Donnerstag, 13. Dezember 2012

Kapitel 1 - Teil 8



Erst Stunden später traf Verstärkung ein.

Ein Konvoi der Bundeswehr mit regulären Soldaten und medizinischem Personal tauchte auf und Hoffnung keimte auf.

Endlich  wurden die Verletzten professionell verarztet, aber für viele kam die Hilfe zu spät. Viel zu viele, die bei rechtzeitiger Hilfe zu retten gewesen wären. Wer unverletzt war, wurde von den Soldaten nach Hause eskortiert. Die mahnenden Worte die Türen zu versperren, besser zu verrammeln, und sich nach Möglichkeit in obere Stockwerke zurückzuziehen, waren überflüssig. Die knapp 200 Toten des heutigen Tages, die “anderen” nicht mitgerechnet, waren Mahnung genug.

Wir selbst gingen in einer Gruppe von gut 50 Zivilisten, begleitet von sechs Infanteriesoldaten mit Sturmgewehren. Bei einer Konfrontation mit den Überbleibseln der heutigen Angreifer würden sie hoffentlich genug Feuerkraft aufweisen, um sie zurück zu schlagen. Doch unbehelligt erreichten wir die ersten Häuser und trennten uns von den ersten noch immer verängstigten Mitläufern.

Einer der Soldaten, ein untersetzter Obergefreiter mit dem klangvollen Namen Beethafen, erwies sich als gesprächiger als die Wachmannschaften. Nicht, dass die Nachrichtenlage in der Armee viel besser war, aber einige für die kämpfende Truppe relevante Informationen und Gerüchte wusste er dann doch zu berichten.

Mit jenen, die es hören wollten, teilte er seinen Wissenstand. So wusste er zu berichten, dass es im ganzen Land zu Auseinandersetzungen mit den PSGs gekommen war. Die Funkkanäle quollen förmlich über, Hilferufe und Unterstützungsanfragen hatten innerhalb weniger Stunden massiv zugenommen. Immer häufiger wurden Übergriffe gemeldet und von riesigen Rudeln wurde berichtet, die mordend und brandschatzend durch das Land zogen.

Offiziell war man bisher davor zurückgeschreckt, systematisch gegen die bis dato friedlichen Rudel vorzugehen, inoffiziell gab es aber Gerüchte, dass bereits Luftangriffe stattfanden. Einige Funksprüche auf kodierten Frequenzen legten den Verdacht nahe, wie der Obergefreiter zu wissen glaubte.

Das, was von der NATO noch übrig geblieben war, hätte bereits den Verteidigungsfall ausgerufen. In allen NATO-Staaten war es zu ähnlichen Vorfällen gekommen und noch aktive Vertreter aller Staaten diskutierten das weitere Vorgehen. Zu Schweden, Norwegen und Finnland war der Kontakt quasi ganz abgebrochen und in Teilen des ehemaligen Jugoslawiens hatten sich Bürgerwehren gebildet, die bereits Jagd auf die “anderen” machten. Hilfreich waren dabei „zufällig“ entdeckte Waffenlager mit Beständen aus dem Bürgerkrieg. Lokale Befehlshaber haben befreite Gebiete ausgerufen und suchen den Zusammenschluss mit anderen Regionen.

Die Nahostregion wurde dagegen durch zwei Atombomben erschüttert, die in Ägypten und Syrien Millionen Menschenleben kosteten. Eine Vergeltungsaktion des israelischen Militärs aufgrund Übergriffe, die Schwäche Israels auszunutzen. Im gleichen Moment flogen israelische Flugzeuge Angriffe gegen Ziele im Iran, mit dem Ziel die dort stehenden Atomanlagen auszuschalten.

Der oberste religiöse Führer des Irans verurteilte den Angriff schwer und sah nur aufgrund der zionistischen atomaren Weltverschwörung, die sich gegen sein armes Heimatland verbündet habe, von einem Vergeltungsschlag ab. So lange in Israel ein Militär den Finger auf dem roten Knopf hatte, würde er sich weiter zurückhalten, so die Einschätzung von Beethafen. Israel war durch die Verbreitung von Satanic Whisper über soziale Medien ähnlich schwer betroffen, wie die Regionen Europas, aber eben noch immer eine Atommacht und dazu braucht es nur einen einzigen nervösen Finger, schwadronierte der Soldat weiter. 

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