Montag, 3. Dezember 2012

Prolog - Teil 16



Kein Internet mehr. Seit gestern ist statt einer Startseite nur eine Landingpage erreichbar, die darüber informiert, dass aufgrund kritischer Entwicklungen bis auf weiteres alle Diensteanbieter auf die gleiche Landingpage routen. Sofern es Möglichkeiten gibt diese Sperre zu umgehen, werde ich davon nichts mitbekommen.

Davon abgesehen waren auch im Netz die Veränderungen kaum zu übersehen. Foren wurden mit Satanic Whisper-Posts überschwemmt, Facebook, Twitter und andere soziale Dienste nicht weniger. Meist mit der Folge, dass sich die Betreffenden anschließend nur noch sporadisch und irgendwann gar nicht mehr zu Wort meldeten. Auf vielen Internetportalen mit musikalischem Bezug war zu lesen, dass diese ab sofort eingestellt würden, weil ohnehin keine Band dieser Welt Satanic Whisper das Wasser reichen könne.

Auch Straßen und Züge verweisen zusehends. Geschäfte bleiben geschlossen und Nahrungsmittel verkümmern hinter Schaufenstern. Von Zeit zu Zeit erblickt man eingeschlagene Fensterscheiben, hinter denen sich Bedürftige das Nötigste geholt haben. Polizei um die Vorfälle zu untersuchen gibt es kaum noch. Von Zeit zu Zeit kann man Grüppchen beobachten, die wie Wölfe auf ein Opfer lauernd durch die Straßen ziehen. Rotumrandete eingefallene Augen, ausdruckslose Gesichter, ein ungepflegtes Äußeres kennzeichnen diese neue Spezies. So schnell sie auftauchen, verschwinden sie in der Regel auch wieder.

Neben dem Internet wurden auch das Radio- und das TV-Programm eingeschränkt, seit dem Zwischenfall in England. Dort wurde über das Radio das komplette Satanic Whisper-Album über den Äther gejagt. Erst sehr spät gelang es Spezialeinheiten der Polizei das Gebäude zu stürmen und die Übertragung zu unterbrechen. Ein sich dabei versehentlich lösender Schuss tötete den verantwortlichen Redakteur. 

(privates Tagebuch)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen