfangen, passt beim Alphabethaus gar nichts. 

Am Anfang ist das Buch "nur" langweilig, später wird's dann auch noch konfus. Sind einem am Anfang die Charaktere noch egal, wünscht man sich später ihren Tod. Selten hab ich so langweilige und profillose 'Helden' in einem Buch erlebt.

Dabei begeht der Jussi auch einige Kapitalfehler. Jetzt versteh ich zum Beispiel auch, warum bei meiner zweiten Untot-Geschichte zurecht kritisiert wurde, dass ich ständig die Sichtweise wechsle, bzw. die Geschichte plötzlich aus der Sicht eines bis dahin unwichtigen Charakters weiter erzähle. Das macht der Jussi hier dauernd.

Oder diese komplett sinnbefreiten Cliffhanger innerhalb einer Geschichte, bzw. angedeutetes Konfliktpotenzial, die sich nach Buck Rogers- (wer die alte s/w-Serie noch kennt...) oder Lindenstraße-Art im nächsten Kapitel in nichts auflösen. Oder mangels Relevanz gar nicht mehr angeschnitten werden.

Dazu ein Charakterewirrwarr mit Namen, falschen Namen, falschen falschen Namen und Spitznamen, dass es eine wahre Freude ist. Nicht für den Leser wohlgemerkt. Da werden dann munter Spitznamen, Decknamen und reale Namen durcheinander geworfen, und zurück bleibt ein verwirrter Leser. Auch schön, dass die Charakterisierung nach Stereotypen vorgenommen wird. Der Pockennarbige ist natürlich der "Böse", der anmutige Brite der "Gute". 

Wie schon erwähnt, ist die erste Hälfte der Geschichte "nur" langweilig. In der zweiten Hälfte besucht einer der Helden erneut den Ort seiner Misshandlungen in Freiburg. 

Dann beginnen die Zufälle. Ständig läuft man sich in Freiburg übern Weg. Klar, ohne die ganzen Zufälle würde die übel konstruierte Geschichte gar keine Fahrt mehr aufnehmen, aber irgendwann ist es echt gut. 

Auch hilfreich ist, dass die Charaktere nicht so agieren, wie Menschen mit gesundem Verstand agieren würden. Ein Kriegsverbrecher? Unter falschem Namen? Polizei? Ach Quatsch, ich stell mich den Leuten, die mich vor 30 Jahren umbringen wollten angeschossen und mit leeren Händen. Alles easy. 

Ich war ja noch nicht in Freiburg, aber selbst in Kleinstädten mit unter 50.000 Einwohnern laufen mir nicht ständig bekannte Gesichter übern Weg. Geschweige denn Kriegsverbrecher, die dort unter falschem Namen residieren.

Der zweite Teil der Handlung spielt dann auch zeitgleich mit den olympischen Spielen in München. Der Terroranschlag findet zwar Erwähnung, wird aber so dermaßen inhaltslos abgefrühstückt, als sei das Thema kaum der Erwähnung wert. Man wird das Gefühl nicht los, dass der Autor das Ereignis größer berücksichtigen wollte, es dann aber lieber doch gelassen hat. Dass ein Lektor da nicht einschreitet, ist mir ein Rätsel. Ja, richtig, Lektor. Da war was. Sollte ein Lektor nicht darüber wachen, dass die Geschichte in sich logisch bleibt? Dass unwichtige Nebenstränge rausfliegen? Dass Sachverhalte irgendwann aufgelöst und nicht einfach fallen gelassen werden? Dass Charaktere sich wie Menschen und nicht wie Schablonen verhalten? 

Es ist ein Trauerspiel.

Vieles davon ist natürlich Geschmackssache, die handwerklichen Fehler lassen sich aber auch damit nicht schönreden. Verständlich also, dass bei den Amazon-Bewertungen tatsächlich mehr Ein-Stern- als Fünf-Stern-Bewertungen abgegeben wurden. 

Nicht so verständlich sind dagegen die bei Amazon gelisteten Pressestimmen. Die einzige meiner Meinung nach wirklich angebrachte Kritik gab's hier:


Ich geb für diesen Mist einen von fünf unglaublichen Zufällen. 

Donnerstag, 10. Mai 2012

Reichtumsträume verschoben

Ein Artikel von dem unlängst hier präsentierten Xander Morus auf Literaturcafe geht auf seine Erfahrungen im E-Book-Markt ein. 

Erfahrungen, die ich als einer derjenigen, die von Anfang an in Deutschland am Start waren, durchaus nachvollziehen kann. 

Bald gibt es auch wieder Neuigkeiten, wie ich die Geschichte im Untot-Universum fortsetzen werde. Rechnet mit einer handfesten Überraschung! 

Donnerstag, 3. Mai 2012

Interviews of the Dead - Xander Morus

Vor kurzem bin ich bei Amazon auf den Autoren Xander Morus gestoßen. Eines seiner Bücher befand sich in der Empfehlungsliste zu meinem eigenen Buch und erregte mit dem Titel „Zeit der Zombies“ sogleich meine Aufmerksamkeit.

Eine Leseprobe später war ich davon überzeugt, dass hier knackige Genrekost geboten wird, die man der Welt nicht vorenthalten sollte. In dem darauf folgenden Mailverkehr entpuppte sich Xander als höchst umgänglicher und angenehmer Gesprächspartner mit interessanten Ansichten, die man der Welt nicht vorenthalten sollte. Aus dem Grund haben wir uns für ein Kurzinterview entschieden, um die Welt an der Person Xander Morus teilhaben zu lassen.
Die Frage, die mir immer als erstes auf der Zunge liegt ist warum ausgerechnet Horrorgeschichten? Ist die Welt nicht schon Horror genug?
Xander: Ein einfacher Grund: Sie fallen mir am leichtesten. Und ich mag die Mischung zwischen Übernatürlichem und Gesellschaftsbeschreibung. Im Krimi und Thriller kann man Übernatürliches durch Spannung ausgleichen. Deshalb sind sie auch eine schöne Form der Erzählung, in der ich mich ausprobieren werde. Krimis sind mir aber eigentlich zu spießig und zu konstruiert. Die meisten Serienkiller sind ja genauso irre Erfindungen wie übernatürliche Monster. Ich bleibe vorerst beim Original… Aber mein erster richtiger Thrillerroman Berlin Angel wird ein Schlag in die Magengrube…
Bleiben wir beim Horror: Hast du denn ein Lieblings-Horror-Genre und wenn ja, welches und warum?

Xander: Früher mochte ich Monstergeschichten gerne, inzwischen mehr psychologische und atmosphärische Erzählungen. Zombiegeschichten gefallen mir natürlich, weil ich damit aufgewachsen bin. Allerdings spiele ich keine Videospiele, die heute vielleicht die innovativsten Zombiestorys erzählen. Zombiegeschichten sind leicht und schwierig zugleich; sie sind eigentlich auserzählt und trotzdem bleiben sie beliebt. Ich denke, der Survivalaspekt spielt eine große Rolle. Wir wollen doch eigentlich alle einen Reset und Neuanfang…
Damit entgehen dir mit Sicherheit einige Highlights. Wer schon mal Left4Dead, Dead Space oder ganz neu The Walking Dead gespielt hat, der weiß, wie stark sich bei solchen Spielen die Panik und die Angst auf den Spieler übertragen und ein Gefühl davon vermitteln können, allein zu sein.

Aber genug davon. Erzähl doch mal lieber was über dich.
Xander: Ich komme ursprünglich aus Berlin und arbeite jetzt seit einigen Jahren in Bayern an einer Universität im Bereich Sprachen- und Lernprogrammbetreuung. Ich habe in Berlin Independentfilme gemacht, nicht sehr erfolgreich, aber ich hab`s halt gemacht. Ich fing allerdings an zu stagnieren und sah plötzlich meine Freunde normale Berufe ausüben. Sie verdienten Geld und gründeten Familien. Ich hatte aber nichts Wirkliches gelernt und saß irgendwann in einem Callcenter mit verklebten Fenstern. Da hab ich die Lust am Rumwurschteln verloren und machte mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. In Berlin konnte ich nicht studieren, also bin ich gegangen und fing mit Dreißig an, in Bayern zu studieren. War gut, dass ich aus Berlin weg war.

Ist Xander dein richtiger Name und wenn nicht, warum veröffentlichst du unter Pseudonym?
Xander: Mein richtiger Name ist ungefähr so sexy wie Heinz Knittelbeck. Außerdem schätze ich nach einigen Erfahrungen Anonymität.
Ok, also Heinz. :) 

Nein, ernsthaft. Seit wann schreibst du denn?

Xander: Ich wollte, wie gesagt, Filme machen und hab deshalb schon früh Drehbücher geschrieben, also mit Zwanzig habe ich damit ernsthaft angefangen. Nachdem das mit dem Film schief ging, habe ich nicht mehr geschrieben, aber das Studium war dann so ein frustrierender Praxisschock, dass ich irgendwann wusste, entweder ich trinke jeden Abend und heule rum oder ich suche mir noch was, was mir etwas mehr Selbstrespekt verschafft. Es fiel mir aber immer schwer zu schreiben. Ich habe einen riesigen Respekt vor Leuten, die einen Roman nach dem anderen schreiben. Stundenlang zu schreiben, um ein paar Seiten zu haben, schien mir immer unmöglich. Aber dann hab ich es einfach noch mal ernsthaft versucht … Am Anfang war es die Hölle, weil ich so viele Fehler machte. Außerdem kann ich nicht mit zehn Fingern tippen. Peinlicherweise habe ich ja sogar Germanistik studiert. Aber die Rechtschreibung ist eben ne Bitch. Hab dann den Fernseher rausgeschmissen, das Internet abbestellt…und einen Duden gekauft… dann ging‘s…

Als ich die ersten Sachen fertig hatte, habe ich mich echt gut gefühlt, deshalb schreibe ich weiter. Das Gefühl, einen längeren Text selbst geschrieben zu haben, ist einzigartig.
Und wie bist du zum Schreiben gekommen?

Xander: Früher habe ich enorm viel gelesen, dann in meinen Zwanzigern fast nur noch Filme geguckt.
Schreiben ist einfach eine einsame Tätigkeit und wer will schon mit zwanzig alleine sein? Konnte ich mich nie dran gewöhnen.
Heute lese ich wieder mehr. Das war der beste Rat, den ich je bekommen habe. Wer nicht liest, der schreibt auch nicht. Lesen ist wie Batterien aufladen für das Schreiben.

Zuerst wollte ich wieder bei Agenten und Verlagen anklopfen, aber dann entdeckte ich die Möglichkeiten des Ebooks und hab den shortcut über Amazon genommen.

Welche Autoren liest du selber gern und wer hat dich beeinflusst?

Xander: Im Horrorbereich: Jack Kilborn (J.A. Konrath), David Moody und natürlich Stephen King (besonders die neueren Sachen wieder, die Zeit zwischen 1991-2003 fand ich nicht so gut).

Ich lese aber auch viel Martin Suter und Paulo Coelho. Außerdem lese ich gerne Klassiker.

Goethe sagte: Talents are best nurtured in solitude. Knowing is not enough; we must apply. Willing is not enough; we must do.

Da habe ich verstanden, wie Schreiben funktioniert.

Gibt es auch Filme, oder Serien, die dich beeinflusst haben? Ich selber seh mich ja z. B. ganz stark von den Romero-Frühwerken beeinflusst. Was bei Zombies auch irgendwo nahe liegend ist. :)

Xander: Fulci, Romero, Savini, Cohen, DePalma, Hitchcock- die üblichen Schuldigen.
Von den neuen Zombiefilmen mag ich fast nur Walking Dead, alles andere enttäuscht mich eher. Ich guck`s aber trotzdem. Pack ´nen Zombie in einen Film und ich sehe es mir an.

Wie gehst du beim Schreiben vor? Wie sieht deine Vorarbeit aus? Hast du dir vor dem Schreiben Handlung, Charaktere und Schauplätze bereits fertig zurechtgelegt, oder entsteht da auch viel beim Schreiben?
Xander: Ich versuchte den intuitiven Ansatz, das heißt, einfach loslegen mit einer faszinierenden Idee und dann den Stein oder Schatz ausgraben wie Stephen King sagt. Aber ich muss mich für längere Sachen inzwischen hinsetzen und überlegen, ob das ganze noch Sinn macht und wie es weitergehen kann. Das kann aber auch sehr inspirierend sein, wenn man nicht schreibt, sondern einfach mal nur überlegt, was passiert denn jetzt?
Skizzen und Charaktersteckbriefe sind wichtig und lohnen sich, ich mache aber (noch) keine grafischen Charts oder schreibe lange Backstorys. Dafür fehlt mir immer die Geduld. Ich lasse mich gerne von meinen Charakteren überraschen.
Hörst du denn auch Musik beim Schreiben?

Xander: Ja, immer. Ich höre Trailermusik von Thomas Bergersen und TwoSteps From Hell.
Wie beeinflussen dich Rezensionen, bzw. das Kundenfeedback auf Amazon?

Xander: Sehr. Ich lese alles, sogar mehrmals und bin immer wieder aufgeregt, wenn die Sterne steigen oder sinken. Ich kommentiere aber nichts mehr, eher besser ich die Texte nach.
Welche Bücher hast du bereits veröffentlicht und was wäre ein schöner Xander Morus-Einstieg für jemand, der noch nichts von dir gelesen hat?

Xander: Ich habe etwa sechs Erzählungen veröffentlicht. Alles ist nur bei Amazon zu finden. „Die Insel“ und „Zeit der Zombies“ sind am aussagekräftigsten. Ich mag auch meinen kleinen Thriller „Alternatives Ende in LosAngeles“. Ist eigentlich eine Geschichte über mich und meine Filmerfahrungen. Man sollte mit der „Insel“ anfangen, wenn man möchte.
Welche drei Bücher empfiehlst du für die berühmte einsame Insel?

Xander: Kann da nur Klassiker nennen:
Grimmelshausens Simpliccismus, Bildnis des Dorian Gray (wenn man weiß, dass man von der Insel wieder runterkommt), und den Steppenwolf, den jeder Horrorautor mal lesen sollte.

Mittlerweile hast du ja schon erwähnt, dass du im Kindle-Store deine Bücher anbietest. Aber warum bist du ausschließlich auf Amazon vertreten?
Xander: Amazon sind die einzigen, die es schaffen, tägliche Verkaufzahlen zu erstellen. Es ist mir ein Rätsel, warum das bei Apple nicht geht. Es ist eine Grundregel der Psychologie: Täglich kleine Erfolge sind die beste Arbeitsmotivation. Amazon kniet sich rein. Alle anderen Portale sind noch zu kompliziert und haben zu viele Torhüter.

Gibt es irgendwo mehr Xander Morus? (Twitter/Facebook/Blog...)
Xander: Ich bin auf Twitter und Facebook, habe mir aber mehr davon versprochen. Jetzt habe ich aber schon einige Follower und traue mich nicht mehr trashige Zombiefilmtrailer zu posten. Mal gucken, was sich da entwickelt, ich chatte aber kaum… wie gesagt habe kein Internet und bin auch nicht in Foren unterwegs.

Schade. 
Vielen Dank für das Gespräch. 

Zum Abschluß noch ein toll gemachter Trailer für "Zeit der Zombies": 

video

Dienstag, 1. Mai 2012

Movies of the Dead - Ninja Terminator

I AM THE FUCKING PRINCE OF DARKNESS
So ganz taufrisch ist der Streifen zugegeben nicht mehr. Genauer gesagt datiert der Film auf 1985 zurück und wurde in der damaligen Welle der Ninja-Massenproduktionen abgedreht.


Die Handlung dreht sich um einen Golden Ninja Warrior (Pro-Tipp: bei jeder Erwähnung des Golden Ninja Warriors anstossen), der Supreme Ninja Powers verleiht. Mit denen kann man teleportieren und ist irgendwie unverwundbar. Außer dann natürlich, wenn der Regisseur anderer Meinung ist. Die Dialoge sind himmelschreiend, die Effekte erbärmlich und die Darstellung der Ninjas sollte genügen, um jedem Beteiligten am Film mindestens einen echten Ninja auf den Hals zu hetzen.

Laut dem Wortvogel wurde dieses Machwerk aus zwei Filmen zusammen geschnitten, bzw. ergänzt, was zumindest erklärt, warum die verschiedenen Handlungsstränge nur mit Müh und Not und übers Knie gebrochen halbwegs zusammen finden.

Und doch ist der Film dabei so unglaublich schlecht, dass er tatsächlich schon wieder gut wird. Vorausgesetzt, man befindet sich in illustrer Runde und ist mit genügend Rausch erzeugenden Mitteln ausgestattet. Die Frisur des Chefgangsters, das Telefon des Tarnanzugninjas. Ich will nicht zuviel vorwegnehmen - diese schlimmen Details zu erkunden machen einen großen Reiz des Films aus.

Einen Kauf dieses Stückwerks möchte ich natürlich niemand ernsthaft anraten. Umso besser, dass der ganze Film legal über Youtube geschaut werden kann:

Gesehen hab ich den Film auf dem B-Film-Basterds-Festival in Nürnberg. Wer über schlechte Filme lachen kann, sollte sich den Termin für nächstes Jahr vormerken. Es lohnt sich.