Dienstag, 12. Februar 2013

Kapitel 3 - Ende

Stumm und mit gesenktem Kopf stand er da vor uns. Seine Augen starrten zu Boden und ich glaube, der Tod der Männer ging ihm in diesem Moment tatsächlich nahe. Weit über eine Minute herrschte Schweigen in dem Raum, bis der Oberst wieder das Wort ergriff.
 
“Vielen Dank. Fahren wir fort. Auch die Notrationen konnten heute aufgestockt werden. Den bald einbrechenden Winter können wir theoretisch ohne weitere Außeneinsätze bestreiten. Wie Sie sicher schon bemerkt haben, habe ich in Ihrer Abwesenheit Projekt Schild anlaufen lassen. Für die Zivilisten unter Ihnen: Ziel soll es sein, einen sicheren Außenbereich zu schaffen, um von dort aus auch zukünftig sicher Außenmissionen bestreiten zu können. Gleichzeitig werden wir damit dem einsetzenden Lagerkoller begegnen und uns langsam wieder an die Oberfläche gewöhnen. Viele von Ihnen kennen sicher das Angstgefühl, das uns beschleicht, wenn wir den Bunker verlassen.
 
Auch eine weitere Neuigkeit will ich Ihnen nicht vorenthalten. Über Funk konnten heute Funksignale empfangen werden, die wir aber aktuell nicht entschlüsseln können. Sie senden auf einer militärischen Frequenz, nutzen aber eine uns unbekannte Verschlüsslung. Über Kurzwelle wurde heute ebenfalls ein Signal empfangen. Der Sender ist höchstwahrscheinlich in Frankreich stationiert, der Sprecher sendet live und berichtet über den Zustand der Stadt in seiner unmittelbaren Umgebung. Noch wissen wir nicht, aus welcher Stadt er sendet, beschreibt aber Zustände, die unseren gleichen. Ein ehemaliger Französischlehrer protokolliert für uns die Übertragung und wir hoffen, dass wir bald mehr erfahren.
 
An die überlebenden Zivilisten möchte ich noch meinen Dank und meinen Respekt richten. Sie haben sich heute tapfer geschlagen und ohne Sie wäre der Mission kein Erfolg beschieden gewesen. Von Oberfeldwebel Lehmann erwarte ich morgen um null achthundert einen vollständigen Rapport der Ereignisse in meinem Büro. Sie können sich jetzt in ihre Quartiere zurückziehen. Gute Nacht.”
 
Müde erwiderten wir die Gutenachtwünsche und zogen uns zurück. Als ich aus der Tür trat, spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und erkannte Stefan, der mir noch ein anerkennendes Lächeln schenkte, bevor er sich in die andere Richtung zurückzog. Ich beeilte mich meine Waffe in der Waffenkammer abzugeben und mich von dem Schmutz zu reinigen, der heute auf mich einprasselte. Mit der Bürste bearbeitete ich alle Flecken und am Ende war ich zumindest mein Körper äußerlich sauber. Mit umbundenem Handtuch ging ich zu unserem Zimmer.
 
Wer sich als Freiwilliger für Außeneinsätze gemeldet hatte, durfte in die Soldatenquartiere umziehen. Statt Zimmern mit 20 Schlafplätzen hieß das eine relativ intime Unterbringung im Sechsbettzimmer. Noch konnten Familien Sonderprivilegien eingeräumt werden und so hatte ich mit meiner Frau und meinem Sohn ein ganzes Zimmer nur für uns.
 
Als ich die hineinführende Tür aufdrückte, brannte noch gedämmtes Licht. Ein rotes Tuch über der Lampe tauchte das Zimmer in ein rot gefärbtes Licht und verlieh den grauen Wänden zumindest ansatzweise Farbe. Eingerollt lag Alexander in seinem Bett und schlief schon tief und fest. Stoßweise hob und senkte sich seine Brust und sein Gesicht war so friedlich wie immer. Ganz so, als wären an ihm all die schlimmen Erlebnisse der jüngsten Zeit einfach abgeprallt, und ich war froh darüber. Eine provisorisch angebrachte Decke trennte sein Bett von unseren Betten. Dazu hatten wir zwei Etagenbetten getrennt, nebeneinander aufgestellt und mit Bändern zusammengebunden. Das verlieh unserer Schlafstatt wenigstens ansatzweise die von daheim gewohnte Intimität. Auf dem linken der beiden Betten lag Martina und sah schon erwartungsvoll in meine Richtung. Wunderschön war sie, wie sie so dalag. Ihre schwarzen Haare bildeten einen Kontrast zu den weiß bezogenen Betten und Ansätze ihrer Brust lugten anrüchig unter der Decke hervor.
 
Als wie meinen Blick auf ihrem Körper ruhen sah, zog sie das Leintuch gänzlich zur Seite und offenbarte mir ihren makellosen Körper. Weiße Ränder kennzeichneten die Stellen, an denen im Sommer ihr Körper von Stoff verhüllt war und ein schwarzes Dreieck verhieß mir verführerische Möglichkeiten. Eilig  schloss ich hinter mir die Tür und schlüpfte schnell aus dem Handtuch. Aufrecht stand meine Männlichkeit vor mir und nur Sekunden später leistete ich meiner Frau im Bett Gesellschaft.

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