Samstag, 19. Januar 2013

Kapitel 3 - Teil 12

Davor lag ein Geländewagen, ein Wolf wie mir bei der Schnellausbildung eingebläut wurde, auf der Seite. Die Plane war aufgerissen und auch der Rest des Wolfs sah aus, als hätte sich eine ganze Horde der Monster über ihn hergemacht. Die Sitze waren herausgerissen und lagen vollständig zerfetzt neben dem Wrack. Neben dem Wagen zeugten kleine Krater von Beschuss durch schwere Waffen und auch hier war der Boden noch immer rot gefärbt. Eigentlich war es egal, wohin man kam. Überall waren größere und kleinere Lachen, als hätte hier ein brutales Gemetzel stattgefunden, immer wieder unterbrochen durch große und kleinere Trichterförmige Einschusslöcher.
 
Der Tankbereich lag bei den Fahrzeughallen. Dort waren weit weniger Spuren eines Kampfes zu sehen. Links standen die Hallen, rechts die Tankanlage. Die Hallen standen offen und waren von den Kämpfen komplett verschont geblieben. Sogar zwei Schützenpanzer standen noch in den Hallen. Weil natürlich auch hier der Strom fehlte, konnten wir uns aussuchen zu pumpen, oder nach dem Notstromaggregat Ausschau zu halten. Weil sich ein paar Tausend Liter nicht mal eben aus der Hüfte hatten pumpen lassen, favorisierten wir einstimmig Option zwei und machten uns auf die Suche. Zielstrebig ging Stefan auf die erste Werkshalle zu und darin auf einen kleinen Aufenthaltsraum. Offen und einladend war die Tür dazu und schrie geradezu danach, sich in dem Zimmer aufzuhalten.
 
Tatsächlich verschwand der Unteroffizier kurz darauf darin und werkelte still an den Kontrollen herum. Was er dort genau tat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es war wohl das Richtige. Nach anfänglichem sprang ein Motor an und lieferte endlich die nötige Energie für unser Vorhaben.
 
Nur quälend langsam rann der Diesel aus dem Vorratslager. So langsam, dass zu befürchten war, dass unser Aufenthalt hier noch in die Stunden ging. Meine Laune wurde sicher auch nicht dadurch verbessert, dass der Feldwebel den Befehl rausgab, neben dem Tankwagen noch einige Fässer für die Notstromaggregat im Bunker abzufüllen, die danach von den LKWs aufgenommen wurden. Andernfalls hätten wir bald im Dunklen sitzen müssen. Ein wenig reizvoller Gedanke und Ausgleich genug, weiter hier auszuharren.
 
Währenddessen prüfte Lehmann zwei abgestellte Schützenpanzer und rief uns zu sich.
 
„Herr Unteroffizier, nehmen Sie die Geräte mal unter die Lupe. Ihr Beifahrer wird Ihnen assistieren. Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, verlangen Sie einfach danach. Ich möchte, dass wenigstens eines der beiden Fahrzeuge bis zu unserer Abfahrt ebenfalls abfahrbereit ist. Haben Sie mich verstanden? Zur Not schlachten Sie einen der beiden aus, wenn es nicht anders geht. Sie wissen ja, wie das geht.“
 
Damit trat er ab, und ließ mich etwas verwirrt zurück, was auch Stefan nicht verborgen blieb.

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