Sonntag, 20. Januar 2013

Kapitel 3 - Teil 13

„Ich war hier zwei Jahre stationiert und habe in der Inspektion gearbeitet. Eigentlich wurde ich erst vor einem halben Jahr im Rahmen meiner Unteroffiziersausbildung versetzt. Bis dahin hab ich mich um die Dinger hier gekümmert und kenn sie in- und auswendig.“
 
„Aber was wollen wir mit den Dingern?“, entgegnete ich noch immer etwas konfus. Die Bewaffnung wurde entfernt, die sind uns doch keine große Hilfe mehr.“
 
„Mann, du verstehst auch nichts“, zeigte er sich etwas genervt. „Auch wenn die fehlt, ist das für uns ein wertvolles Mitbringsel. Unsere Patrouillen sind darin geschützter, als in LKWs oder in den Geländewagen. Außerdem ist nicht gesagt, dass der andere ewig hält. So oft, wie die hier in der Inspektion standen, ist es eher ein Wunder, dass bei unserem bisher noch nichts war. Zudem steht ja noch der Besuch im Munitionslager aus, wo wir vielleicht die nötigen Teile aufnehmen und unsere Feuerkraft damit erheblich verstärken können. Und jetzt red nicht, geh mir lieber zur Hand und halt mal den Deckel hier auf.“
 
Mit diesen Worten drückte er mir einen Deckel in die Hand, und begann an den losen Enden einer Batterie herum zu nesteln.
 
„Die Batterien werden in der Regel abgetrennt, wenn die Fahrzeuge länger stehen. Soll die Leistung erhöhen und dafür sorgen, dass sie im Ernstfall anspringen. Wir mir scheint, wurde hier nach Vorschrift gearbeitet. Wundert mich eigentlich nicht. Der Leiter dieser Inspektion hatte mich auch schon ausgebildet, bevor ich versetzt wurde. So, du kannst den Deckel jetzt loslassen.“
 
Vorsichtig glitt die Abdeckung nach unten und Stefan verschwand im Inneren des Panzers. Ein Röcheln ging durch die Maschine, gefolgt von einem tiefen Röhren. Schwarzer Rauch, das Resultat verbrannten Diesels, wurde ausgestoßen und der Motor heulte kurz auf. Stefans Kopf erschien wieder und mit einer Hand bedeutete er mir, aus dem Weg zu gehen. Laut klirrend setzte sich der Koloss in Bewegung und rollte ein paar Meter nach vorne, bevor der Motor wieder erstarb.
 
„Super, scheint zu funktionieren“, jubilierte der Unteroffizier, während er sich aus der Luke zwängte. „Für eine Generalinspektion haben wir keine Zeit, aber er ist auf jeden Fall fahrtüchtig. Los zum nächsten.“
 
Auch der andere konnte gestartet werden, nachdem die Batterien wieder an geklemmt waren. Nicht nur mir fiel ein Stein vom Herzen.

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