Samstag, 2. Februar 2013

Kapitel 3 - Teil 26

"Auch, als der Schützenpanzer das Feuer eröffnete, blieb keiner von uns stehen. Wir rannten einfach. Wir fanden die Fahrzeuge so vor, wie wir sie abgestellt hatten und sprangen auf. Die Schlüssel steckten und kaum als der letzte irgendwo untergebracht war, rauschten wir los. Ich hab eines der Geländefahrzeuge gelenkt und als ich aus dem Inspektionsbereich kam, traf mich fast der Schlag. Hunderte, ach, was, Tausende standen da und warteten schon auf uns. Der Panzer war begraben unter den Leibern dieser Dinger. Der Weg durch das Tor war also eine vergleichsweise schlechte Idee, weshalb ich das Steuer herumriss und Richtung Übungsplatz fuhr. Zum Übungsplatz führt ein eigener Ausgang, am anderen Ende der Kaserne.
 
Das Tor stand offen, aber sonst war alles leer. Mein Beifahrer hatte in der Zwischenzeit schon erkannt, was ich vorhatte, und die anderen Fahrzeuge über Funk kontaktiert. Die hatten offensichtlich die gleiche Idee, wie ihre Scheinwerfer in meinem Rückspiegel verrieten. Wir preschten hinaus, als gäbe es kein Morgen. Über eine Bodenwelle verlor ich die Haftung und brachte den Wagen nur schlingernd wieder unter Kontrolle. Meine Adrenalinkonzentration im Blut hatte in dem Moment ihren Höhepunkt erreicht, denn unbeeindruckt brachte ich den Wagen wieder auf die Spur und lenkte ihn auf die Ausfahrt zu.
 
Ein Funkspruch informierte uns, dass sich der Marder wieder freilaufen konnte und zu uns aufschloss, wir also das Tempo etwas drosseln sollten. Einen Scheiß wollte ich tun, solange wir nicht ein paar Kilometer zwischen uns und diese verdammten Mutanten gebracht hatten. Von Musik soll so eine Scheiße kommen? Wenn ihr mich fragt, sind da irgendwelche Experimente einer verfluchten Regierung daran schuld. Die CDs waren mit Sicherheit radioaktiv verseucht, oder ihnen wurde LSD ins Trinkwasser gemischt. Wär ja nicht das erste Mal, oder? Auf jeden Fall ging ich kaum vom Gas und auch kein anderes Fahrzeug fiel zurück. Die scheiß Panzerbesatzung hatte hinter ihrer Panzerung gut reden. Wir wurden von einer Millimeter dünnen Plane ‘geschützt’.
 
Wir also rasen zum Depot und alles war ruhig. Ich meine, richtig ruhig. Keine Lichter, keine Menschen, nichts. Nur ein Restmond hing am Himmel, der aber auch größten Teils von Wolken verhangen war. Nur unsere Scheinwerfer schnitten wie Messer in die Dunkelheit.”
 
Verwirrt warf Streicher einen Blick aus dem Fenster.
 
“Also so wie jetzt gerade eigentlich. Hat sich wohl nicht viel geändert, die letzten Wochen, was?”

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