Samstag, 7. Juli 2012

Movies of the Dead: Zombie Apocalypse und Contagion

Zombie Apocalypse 
Von Asylum. Ein Meisterwerk.

Zumindest für Asylum-Verhältnisse. Ganz ehrlich: sooo schlecht fand ich den jetzt gar nicht. Im Gegensatz zu anderen Asylum-Produktionen war der gar nicht sooo hohl, teilt aber eins der üblichen Asylum-Grundübel. Das Budget.


Und natürlich die Story. Die findet auf einer Serviette Platz. Eine Gruppe Überlebender zieht nach Osten und sucht eine Insel, die angeblich vom Militär noch gehalten wird und regelmässig eine Fähre entsendet.


So weit, so belanglos.


Dass der Film zumindest B-Film-gestählten Zombiefreunden trotzdem nicht langweilig wird liegt an den gar nicht mal so schlechten Zombiemasken und auch daran, dass sich die Charaktere im Gegensatz zu vielen anderen Zombieslashern meistens nicht wirklich doof verhalten. Keiner rennt allein rum, also fast keiner, man versteht die Zombies mit anderen Geräuschquellen abzulenken und auch die Art der Fortbewegung ist wohl überlegt.


Das alles wirkt so, als hätte der Drehbuchschreiber wenigstens den Zombie-Survival-Guide gelesen. Immerhin.


Aber ach je, das Budget (ha, das reimt sich).


Gut, die Masken sind gar nicht sooo übel und es kommt auch immer wieder zu Zombie-Massenaufmärschen. Aber die CGIs... *urghs*


Köpfe explodieren an Stellen, die nie den Lauf eines Gewehrs gesehen haben und Kopfschüsse werden mitunter aus einer fließenden Bewegung heraus verteilt, dass die Jolie in Wanted ihre Freude daran gehabt hätte.


Richtig lächerlich wird's aber dann, wenn ein schwerkalibriges MG aus einem Einkaufswagen (!) ohne Rückstoss abgefeuert wird, auf der linken Seite die leeren Patronenhülsen fliegen, der Gurt sich auf der anderen Seite aber keinen Millimeter bewegt. 


"Fällt keinem auf, müss ma nich ändern, lass ma drin. Schnitt aus fertig."


Auch der finale Kampf ist überflüssig wie ein Kropf und zieht den Film durch die miese CGI gleich nochmal ein Stückchen runter. Hätten sie es sich gespart - keiner hätte sich beschwert. Aber es hat am Ende noch unbedingt einen Knalleffekt gebraucht, wie's scheint. Geht nur leider nach hinten los. 


Dafür sind die Dialoge für eine Asylum-Produktion erstaunlich... unschlecht. Also schon weit von gut entfernt, aber halt auch nicht so peinlich nichtssagend, oder einfach nur komplett belanglos, um Lücken zu füllen und die Spielzeit zu strecken. Meist wiederholen sie nur Bekanntes, aber die meiste Spielzeit wird bei ZA sogar mit Action gefüllt, die nicht schon komplett im Trailer abgefeiert wurde.


Teilweise stellt sich auch sogar sowas wie bleibender Eindruck ein, wenn es gelingt, die Welt als verlassenen und menschenfeindlichen Ort darzustellen. Oft misslingt das aufgrund der miesen CGIs, hin und wieder kommt dann aber doch so ein Gefühl auf, wie man es von den guten Zombie- und Seuchenfilmen kennt. Nur kurz. Aber immerhin.


Ist ZA ein guter Film?


Nein.


Ist ZA ein schlechter Film?


Ja. Ganz objektiv - ja.


Ist ZA ein guter Asylum-Film?


Ja, das ist er tatsächlich. Er ist besser als alles, was ich bisher von den Schrottfabrikanten gesehen hab und vor allem ist es der erste, den ich auch durchgehalten hab. Dafür beide Daumen nach oben.


Ich würd sogar so weit gehen und ihn gemessen am Zombie-Genre als durchschnittlich bezeichnen. Soviel filmisch großartiges hat das Genre bis dato ja nicht hervorgebracht (jaja, Romero, 28-Reihe (wenn ma jetzt mal nicht so kleinkariert sind was Infizierte und Zombies angeht), Snyder-Remake... dann wird die Luft aber schon dünn. Die Return-Reihe noch mit Einschränkungen, wenn man Komödien dazunimmt noch Shaun und Land of the Dead).


Ja, so gesehen befindet sich ZA tatsächlich irgendwo im Mittelfeld.


Teilweise wirkte er auf mich auch wie eine L4D-Verfilmung. Einige Charaktere erinnerten mich an Charaktere aus den Spielen. Irgendwie. Auch die immer wieder auftretenden Zombiewellen...


Lange Rede, kurzer Sinn: Zombie-Allesseher können einschalten. 

3 von 5 explodierten Zombiehirnen für Zombiefans
1 von 5 Facepalms für alle anderen


Contagion
 
Direkt nach dem Film wusste ich gar nicht so recht, warum mich der Film so gepackt hatte.

In weiten Teilen wirkt der Film gehetzt, nimmt sich oft nur sehr wenig Zeit für die Charaktere und wirkt meist seltsam distanziert. Vielleicht auch deswegen, weil  Sentimentalitäten größtenteils außen vor bleiben. Es tut aber auch mal gut einen Film aus Hollywood zu sehen, der nicht dauernd auf der Emoschiene versucht, Emotionen beim Zuschauer aufzubauen. Contagion beschränkt sich meiner Meinung darauf, die Bedrohung, die Seuche in den Mittelpunkt zu stellen und damit auf die Angst vor einem ähnlichen Szenario.

Ja, und trotz der fehlenden Emotionen (oder gerade deswegen?) war mir beim schauen extrem unwohl. Das war kein Outbreak (der mit Dustin Hoffman), den ich damals extrem enttäuschend fand. Das war auch kein Film, bei dem man sich dauernd ein schützendes "ist doch nur Hollywood" vorhalten kann.

Im Gegenteil ist der Film irgendwie erschreckend real. Verschwörungstheoretiker gegen die Wissenschaft - Ärzte müssten den Film eigentlich lieben - und das auch zuletzt allgegenwärtige Misstrauen gegenüber dem WHO ("Lieber lese ich von mir in der Zeitung, dass ich überreagiert habe, als für den Tod von Millionen verantwortlich zu sein" oder so ähnlich). Wer komische Blogs und Impfverweigerer kennt, der weiß, dass das nicht so weit von der Realität entfernt ist.

Beklemmend und realistisch ist die Hilflosigkeit, mit der man der Seuche gegenübersteht. Noch erschreckender, wie oft man sich selber erkennt. Als derjenige, der neben einem Infizierten im Bus sitzt, im Taxi, im Geschäft...

Beruhigend: Am Ende schenkt der Film dem Zuschauer dann doch noch einen kleinen Lichtblick am Ende des Tunnels.

Hm, doch, jetzt weiß ich, warum mich der Film so gepackt hat. Aber ich hab ja eh ein Faible für Seuchen, nicht nur Zombie-Seuchen. Hätt ich statt einem Zombieroman einen Seuchen-Roman geschrieben, wär der so ähnlich ausgefallen, schätz ich mal. Inklusive wilden Verschwörungstheorien, die dem WHO Panikmache vorwerfen und pipapo. 

5 von 5 Leichensäcken

 

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