Montag, 21. Januar 2013

Kapitel 3 - Teil 14

Quälende 30 Minuten später lief immer noch Diesel in den Tank, als die andere Gruppe wieder zu uns stieß. In den Vorratsräumen waren noch einige Notrationen und Konserven zu finden gewesen und die Waffenkammern waren auch noch nicht komplett leer. Überlebende konnten nicht gefunden werden. Die meisten Gebäude waren einfach leer und standen da, als ob nichts gewesen wäre. Nur von einem wurde berichtet, dass dort deutliche Spuren eines Kampfes gefunden wurden. Zwar konnten keine Leichen gefunden werden, aber der Boden war übersät mit leeren Patronenhülsen und alles, wirklich alles war voller Blut. Der Boden, die Wände, die Treppe, das Obergeschoss. Zum Teil waren es große Lachen getrockneten Bluts, die auf ein wahres Gemetzel schließen ließen.
 
Der Bericht jagte uns Schauer über den Rücken und manch einer war dabei sich auszumalen, was hier vorgefallen war. Vor allem die, die in dieser Kaserne Kameraden hatten waren erschüttert und am Boden zerstört. Obwohl es eigentlich klar war, war es doch schrecklich mit der Wahrheit konfrontiert zu werden und die Stimmung sank weiter.
 
Nachdem der Tanklaster endlich vollgeladen war, tankten wir noch die anderen Fahrzeuge, sowie unsere Neuzugänge, und setzten unsere Fahrt fort. Das Munitionsdepot lag nur wenige Kilometer von unserer jetzigen Position entfernt und der Weg führte uns wieder durch bewaldetes Gebiet. Links von uns ging es steil abwärts, Bäume säumten den Hang und rechts türmte sich ein Felsmassiv auf. Die zwei neuen Schützenpanzer sicherten unsere Fahrt von hinten. Die mitgebrachten MGs wurden aufmontiert und konnten uns so bei einem Überfall mit ordentlicher Feuerkraft unterstützen. Die Kanone nutzte gegen nicht gepanzerte Ziele ohnehin wenig.
 
Ohne durch Angriffe oder Barrieren gestört zu werden erreichten wir das Depot und passierten im Schutz unserer Begleitfahrzeuge das Tor. Dieses war bereits aus den Gelenken gerissen worden und lag komplett verbogen ein paar Meter weiter im feuchten Gras. Daneben ein komplett demolierter Geländewagen, der aussah, als wäre er von einem Panzer gerammt worden. Teile des Zauns waren niedergedrückt und teilweise mit purer Gewalt auseinander gerissen worden. Faulige und ausgetrocknete Fleischfetzen hingen im Stacheldraht und am Boden darunter. Das Wachhaus war komplett zerstört. Sicherheitsscheiben und Stahltüre waren zerborsten, aus den Scharnieren gehoben und nach innen gedrückt. Die Außenwand war von Einschüssen durchsiebt und Rußspuren verrieten den Einschlag von schweren Granaten.
 
Die Schäden konnten nur schwerlich den “anderen” zugeschrieben werden. Vielmehr wurde das Haus von eigenem Gerät beschossen und so fast vollständig zerstört. Langsam fuhren wir weiter und drangen weiter in das Depot vor. Wir passierten eine Gruppe Fahrzeuge. Ein weiterer Schützenpanzer, drei Transport-LKWs und mehrere Geländefahrzeuge. Allen gemein war der schlechte Zustand. Die Planen waren in Streifen gerissen, lose Teile heruntergerissen und die Reifen in Fetzen. Die Beschädigungen kamen uns nur allzu bekannt vor und über das Schicksal der Besatzung wollten wir uns lieber keine Gedanken machen. Wenngleich es niemand aussprach, so herrschte doch ein Konsens über den Verbleib der Mannschaften.

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