Dienstag, 5. Februar 2013

Kapitel 3 - Teil 29

"Ein Blitz, eine Explosion und eine Wolke aus Blut. Mehr sah ich von dem Ding nicht mehr. Die schwache Explosionswirkung der Granate reichte locker aus, den Kopf in tausend Stücke zu sprengen. Lange konnte ich mich darüber nicht freuen, denn der Panzer raste jetzt ungebremst auf meinen Wagen zu. So schnell ich konnte, hechtete ich aus der Gefahrenzone und nur Sekundenbruchteile später krachte der Schützenpanzer ungebremst in die Reste des Fahrzeugs. Knirschend traf Metall auf Metall, aber den 40 Tonnen des Marders hatten weder Jeep noch Tor irgendwas entgegen zu setzen. Das Tor flog nach innen, der Wagen hinterher und überschlug sich dabei. Mit einem letzten Knall blieb er auf der Seite liegen und hatte es jetzt auch hinter sich. Sofort folgten die Lastwagen, während der Panzer den Einzug deckte. Natürlich beschränkten sie sich nicht auf das Tor und versuchten auch über den Zaun einzudringen. Den Stacheldraht ignorierten sie, auch wenn ganze Fleischfetzen sich darin verfingen. Wirklich nichts konnte sie aufhalten. Um in den Bunker zu gelangen, mussten wir im Wachhaus den Mechanismus aktivieren und mit dem Schlüssel entriegeln.
 
Der Unteroffizier beeilte sich, das zu erledigen und rannte zum Haus, kam aber gleich wieder erschrocken zurück und schrie, dass sie schon drin wären, es da drin vor PSGs nur so wimmeln würde. Nun war uns klar, was aus der ursprünglichen Besatzung geworden war. Zurück in seinem Lastwagen brüllte er ein paar Befehle ins Funkgerät und schon wurde das Häuschen von unserem Schützenpanzer unter Feuer genommen. Ein direkter Treffer traf das Fenster und riss es nach innen. Eine Feuersäule sprang heraus, als wollte sie uns anspringen und das wollte sie wirklich. Die Feuersäule war eines der Dinger, das komplett Feuer gefangen hatte. Selbst brennend wollte er sich aber noch immer auf uns stürzen. Eine Maschinengewehrsalve traf ihn noch im Flug und so klatschte er tot und noch immer brennend auf den Boden. Er stank erbärmlich.
 
Mit zwei Männern stürmte der Unteroffizier erneut ins Haus. Schüsse krachten, eine Explosion erschütterte das Haus und zurück kam nur einer. Später erfuhren wir, dass sie drin erneut angegriffen wurden, wobei einer von ihnen getötet wurden. Noch während der andere auf die Dinger feuerte, packte der Unteroffizier eine Hand voll Granaten aus, stürmte in den Raum, aktivierte die Konsole, riss eine Gruppe der Dinger um und verging in einer Explosion, während der Gefreiter den Rückzug angetreten hatte. Er hat sich geopfert, aber für uns war der Weg endlich frei.
 
Als wir den Bunker erreicht hatten, waren wir noch 21. Mehr hatten es nicht geschafft. Wir schleppten mit, was wir tragen konnten und als letztes kam die Panzer-Besatzung rein. Die Mechanik zur Verriegelung der Tore konnte man zum Glück von innen aktivieren. Wär ja auch blöd wenn nicht. Na auf jeden Fall schlossen sich die Tore gerade und schon krachten sie von draußen gegen die Türen. Immer wieder, wie Hagelkörner, krachten sie dagegen, während die Hydraulik von innen dagegen drückte. Um dem Druck von außen begegnen zu können, warfen wir uns von innen gegen die schwere Stahlkonstruktion und versuchten die Hydraulik nach Kräften zu unterstützen. Als sich das Tor endlich schloss und die Verriegelung einrastete, konnten wir endlich aufatmen und unsere gefallenen Kameraden betrauern.”
 
“Wir haben heute 19 von euch da rausgeholt”, warf Stefan ein. “Was ist mit den andern zwei passiert?”

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