Sonntag, 3. Februar 2013

Kapitel 3 - Teil 27

Noch ohne eine Antwort abzuwarten, setzte er seine Erzählung fort.
“Wir rasten förmlich über die Straße und beinahe hätte ich die Abzweigung verpasst. Erst in letzter Sekunde bremste ich den Wagen und steuerte ihn schlitternd auf die andere Straße. Ihr kennt den Weg ja und wir hatten eine Heidenangst. Uns hier zu verteidigen war fast unmöglich. Also raste ich weiter. Weil es so dunkel war, sah ich es erst, als wir es schon fast gerammt hatten. Wie ein Fremdkörper tauchte es im Licht der Scheinwerfer auf. Meine Mitfahrer warnend trat ich weiter aufs Gas und rammte das Tor.
In meiner naiven Vorstellung dachte ich, dass das Ding wie in Filmen im weiten Bogen davonfliegt und wir mit ein paar Kratzern da durchkommen würden. Doch stattdessen ging der Schlag durchs ganze Fahrzeug und riss uns aus unseren Sitzen. Der Gurt schnitt schmerzend in meine Schulter und meine Brust. Ein Teil des Zauns ragte durch unsere Windschutzscheibe und wir steckten so halb drin. Ein wenig hatte das Mistding nachgegeben, aber nicht genug, um uns durchzubringen. Statt also den Weg für die folgenden Fahrzeuge frei zu machen, blockierten wir ihn erst Mal.
Schon tauchten die Scheinwerfer eines LKWs auf und im Gegensatz zu mir bremste der Fahrer ab. Zum Glück. Quietschend kam der Wagen nur ein paar Meter hinter uns zum stehen. Noch immer steckten uns der Schreck und auch der Schmerz in den Knochen und nur mühsam konnten wir uns aus dem Wagen befreien. Trotz der Schmerzen war ich zufrieden, weil das auch schlechter hätte ausgehen können.
Kaum waren wir im Freien, landete etwas auf dem Dach des Fahrzeugs. Ich sah noch Sterne und war geblendet vom Licht des folgenden Fahrzeugs und nahm das gar nicht so richtig wahr. Erst als ich die Rufe hörte, machte ich mir Gedanken darüber, dass da eben etwas falsch war. Tja, manchmal trifft einen die Erkenntnis wie ein Paukenschlag. Trotz der Schmerzen warf ich mich zu Boden und hörte im gleichen Moment meinen Beifahrer aufschreien.
Dann krachten auch schon wieder die ersten Schüsse und ich sah sie kommen. Nicht ihre Körper. Die waren eins mit der Nacht. Es waren ihre Augen, die in der Dunkelheit wie Reflektoren leuchteten. Sie strömten aus dem Wald die Böschung hoch und wieder kannten sie weder Furcht noch Skrupel, für einen uns unbekannten Grund in den Tod zu gehen. Ich glaube, es waren dieses Mal nicht so viele, wie zuvor. Nur vereinzelte Gruppen schälten sich aus dem Dunkel, waren aber mindestens ebenso aggressiv wie der große Schwarm zuvor. Fast zu einfach wehrten wir sie ab, aber auch dieses Mal hatten wir sie unterschätzt.
Zuerst hörte ich nur die Schreie, dann ein Geräusch das klang wie ein stumpfes Messer, das durch Stoff reißt. Schnell rannte ich auf die andere Seite des Wagens, sah dort die Leiche meines Beifahrers liegen und gleich daneben seinen Mörder. Mit aufgerissener Bauchdecke lag mein Kamerad da und seine Hände hielten noch das Gewehr umklammert, das ihm auch nicht mehr geholfen hatte. Das Monster hatte eine tödliche Salve abbekommen. Aus zahlreichen Wunden floss das Blut und vermischte sich mit dem von Markus."

Kommentare:

  1. Hiho,

    "Das Monster hatte eine Salve abbekommen, die für ihn ausreichend war. Aus zahlreichen Wunden floss ein Blut und vermischte sich mit dem von Markus."
    Das Monster - ihn? klingt für mich komisch.
    "ein Blut" -> sein Blut

    mit freundlichsten Grüßen Thex

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    1. Danke, hab's korrigiert. Bei so dämlichen Fehlern rettet auch die Word-Rechtschreibprüfung nichts mehr. :)

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